Jülicher Idee: ein Mikrochip für Sonnenbrand-Alarm

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Miriam Geisse (l./17) und Mira
Miriam Geisse (l./17) und Mira Boes (r./16) entwickeln mit Christian Schiffer und Fabian Stroh einen Chip, der vor UV-Strahlung warnt.

Jülich. Mit einem akustischen Warnsignal soll ein neuer Mikrochip auf erhöhte UV-Strahlung hinweisen und zukünftig Sonnenbrände und Zellschäden der Haut vermeiden helfen. Entwickeln will ihn ein Team des Gymnasiums Zitadelle Jülich.

Der Radiation-Controller von Mira Boes (16), Miriam Geisse (17), Fabian Stroh (18) und Christian Schiffer (17) soll UV-Strahlung, Hauttyp, Sonnenschutzfaktor und Lichtfrequenz berechnen: „Das Besondere an unserer Idee ist, dass vor allem Eltern von Kindern, die sich selbst noch nicht vor gefährlicher UV-Strahlung und grellem Licht schützen können, rechtzeitig gewarnt werden, wenn gesundheitliche Konsequenzen drohen.”

Im Idealfall lasse sich durch einen solch neuartigen Mikrochip auch das Hautkrebsrisiko vermindern, stellt das Team in seinem ersten Konzept fest. Im Rahmen eines Projektkurses zum Thema „Nanotechnologie” hatte ein Lehrer sie auf die Idee gebracht, an „Invent a Chip” teilzunehmen.

Eine ausgefallene Idee, die die Jury des weltweit einzigartigen Nachwuchswettbewerbs überzeugte. Das Projekt des Teams setzte sich in einem Feld von über 2000 Teilnehmern durch. Der UV-Warnchip soll anhand von verschiedenen Werten berechnen, wann der Aufenthalt im Freien und im Sonnenschein Gefahren für die Haut auslöst.

„Beim Radiation-Controller handelt es sich um einen Chip, der unter Auswertung von Hauttyp, Sonnenschutzfaktor und bestehender UV-Belastung ein akustisches Signal abgibt, wenn der Hautschutz nicht mehr besteht”, sagen die Schülerinnen und Schüler. Das technische Know-how konnte das Team in einem Workshop lernen.

Drei Tage lang schulten Experten zwölf Teams am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) der Leibniz Universität Hannover in modernem Chipdesign. Das sei eine echte Chance, ist sich Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender, sicher: „Es ist ein weltweit einmaliges Projekt, das frühzeitig Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Mikrochips zu designen und eigene technologische Ideen umzusetzen.”

Den technologischen Fortschritt selbst in Angriff nehmen, mit diesem Ziel treten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Technologieverband VDE zum elften Mal an. Der Wettbewerb verzeichnet nach Angaben der Träger große Erfolge. „Wir haben viele erfolgreiche Preisträger, die so den Weg in die Zukunftstechnologien fanden und denen der Wettbewerb auch den Weg in ein entsprechendes Ingenieurstudium bahnte”, sagt der VDE-Vorstandsvorsitzende. Zimmer: „Im elften Jahr gibt es wieder viele tolle Ideen für neue Mikrochips. Vom Kugelroboter über den intelligenten Kleiderschrank bis zur Optimierung von Windrädern oder einer Chip-Warnung vor Taschendieben ist alles dabei.”

Bis zum Herbst haben die Teilnehmer nun Zeit, ihre Entwürfe umzusetzen. Die besten und originellsten Chip-Entwürfe werden von einer Jury nominiert und am 5. November in Stuttgart der Öffentlichkeit präsentiert und von Bundesforschungsministerin Professor Annette Schavan ausgezeichnet. Dann winken den Siegern neben Geldpreisen auch die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und vielfältige Kontakte zu Industrie und Hochschulen.
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