Jülicher Kulturangebot vor dem Aus: Abo-Theater dreht „Ehrenrunde“

Von: Volker Uerlings
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Die Jülicher Abo-Theaterreihe – wie hier „Brandner Kasper“ – soll nicht sofort eingestellt werden, sondern Zeit gewinnen. Foto: Stadt Jülich

Jülich. Die Abonnement-Theaterreihe der Stadt Jülich wird wohl noch „eine Runde drehen“ und nicht schon im nächsten Jahr eingestellt. Wie berichtet, sah sich die Stadtverwaltung Jülich gezwungen, das Aus dieser Reihe von Gastspielen fremder Bühnen in der Stadthalle Jülich vorzuschlagen.

Gezwungen deshalb, weil es die Maßgabe der Kommunalpolitik ist, dass die kulturellen (freiwilligen) Angebote kostendeckend sein sollen. Das war das Abo-Theater nicht, wenngleich das Defizit mit unter 2000 Euro vergleichsweise klein ausfiel. Jetzt waren sich die Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss weitgehend einig und unterstützten einen Antrag der Grünen, die Theaterreihe auch 2015/16 „zunächst fortzuführen“.

Das Minus im ansonsten kostenneutralen Kulturangebot der Stadt entsteht vor allem, weil Mieten für die Stadthalle pro Vorstellung berechnet werden. Das wird auch so bleiben, wenn man die Äußerungen im Haupt- und Finanzausschuss hört. Es gibt allerdings bei den Benutzungsgebühren unterschiedliche Tarife, die sich die Kommunalpolitiker erst noch einmal ansehen wollen.

Das war ausdrücklicher Wunsch der UWG Jül, deren Fraktionschef Heinz Frey ansonsten Sympathie für den „Verlängerungsvorschlag“ zeigte. Im Fachausschuss zwei Wochen zuvor hatte die Jül demgegenüber noch das Aus des Abo-Theaters in Jülich für schmerzlich, aber vertretbar gehalten. Jetzt zeigte sich die Fraktion aufgeschlossen.

Welche Hoffnungen wären mit einer Fristverlängerung verbunden? Harald Garding (SPD) hatte von einer möglichen Kooperation mit einer Schauspielschule gehört und will dieser möglichen Entwicklung nicht das Wasser abgraben. Sein Fraktionskollege Wolfgang Anhalt sprach von einem Förderverein, der sich vielleicht gründet und „bürgerschaftliches Engagement“ darstelle. Und Peter Capellmann (CDU) sieht in dem Zeitgewinn die Chance, vielleicht doch noch einmal mehr Abonnenten zu gewinnen.

Deren Zahl ist rückläufig (Spielzeit 2013/14: im Schnitt 213 pro Vorstellung). Nach Schilderung der Stadtverwaltung liegt die Ursache in der Stadthalle als Spielstätte, die von einigen Theaterfans nicht mehr akzeptiert werde, seit die Bestuhlung verändert und die Empore gesperrt worden ist. Sozialdemokrat Harald Garding wehrte sich im Hauptausschuss dagegen, dass die Stadthalle „schlecht geschrieben wird“. Auch im hinteren Bereich sei die Akustik gut, und „man sieht alles“.

Wenn die Maßnahme im Etat berücksichtigt wird, gibt es wenigstens noch eine Theatersaison 2015/16 in Jülich.

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