Jülicher Lazarus ist jetzt bestens bewacht

Von: ptj
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Lazarus-Pate „Ulrickus“ alias Ulrich Leuffer (l.) wird vom Senatspräsident des Lazarus Strohmanus, Linus Wiederholt, mit dem Hexenturmorden ausgezeichnet. Foto: Jagodzinska

Jülich. Mit dem augenzwinkernden Klaaf von Präsident Heinrich Ningelgen und dem Nationallied der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus begann die traditionelle Jahreshauptversammlung mit Verleihung des Hexenturmordens im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Kaiserhofs.

Ordensträger ist Ulrich Leuffer, der am Veilchendienstag seinen 61. Geburtstag in jecker Runde feiern wird. Die Laudatio hielt Vorjahres-Ordensträger Martin Marquardt. In seiner ihm eigenen Art startete er zunächst humorvoll mit Begriffserklärung und Beschreibung der Laudatio. Über den Laureaten hatte Marquardt in Erfahrung gebracht, dass er als „angemeldete Hausgeburt“ das Licht der Welt erblickte und der Name Leuffer „ganz und gar identisch mit der gesunden mittelständischen Elektrofirma Leuffer“ sei.

Nach problemlosen Abschluss der Mittleren Reife habe der Geehrte durch einen Chemieexperimentierkasten „bewusstseinsprägende erste Kontakte zur stinkenden und krachenden Chemie“ erlebt. Die „mehr oder weniger schmerzvollen Versuchsreihen bei der Herstellung von schwarzem Pulver“ hätten sich ihm „intensiv als lebensbegleitendes Trauma eingebrannt“.

Der Laureat machte eine Lehre als Starkströmer, studierte an der FH Jülich Energietechnik und legte die Meisterprüfung als Elektromaschinenmeister ab. Der „Motorenpapst spitzt auch Stifte an“, will heißen, er bildet Auszubildende aus und ist Prüfungskommissar für E-Maschinenbau und Installation.

Charakteristisch für ihn sei sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn. Ferner „beglückt er die Zivilisation“ als ehrenamtlicher Zugführer beim Technischen Hilfsdienst, sei Fachberater in der dortigen Einsatzleitung und als „pulverdampfaffiner Mensch“ natürlich auch in der Sprenggruppe. Seit der Landesgartenschau widme er sich inbrünstig als Sergeant dem Corps de Julier und der Vorderladerschießerei.

Unaufhörlich erweitere er zudem seine Sammlung „von altem Schießzeug“, von Zinnsoldaten und diversen Obstbränden für seine Kellerbar. Im Winter betätige sich Leuffer als Eventmanager der Skigilde Jülich. Der frisch gebackene Ordensträger fühlte sich „sehr ausgezeichnet“ und versprach, bis Donnerstag auf Lazarus gut aufzupassen.

Ehrenkappen der Gesellschaft verlieh Ningelgen an „Leuchttürme“ in den Karnevalsgesellschaften. Dazu zählten das „Rurblümchen“ Frank Kutsch und die „ulkigen“ Frank Lied und Thomas Kraus. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Abwesenden Peter Kaptain von der befreundeten Kreuzauer KG „Ahle Schlupp“ und Musiker Hans Weyergans ihre Ehrenkappen erhalten. Traditionell zählten das Herantragen und „Aufhängen“ der Strohpuppe und die feierliche Vereidigung der Lazarusjünger zur Hauptversammlung.

Nicht fehlen durfte der gefeierte Besuch der Kinderdreigestirns, Jülichs Trompete blasendem Prinzen Roman (Crützen), Prinzessin Dana (Bertrams), Bauer Kai (Sänger) und ihren Pagen. Sie sangen und reimten und zeigten sich „außer Rand und Band, live zu erleben das Jülicher Land“.

Diverse Orden wechselten ihre Besitzer und zum Abschluss spielte das Güstener Trommler- und Pfeiferkorps auf.

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