Jülicher Männergesangverein tritt mit Benefizkonzert von der Bühne ab

Von: jago
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Benefizkonzert zum Advent: Im PZ des Jülicher Mädchengymnasiums verabschiedeten sich die Sänger des Jülicher Männergesangvereins 1851 auf Grund von Nachwuchsmangel für immer von der Bühne. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ein letztes Mal erklang der Begrüßungsbeifall eines erwartungsfreudigen Auditoriums für die Aktiven des Jülicher Männergesangvereins (JMGV) bei ihrem Aufmarsch zum „Benefizkonzert zum Advent“ im Pädagogischen Zentrum des Jülicher Mädchengymnasiums.

Nach einer 164 Jahre währenden Tradition stellten die Verantwortlichen des Chors nun resigniert fest, dass man „hoffnungslos überaltert“ sei. Sie sahen auf Grund des fehlenden Nachwuchses keine Überlebenschance mehr. Vereinspräsident Peter Nieveler merkte in seiner Ansprache zum Abschied zunächst an: „ Es ist traurig, aber es ist eine Tatsache“, um anschließend die Frage in den Raum zu stellen: „Musste es wirklich geschehen?“

Dass der letzte Auftritt als Benefizkonzert für den Chor des Mädchengymnasiums veranstaltet wurde, fand nicht nur den Beifall des Präsidenten. „Der alte Chor singt noch einmal, er singt für die Jungen, das ist ein wunderbarer Abschied“, lobte er die Entscheidung unter dem Beifall des Publikums.

Das musikalische Programm gestalteten neben dem Jülicher Männergesangverein der „Liederkranz Gürzenich“, Sopranistin Claudia Schmitz und Karl Wollseifen am Klavier unter der Gesamtleitung von Maria Puschmann.

Zum Auftakt erklang nach dem obligatorischen Sängergruß die Ode auf die Heimat „Mein Jülicher Land“. Der Frauenchor fand mit „Gott hat alles recht gemacht“ mit überraschendem finalen Freudenjodler oder „Ave Maria“ viel Gefallen. Mit dem Wunsch nach Frieden, interpretiert über die deutsche Version von Bob Dylans „Blowin‘ in the Wind“, beschloss der Männerchor die erste Programmhälfte.

Der Advent und Weihnachtslieder bestimmten die Stimmung nach der Pause. In den bewährten Besetzungen erfreuten die Chöre mit Liedern wie „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, „Maria durch den Dornwald ging“ oder „Weihnachten bin ich zu Haus“ die vielen Zuhörer, denen zum Mitsingen Textblätter zur Verfügung gestellt worden waren.

Die Chorsprecherinnen des Mädchengymnasiums, Kristina Eberhardt und Julia Dung, dankten dem JMGV für die Benefiz-Zuwendung und überraschten die Sänger mit einem Kasten Bier für die trockenen Kehlen als kleines Dankeschön.

Ein letztes Mal wurde mit Heinrich Lang ein Sänger des Jülicher Männergesangvereins geehrt. Für 60-jährige Sängertätigkeit im deutschen Chorverband überreichte ihm der Ehrenvorsitzende des Sängerkreises Düren, Karl Kutzbach, eine Ehrenurkunde und die dazugehörige Anstecknadel.

„In Jülich gibt es ein so großes Musikangebot wie kaum anderswo“, hatte Peter Nieveler zu Beginn des Konzerts festgestellt. Mit der Abschiedsvorstellung des Männergesangvereins und seinem Repertoire aus „altem deutschen Liedgut, so wie wir es über viele Jahre gesungen haben“, ist das Angebot nun um eine Facette ärmer.

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