Jülicher helfen den Pilgern auf steinigen Pfaden

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Jährlich pilgern rund vier Millionen Menschen nach Medjugorje, wo es seit den 1980-er Jahren Marienerscheinungen gegeben haben soll.

Medjugorje/Jülich. Medjugorje ist ein Pilgerort für eine Vielzahl von Menschen aus den verschiedensten Nationen. Jährlich pilgern rund vier Millionen Menschen nach Medjugorje, einen katholischen Ort im kroatisch besiedelten Teil Bosnien-Herzegowinas.

Dieser Ort war bis zum Jahre 1981 klein und unscheinbar, bis im Juni des Jahres Marienerscheinungen für Aufsehen sorgten. Rasch sprach es sich herum. Schon im selben Jahr strömten tausende Pilger aus der ganzen Welt nach Medjugorje, um den katholischen Glauben neu zu erfahren. Die Anzahl der Pilger wächst ständig. Aus dem ursprünglichen 400-Einwohnerdorf wurde ein von Pilgern viel besuchter Ort. Täglich finden auf dem großen Messeplatz, in der Kirche und in zusätzlichen Gebäuden verschiedene Messen in unterschiedlichen Sprachen statt. Zwei Kreuzwege, einer auf dem Erscheinungs- und einer auf dem Kreuzberg liegend, werden zu jeder Zeit von Pilgergruppen begangen.

Täglich 12 Stunden besetzt

1998 richteten die Malteser aus Deutschland eine Ambulanz vor Ort ein, die von April bis Oktober geöffnet hat. Seitdem werden dort Pilger sowie einheimische Bewohner medizinisch versorgt. Die Ambulanz ist täglich 12 Stunden geöffnet und wird von einer einheimischen Schwester und einem einheimischen Arzt besetzt. Ergänzt wird das Team durch Malteserhelfer aus ganz Deutschland, die die Einsatzleitung, den Sanitätsdienst sowie die medizinische Notfallversorgung im Ort übernehmen. Sie nutzen ihren Urlaub, um sich dort ehrenamtlich zu engagieren. Neben einer Helferin aus München und einem Helfer aus Düsseldorf, ergänzten mit Sabine Sausen und Dr. Dieter Scheidt zwei Jülicher Helfer dieses Jahr wieder das einheimische Team.

„Wenn man zum ersten Mal dabei ist, beeindruckt es zu sehen, wie viele Menschen ihren katholischen Glauben dort intensiv ausleben“ beschreiben die Jülicher Helfer. Hunderte Pilger besuchen mehrmals am Tag die verschiedenen Messen. Auf den Kreuzwegen, die auf den felsigen Bergen eingerichtet sind, wandern Pilger bei Wind und Wetter. Jede Altersklasse ist dort vertreten, ob gesund oder durch eine Erkrankung eingeschränkt. Egal wie, jeder kommt mit Hilfe von anderen Pilgern den Berg hoch und auch wieder runter. Genauso findet man aber auch jegliches Schuhwerk bis gar kein Schuhwerk bei den Pilgern wieder, so dass immer wieder Unfälle auf den Kreuzwegen passieren.

Die größte Herausforderung ist dann die Sprachbarriere auf Grund der vielen Nationen, die dort zusammenkommen. Meist findet sich aber doch jemand, der Englisch oder Deutsch spricht, übersetzt und so die Kommunikation zwischen Patient und Helfer ermöglicht. „Ein Rettungsdienstsystem, wie man es in Deutschland kennt, gibt es dort nicht. Als Helfer wird man im Einsatzfall deshalb ganz anders gefordert, da es z.B. keine vergleichbaren Standards in der Ausrüstung der Rettungsmittel gibt“ berichten die Helfer weiter. Egal, welche Art von Notfall, man weiß nie, was kommt. „Es ist interessant zu sehen, wie man mit diesen reduzierten Mitteln und Möglichkeiten auskommt“ so abschließend die Meinung aller Beteiligten.

Jugendfestival im August

Im August findet das jährlich eine Woche dauernde Jugendfestival statt. Dann werden etwa 60.000 Jugendliche in den Ort pilgern und ein großes Fest feiern. Zu dieser Zeit wird die Ambulanz am stärksten mit Personal besetzt, so dass dann besonders viele Helfer aus Deutschland benötigt werden um den Sanitätsdienst und die Notfallversorgung im Ort zu unterstützen. Für alle beteiligten Helfern steht fest: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, geht es nächstes Jahr wieder für mindestens 14 Tage nach Bosnien.

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