Jülicher Malteser kehren vom Hochwassereinsatz zurück

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Jülich/Magdeburg. Gut 72 Stunden nach der Alarmierung und dem folgenden Einsatz im Hochwassergebiet um Magdeburg kehrten die Jülicher Malteser am frühen Donnerstag gegen 0.30 Uhr zurück. Der Einsatzverband, dem die Helfer aus der Herzogstadt angehören, erreichte den Hof der Leitstelle in Erkelenz.

 Die Frauen und Männer waren zwar reichlich erschöpft, aber um viele Erfahrungen reicher. Die Jülicher Helfer hatten am Montag das Nötigste zusammengepackt und sich sofort mit den Einsatzfahrzeugen auf den Weg ins Ungewisse gemacht. Denn was die Helfer vor Ort erwartete, wusste bei der Anfahrt Richtung Magdeburg niemand so genau. Die Vorab-Informationen lauteten: Es gibt keine Unterkunft und keine Verpflegung, so dass alles was die insgesamt vier Einsatzeinheiten zu bieten hatten, mit auf den Weg genommen wurde.

Die Helfer wurden zunächst auf einem großen Parkplatz eines Möbelgeschäfts stationiert, wo man neben eines bereits errichten Betreuungsplatzes für 1000 Personen in Rufbereitschaft gestellt wurde. Helfer vom Technischen Hilfswerk und Deutschen Roten Kreuz anderer Einheiten aus NRW hatten den Betreuungsplatz perfekt ausgebaut, loben die Jülicher. Neben Sanitäreinrichtungen war die Betreuung, Verpflegung, Logistik sowie medizinische Versorgung aller untergebrachten Helfer sehr gut organisiert. Die anfängliche Rufbereitschaft wurde vor allem genutzt, um sich auszuruhen und Kräfte zu sammeln. So gut wie alle Helfer hatten kaum Schlaf gehabt und waren von der langen Anfahrt doch ziemlich erschöpft. Es wurden für die Nacht Schlafplätze im Freien oder wahlweise in einem Zelt errichtet.

Jedoch war auch diese Nacht schnell vorbei. Gegen 0 Uhr von am Dienstag wurde der Verband abgerufen und in einer Schule im Ort Olvenstedt untergebracht. Auftrag war am nächsten Morgen, die Einsatzeinheit aus Köln abzulösen, die dort mit vielen anderen Helfern aus ganz Deutschland einen Betreuungsplatz für 2000 Menschen organisierten. Betroffene Anwohner sowie zahlreiche Feuerwehrleute wurden dort verpflegt und betreut. „Es war sehr interessant zu sehen und miterleben zu dürfen, wie die Einheiten – zusammengesetzt aus verschiedenen Hilfsorganisationen – Hand in Hand zusammenarbeiteten“, sagte Sabine Sausen, als Helferin mit vor Ort.

Helfer Christian Schulze ergänzt: „Dass ein Betreuungsplatz in solch einer Größenordnung unterhalten wird, kommt sehr selten vor. Ein großes Lob an die Einsatzleitung, die das sehr gut im Griff hatte.“ Dankbarkeit und Anerkennung für den Einsatz der Helfer wurde auch von den Anwohnern jeden Tag überbracht. Zahlreiche Helfer wurden kurzfristig in diesen Einsatz geschickt, so dass meist einiges an alltäglich notwendigen Dingen zu Hause vergessen wurde.

Die Geschäfte vor Ort haben den Helfern die Artikel reduziert verkauft. Des Weiteren kamen täglich dutzende Freiwillige, die ihre Arbeitskraft anboten um zum Beispiel bei der Essensausgabe mitzuhelfen. Menschen brachten Lebensmittel- und Kleiderspenden oder sonstige Aufmerksamkeiten vorbei. Eine Frau fuhr mit einem Auto voller Getränke vor, eine andere mit drei Einkaufstüten Speiseeis und verteilte es an die Helfer auf dem Schulgelände. Abends standen plötzlich zwei riesige Kartons mit Hamburgern und Cheesbur-gern auf dem Platz.

„ Es ist großartig, diese Anerkennung und selbstlose Hilfsbereitschaft der Anwohner erfahren zu dürfen“, sagt Sabine Sausen. Auf Grund eines Dammbruchs im Laufe des vergangenen Montags weiter nördlich fielen die Pegel in Magdeburg rasant – der Betreuungsplatz für diesen Bereich wurde ab Mittwoch nicht weiter benötigt. Die Schule wurde von den Helfern leer geräumt und für den Schulbetrieb wieder hergerichtet.

Am späten Mittwochnachmittag ging es zurück ins Rheinland, wo sich der Verband auflöste. „Aus diesem Einsatz können wir einiges mit nach Hause nehmen“, erklärte Schulze. Für alle Helfer war es eine eindrucksvolle Erfahrung, wie solch eine Naturkatastrophe, die Menschen enger zusammen rücken lässt.

Die Jülicher Malteser bedankten sich für die Zusammenarbeit mit dem Verband und allen anderen Helfern im Einsatzgebiet sowie bei allen Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter freigestellt und diese Hilfe im Einsatzgebiet erst ermöglicht haben.

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