Jülicher Leucht- und Licht-Festspiele vor dem Start

Von: Volker Uerlings
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„Strichmännchen wollte ich immer haben“, sagt Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld. Jetzt hat er sie und zeigt sie in der Südbastion bei den „Herbstlichtern“. Foto: Volker Uerlings
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Haben hier das „Chaos“ hinter sich: Dorothee Esser und Wolfgang Flammersfeld vor dem so betitelten Außenobjekt aus Drainagerohren. Foto: Volker Uerlings

Jülich. Wolfgang Flammersfeld ist ein Lichtkünstler – und nicht irgendeiner. Die Bild-Zeitung hat ihn vor zwei Jahren zum „Licht-Picasso“ erklärt, als er Leuchtskulpturen für den Essener Gruga-Park entworfen hatte. Der Kreative mit hohem Energiebedarf hat in der Nacht zum Donnerstag gegen 4 Uhr mit seinem Team zum vierten Mal die „Verdrahtung“ des Brückenkopf-Parks abgeschlossen.

Der deutschlandweit tätige Künstler kann sich nirgends so vielfältig betätigen wie in den Weiten der Jülicher Freizeiteinrichtung. „Wir haben etliche tausend Meter Kabel verlegt und sind jetzt durch“, sagte er am Donnerstag knapp. Ab Freitag leuchten wieder die „Herbstlichter“ – 17 Abende bis zum 18. Oktober. Er wirkt zufrieden, aber angespannt. Schließlich ist sein Urteil die eine Seite der Medaille, die des Publikums die andere. Das wird in Scharen kommen.

„Wir haben die Farbgestaltung grundlegend verändert und komplett neue Objekte eingebracht.“ Flammerfeld und Parkchefin Dorothee Esser blicken auf das „Chaos“ in der Nähe der Hauptbühne. So betitelt ist ein Gewirr an Drainagerohren, das bei Tageslicht kaum erahnen lässt, wie wohl die über viele Meter verschlungenen gelben Kunststoffwürmer nach Einbruch der Dunkelheit zu Lichtröhren mutieren. Gleich nebenan befindet sich ein Gießkannenbaum. Es gibt kaum etwas, das Flammersfeld nicht zum Leuchten bringt.

An und in den Festungsgebäuden arbeitet er nicht nur mit Strahlern und LEDs, sondern spielt mit simplen Figuren und ihren zum Teil überdimensionalen Schatten, mit Projektionen und Videosequenzen. Da lauert das ein oder andere „Monster“ zum Beispiel in der Südbastion. Dieser früher jahrelang wegen Feuchteschäden ungenutzte Teil des Brückenkopf-Bauwerks hält einige Herbstlichter-Überraschungen bereit. Und der Künstler hat sich einen eigenen Wunsch erfüllt, der merkwürdig klingt, aber „live“ keiner Erklärung bedarf: „Strichmännchen wollte ich immer haben.“

Flammersfeld hat nach langem Suchen die dafür notwendigen speziellen Leuchtdioden gefunden. Jetzt springen die gepunkteten Figuren buchstäblich in den Weg. „In der Südbastion gibt es zwei Welten – eine mystische und eine freundliche“, erklärt der Intendant der Jülicher Leucht- und Lichtfestspiele.

Gespannt sein darf man auch auf den „Ort der Stille“. Hier wird ein mehrere Quadratmeter großes „Hydroschild“ der Feuerwehr zu einer illuminierten Wasserwand verwandelt, die gleichzeitig die „Leinwand“ eines Videos darstellt.

Ein „Zoo vorm Zoo“ erwartet die abendlichen Besucher auf dem Asphaltweg vom Stadtgarten durch den Waldbereich. Flammersfeld inszeniert eine Herde, die durch Artenvielfalt besticht: „Schafe, Pferde, Mammuts, Strauße.“ Und entlang des Weges schwirren Millionen „Glühwürmchen“.

Apropos Weg: Besucher der „Herbstlichter“ sollten unbedingt den richtigen Pfad einschlagen. Der ist mit Pfeilen gekennzeichnet und beginnt am Haupteingang Lindenrondell. Wer über die Kirmesbrücke kommt, sollte vor der Hauptbühne links abbiegen. Wer das nicht tut und „gegen den Strom“ schwimmt, sieht von der mystischen Welt fast nichts und wird meist geblendet.

Nun hat 17 Abende ein Mann im Flammersfeld-Team eine Schlüsselrolle: Mitarbeiter John radelt vor Besuchereinlass zu jedem Objekt. Er knipst das Licht an...

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