Jülicher Lazarus ist ein Stroh- und Schützenmann

Von: ptj
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Taufpate Helmut Vonderbank (Bildmitte) benetzt den Täufling mit klarem Schnaps: Sein Taufname lautet „Helmutus Lazarus von der Bank“. Foto: Jagodzinska
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Das Taufprozedere wird eingeläutet: Feierlich trägt Vize-Präsident David Ningelgen die noch verhüllte Strohpuppe herein. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Jod Preck zesamme“, begrüßte Heinrich Ningelgen, Präsident der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus, traditionell die zahlreichen Gäste im KuBa. „Mir han uns hier jetroffe, um de Lazarus ze dööfe. Alles ess parat“, setzte er nach.

Trotz des Todes von Balto Matzerath, einem der Taufpaten der Historischen Gesellschaft nur einen Tag vor der Veranstaltung, hatte „Lazarus Stohmanus“ ganz im Sinne der Hinterbliebenen beschlossen, den ersten Jahreshöhepunkt der Gesellschaft nicht ausfallen zu lassen. Ningelgen war „enjefalle“, dass der angehende Täufer Helmut Vonderbank noch nicht Ehrenmitglied der Historischen Gesellschaft sei. So wurde schnellstens die passende „Kapp“ anprobiert.

Zur allgemeinen Erheiterung passte erst die drittgrößte Ehrenmütze. Feierlich trug Vize-Präsident David Ningelgen den Täufling herein, dessen Haupt mit einem weißen Tuch bedeckt war. Vor seiner Enthüllung machte Vater Heinrich es noch mal spannend. Er bezeichnete ihn als „jebasteltes Kalv“, dessen Ultraschallbild ihn am 24. Dezember sehr erschreckt habe. Natürlich war der Täufling so gut gelungen wie jeder seiner Vorgänger. Bevor Helmut Vonderbank die Strohpuppe mit Schnaps benetzte, warnte Ningelgen ihn vor übermäßiger Verschwendung.

Schließlich stießen Senatspräsident Linus Wiederholt, Präsident Ningelgen, Vonderbank und sein Vorgänger Peter Schmitz nach altem Brauch mit dem „Taufwasser“ auf die Gesundheit des Täuflings an – zumindest bis Veilchendienstag.

Seinen selbst kreierten Taufnamen hatte Ningelgen vorab traditionell in drei „Sprachen“ verkündet, zunächst augenzwinkernd in „Latein“: „Id incedere unus vocutus quam tonitrus-vox, id optimus equus in pretegere stabulum. Nunc etiam adhuc patronus patruus. Hic simulare ego peritus id fui certus. Cum lux animus et id bonus. Is esse aliqua pretegere-vir et hic annus etiam stramentum-vir. Cum pretegere debere is missum, cum Lazarus tum debere volare. Tantum non ad altus, nos factum eum iam deorsun petere. Et nunc eamus itum, omnia longior factus nos video. Ita dedicare nos te Helmutus ad is scamnum, ad cibo se abstinere-nox martis dies post vestimentum supplex“.

Zum besseren Verständnis folgte die Übersetzung in „Hochdeutsch“: „Es geht ein Ruf wie Donnerhall, das beste Pferd im Schützenstall, jetzt auch noch Patenonkel ist, dies tu ich kund, das ist gewiss. Mit hellem Mut und das ist gut. Er ist ein Schützenmann und dies Jahr auch Strohmann. Als Schütze muss er schießen, als Lazarus darf er fliegen. Nur nicht zu hoch, wir werden ihn schon runterkriegen. Und nun lass gehen, alles Weitere werden wir sehen. So taufen wir dich Hell Mutus Lazarus von der Bank, bis Fastnachts-Dienstag hinter em Kleiderschrank.“

En de Mottersproach

Schließlich wurde der Name für die Gäste, die noch „en Mottersproach han“, in „Platt“ verlesen. „Et jeht ne Rof wie Donnerhall, de stärkste Gaul em Schötzestall. Jetz och noch Patühm es, ich sach et su wie et ess. Met hellem Mot on dat es jot, er es ne Schötzemann on dies Johr och Strühmann. Als Schötz moss he scheesse, als Lazarus do soll e fleeje, wie mir wolle. Blos net ze huch, ever me wedde em schon rongeholle. On jetz loss jon, all dat angere wiste noch verstonn. Su döffe 3mi dich Lazarus Strühmann Helmutes von de Bank, janz brav, bis Fastelovends-Diensdach, blievste henger em Kleedeschavv.“

Die passenden Töne für die Veranstaltung fand die Blaskapelle „Merzbachmusikanten“. Das Jülicher Kinderdreigestirn gab sich die Ehre, und der „Kölsche Schutzmann“ Jupp Mendt trat in die Bütt. Beine und Hüften schwangen das CCKG-Fernsehballett, mit dem die Gesellschaft „herzlich verbunden ist“, und die Männergarde der KG Herzogstädter. Mit heimatlichem Gesang unterhielten Bernd Flücken und das Duo Wolfgang Gehlen und Hans Weyergans. Bis zum „offenem Ende“ spielte DJ Klaus Musik aus der Konserve.

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