Jülicher Jugendgästehaus erfüllt bislang die Erwartungen

Von: Volker Uerlings
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Der „Herr Jufa“ – nicht nur in Jülich: Gernot Reitmaier zog eine Zwischenbilanz für den ersten NRW-Standort der in Süddeutschland und Österreich sehr erfolgreichen Betreibergesellschaft. Foto: Uerlings

Jülich. Als in der Stadt noch vom „Jugendgästehaus“ die Rede war und diskutiert wurde, gab es eine stattliche Zahl an Kritikern. Sie hielten eine solche Einrichtung vor den Toren der Stadt gleich am Brückenkopf-Park für nicht tragfähig.

Die im Vorfeld erwarteten Zahlen hielten sie für völlig überzogen und die Mittel der öffentlichen Hand für den Gesamtkomplex (mit Erlebnis-Pavillon) für unangebracht. Ob diese Skepsis berechtigt war und ist, muss sich noch zeigen. Mit der ersten Schätzung aber scheint der Betreiber eine Punktlandung hinzulegen. Seit dem Start des regulären Betriebs im Gästehaus, wie es nun heißt, hat es in der Einrichtung des Betreibers Jufa schon über 10.000 Übernachtungen gegeben.

Der Monatsschnitt und die bereits bekannten Buchungen für die Zukunft deuten stark darauf hin, dass die Zielmarke 17.000 für das erste Jahr sogar leicht überboten wird. Jufa-Geschäftsführer Gernot Reitmaier sah in dieser Woche in der einzigen Einrichtung seiner Gruppe jenseits des Weißwurstäquators nach dem Rechten.

„Wenn wir im nächsten Jahr einen Strich ziehen und die Zahlen betrachten, bin ich mir sicher, dass wir die Ziele erreicht haben“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. Sein Zwischenfazit: „Das war ein sehr guter Start, die Erwartungen sind erfüllt.“ Der Geschäftsmann aus Österreich – die Jufa Holding sitzt in Graz – sieht auch für den unmittelbaren Nachbarn und Partner, den Brückenkopf-Park, und die Stadt Jülich die gewünschten Synergieeffekte. „Das Zusammenspiel mit dem Park funktioniert gut.“ Und die Gäste nutzten die im Zimmerpreis enthaltene Eintrittskarte für die Freizeiteinrichtung mit dem Energie-Erlebnispavillon rege.

Die Verantwortliche der Jülicher Einrichtung, Sandra Plöger, ergänzt: „Alle Gäste fragen nach dem Weg in die Innenstadt.“ Gleiches gelte jetzt in der Saison auch für das nahe gelegene Freibad. Gernot Reitmaier wiederum hat in eigener Erfahrung und von Dritten festgestellt, dass die Zitadelle die Besucher „immer begeistert“.

Wer besucht denn eigentlich Jülich? Darüber liegen zwar noch keine detaillierten Erkenntnisse vor, aber einige Erfahrungen. Die echten „Touristen“ stammen aus dem Benelux-Raum, vor allem den Niederlanden. Eine Familie aus Belgien war in acht Monaten schon drei Mal im Jufa Jülich. Andere Kurzreisende kamen vor allem aus Süddeutschland und der Schweiz. Daneben gibt es laut Jufa-Leitung auch zahlreiche Geschäftsreisende, die einchecken, aber vor allem Gruppen, Vereine und Klassen. Sie bilden das Hauptstandbein.

Wie bewerten die Jülich-Touristen die Lage? Sandra Plöger: „Das Echo, das wir bekommen, ist grundsätzlich gut. Man wohnt hier sehr ruhig und muss keine Angst haben, wenn ein Kind vor die Tür läuft. In Jülich und Umgebung lässt sich viel unternehmen. Außerdem wissen die Gäste zu schätzen, dass sie doch recht schnell in größere Städte wie Aachen, Köln, Düsseldorf oder Maastricht kommen.“

Wie geht es weiter? Geschäftsführer Gernot Reitmaier zeigt Ehrgeiz: „Wir wollen das Angebot hier stabilisieren und uns im nächsten Jahr einen Schritt auf unsere Zielmarke von 25.000 Übernachtungen zu bewegen, um diese im dritten Jahr zu erreichen.“ Der Jufa-Kopf setzt auf die Mundpropaganda und einen besonderen Effekt, denn wer Gefallen an den Einrichtungen der Gruppe findet, besucht meist mehrere und empfiehlt sie weiter. „Es gab jetzt auch schon Gäste aus Jülich, die in unsere Häuser in Süddeutschland gereist sind.“

Grundsätzlich ist klar: Die Jufa hat großes Interesse am Erfolg des „Leuchtturms Jülich“. Möglicherweise bleibt ja das Haus hier nicht das einzige in Nordrhein-Westfalen. Reitmaier lächelt bei der Frage nach weiteren Expansionsplänen. Er antwortet indirekt und vielsagend: „Vertreter einiger Kommunen aus NRW haben sich hier den Standort Jülich angesehen, weil sie davon gehört haben.“

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