Jülicher Integrationsrat lehnt Projekt „Schule mit Courage“ ab

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Jülich. Das Thema Migration ist allgegenwärtig und nahm auch bei der Sitzung des Jülicher Integrationsrates breiten Raum ein.

Das Fachgremium diskutierte unter anderem die interkulturelle Öffnung der Verwaltung. Das Projekt Sprachunterricht für Flüchtlingsmütter stand neben der Vorstellung des Arbeitskreises für ein inklusives Jülich (AKI) ebenfalls auf der Tagesordnung.

Der AKI will verstärkt Menschen mit Migrationshintergrund einbeziehen, denn Inklusion bedeute gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen. „Wir sind da ganz am Anfang“, sagte Sprecherin Beate Wirth-Weigel. „Wir wissen noch nicht, welchen Bedarf und Rechte insbesondere Migranten mit Behinderungen haben und wie wir helfen können.“ Doch sicher sei, dass viele traumatisierte Menschen ins Land gekommen sind und Unterstützungsbedarf da ist.

Veronika Schmitz, Stadtverordnete der UWG JÜL, setzte sich intensiv mit dem bundesweiten Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auseinander. Im Vordergrund stand die Frage, ob die Idee vom Integrationsrat beworben werden soll. Unterstützt wird das Konzept von dem Trägerverein Aktion Courage. Mittlerweile gehörten 1000 Schulen bundesweit dem Netzwerk an – auch in der Region.

Sie unterwerfen sich einer Selbstverpflichtung. Einmal im Jahr findet eine Projektwoche zum Thema Rassismus statt. Schmitz berichtete über kritische Stimmen, die besagen, dass das Begleitmaterial nicht den Rechtsextremismus und Antisemitismus der Einwanderergesellschaft in die Auseinandersetzung einbeziehe. Der Integrationsrat lehnte die Bewerbung um das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ für Jülich ab.

Heribert Braun, ebenfalls Stadtverordneter der UWG-JÜL, beschäftigte sich mit der Sicherheit von Flüchtlingen im Straßenverkehr – nach Teilnahme an einer Veranstaltung der Kreispolizeibehörde. Gängige Verkehrsregeln wie Handzeichengeben beim Radfahren, Rechtsfahren und dass Fußgänger auf dem Fußweg zu gehen haben, seien nicht als bekannt vorauszusetzen und müssten geübt werden.

Braun hat schon versucht, mit den Verantwortlichen der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Merscher Höhe Kontakt aufzunehmen, um Schulungen anzuregen. Gefährdet sei schließlich die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Integrationsratsmitglied Ahmed El Kholy ging noch weiter und forderte, erst dann ein Fahrrad an Flüchtlinge auszugeben, wenn zuvor ein Sicherheitstraining absolviert worden ist.

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