Jülich - Jülicher Krankenhaus: Nun auch größere Eingriffe an der Lunge

Jülicher Krankenhaus: Nun auch größere Eingriffe an der Lunge

Von: Otto Jonel
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Sie bilden das pneumologische
Sie bilden das pneumologische Doppel im St. Elisabeth-Krankenhaus: Oberarzt Gerald Wilmsmann (l.) mit Oberarzt Dr. Mario Vogts.

Jülich. Warum geht jemand, der an einer großen Klinik gearbeitet hat, an ein kleines Provinzkrankenhaus? Mario Vogts hat darauf eine plausible Antwort: „Ich wollte mich einer neuen Aufgabe stellen.” Seit dem 1. Juli ist Dr. Mario Vogts neuer Oberarzt in der Abteilung Innere Medizin im St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich.

Mit ihm, der bis dato zehn Jahre lang an der Klinik für Pneumologie der Kliniken Maria Hilf GmbH Mönchengladbach tätig war, hat sich in einem Spezialbereich des Jülicher Hauses das Fachpersonal verdoppelt: Vogts ist Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Allergologie. Das Feld der Lungenheilkunde bestellte in Jülich bislang Oberarzt Gerald Wilmsmann als Einzelkämpfer. Seit acht Jahren hielt er für die Pneumologie und internistische Tumortherapie ein breites stationäres und ambulantes Angebot an Diagnostik und internistischer Tumortherapie vor.

„Durch den personellen Ausbau der Abteilung können wir nun zukünftig die stetig steigende Patientenzahlen noch intensiver betreuen”, stellt Oberarzt Wilmsmann eher nüchtern fest. Er macht kein Hehl daraus, „dass wir schon längere Zeit versucht haben, einen Pneumologen hierher zu bekommen”. Mario Vogts war so etwas wie ein Wunschkandidat.

Große Widerstände musste Wilmsmann bei seinem Werben offenbar nicht überwinden. Beide Ärzte sprechen von einer Chemie, die sofort gestimmt habe. „Das Angebot, die Pneumologie am Standort Jülich zu stärken,” habe ihn umso mehr gereizt, gerade weil es von dem Kollegen Wilmsmann gekommen sei, sagt Vogts. „In Deutschland gibt es 1024 Pneumologen. Da kennt jeder jeden”, ordnet er den Kollegen Wilmsmann hoch ein.

Die Pneumologie (Lungenheilkunde) befasst sich unter anderem mit Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), der Lunge, etwa Sarkoidose, der Blutgefäße der Lungen und Erkrankungen des Rippenfells. Ebenfalls zu dem weiten Spektrum der Erkrankungen, denen sich Wilmsmann verschrieben hat, zählen Funktionsstörungen der Brustkorborgane und des Sauerstofftransportes. Ein Großteil dieser Erkrankungen ist bösartig.

Dass das Jülicher Krankenhaus diesem Behandlungsspektrum mit personeller Verstärkung begegnet, ist keine Selbstverständlichkeit. Im Gegenteil, „zwei Pneumologen an einem Standort dieser Größenordnung ist eine Ausnahmeerscheinung”, zollt Vogts nicht zuletzt der Caritas Trägergesellschaft West (ctw) für eine solche Personalentscheidung Respekt.

Nicht mehr wegschicken...

Dass das Jülicher Krankenhaus mit Dr. Klaus Hindrichs, Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, und seinem Team über „große Erfahrung und persönliche Kompetenz” verfügt, auch größere Eingriffe an der Lunge vorzunehmen, ist ein weiterer wichtiger Baustein in dem Konzept der Patientenvorsorgung in der Region. Früher, erzählt Wilmsmann, habe er fast immer Patienten nach Köln zu Behandlung schicken müssen.

Das ist nun nicht mehr der Fall, seit Dr. Hindrichs vor zwei Jahren Chefarzt in Jülich wurde. Aber der Skalpell wird nicht schnell gezückt. „In der Pneumologie ist es wichtig, dass mehr noch als in anderen Bereichen fachübergreifend zusammengearbeitet wird”, betont Dr. Hindrichs die Bedeutung der interdisziplinären Absprache. Diese schätzt Vogts hoch ein: „Hier bietet sich die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit über den Flur hinweg. Das gab es in meiner Heimatklinik nicht.”

Und dank der Nähe zum Klinikum Aachen, aber auch zum Forschungszentrum Jülich mit den Einrichtungen zur Strahlentherapie lassen sich, so Wilmsmann, in Jülich auch Patienten behandeln, die nicht operabel seien.

Die drei Ärzte sind unübersehbar stolz auf diese „Rundumversorgung von Patienten mit Erkrankungen der Lungen, Bronchien und des Rippenfells” in einem kleinen Krankenhaus wie Jülich.
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