Jülich - Jülicher Glasmalerin fertigt in ihrem Atelier auch Strukturpigmentarbeiten

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Jülicher Glasmalerin fertigt in ihrem Atelier auch Strukturpigmentarbeiten

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Monika Rütten in ihrem Atelier: Strukturarbeiten zeigt die Jülicher Künstlerin seit 2012. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. „Alles was vergeht, kann auch schön aussehen“, sagt Monika Rütten, Künstlerin aus Jülich. In der Natur sammelt sie Dinge, die ihr interessant erscheinen und verwandelt sie in Kunstwerke, so genannte Strukturpigmentarbeiten.

Rütten arbeitet intuitiv. Sie nimmt eine Leinwand oder Hartfaserplatte, schlüpft in eine Latzhose und fängt an zu arbeiten. Sie hat keinen Plan, bringt ihre Empfindungen, Tagesform oder Erlebnisse vom Vortag mit einer Strukturmasse aus Marmormehl und einem Bindemittel auf den Malgrund. Sie spachtelt eine Struktur, auch die Armführung ist intuitiv.

Öl und Wasser stoße sich ab, erklärt Rütten, bringe aber spannende Strukturen zustande, wie Schlieren, kleine Pigmenthäufchen. Die Technik ist Nass in Nass. Rütten arbeitet Sand in die Bilder ein, Erde, Kaffeemehl, Bauputz und Naturmaterialien wie Mais, Disteln, Papyrus, getrocknete Ähren, Bucheckern, Federn. Es lohne sich, gerade die kleinen , unscheinbaren Dinge festzuhalten, sagt die Künstlerin.

Ihr Atelier in Jülich ist ein außergewöhnlich aufgeräumter Künstlerort. Auf einer Staffelei, an der Wand und in Kisten sind ihre Werke gestapelt. Saubere Pinsel und Arbeitsmaterialien stehen auf einem weißen Tisch in der Mitte des Raumes. Alles scheint seinen Platz zu haben, ist sortiert. Auch alle Bilder zeigen eine Ordnung, in der Grundstruktur sind Senkrechte und Waagerechte zu finden.

Monika Rütten ist zudem Glasmalerin, hat Altarräume gestaltet, Aufträge im Bereich Industriedesign gefertigt. Sie ist studierte Di-plom-Designerin, hat ihren Abschluss in Aachen gemacht. Ein Praktikum führte sie nach Linnich zur Glasmalerei Oidtmann. Dort wurde ihr Talent entdeckt. „Da bin ich kleben geblieben“, sagt Rütten lachend. In dieser Zeit reiste sie quer durch Deutschland, schaute sich unzählige Kirchen und Glasmalereien an. In ihrer Examensarbeit gestaltete sie ein Fenster im Westturm des Aachener Doms. Rütten zeigt ein Fotoalbum, schlägt es auf, präsentiert Kirchenfenster der Region, Glasmalereien, aus ihrer Hand entstanden. Darunter ein Fenster von St. Hildegardis in Jülich, ein Friedhofskapellenfenster in Baesweiler-Setterich, St. Peter in Müntz, im evangelischen Gemeindezentrum in Inden oder in der Heinsberger Christuskirche.

Im Gespräch schwärmt sie von Gerhard Richter. Wunderschön sei das von ihm gestaltete Fenster im Kölner Dom. Wenn die Sonne das Licht verändere, entstehe ein Farbentraum im Kircheninnenraum. Monika Rütten: „Das hat was Meditatives, etwas Spirituelles.“ Der Künstler Richter hat sie beeindruckt, auch die Impressionisten haben es ihr angetan. Doch ihre große Liebe gilt Island. Eindrücke aus diesem Land spiegeln sich in den Rissen und rauen Strukturen ihrer Bilder wider. Monika Rüttens Atelier an der Aachener Straße ist nach Absprache unter Telefon 02461/50663 geöffnet.

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