Jülicher Gesellschaft ehrt die Macher des Mahnmals

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Gabriele und Heinz Spelthahn (Mitte) mit Ex-Bundesminister Wolfgang Clement (links) und Ex-NRW-Minister Harry K. Voigtsberger beim Zehnjährigen des Mahnmals auf dem Propst-Bechte-Platz. Foto: Uerlings

Jülich. Das Mahnmal für die ermordeten Juden des Jülicher Landes aus Jülich, Linnich, Aldenhoven, Inden und Titz wurde 2016 15 Jahre alt. Aus diesem Anlass ehrt die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e. V. wichtige Förderer des Mahnmals, das über 250 ermordeten Juden aus Jülich und Umgebung „namhaft macht“.

Der Schirmherr des Mahnmals, Wolfgang Clement wurde bereits 2016 für sein bis heute anhaltendes Engagement geehrt. Träger des Preises für Zivilcourage und Solidarität 2017 der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz werden nun Dr. Peter Nieveler, Heinrich Stommel, August Jagdfeld und Heinz-August Schüssler.

Jeder der Geehrten habe wesentlichen Anteil an der Realisierung des eindrucksvollen Kunstwerks, das in seiner eindringlichen Schlichtheit weit und breit seines gleichen sucht, schreibt die Gesellschaft. Ungewöhnlich: Von der „Geburt“ der Idee im Sommer 1999 bis zur Realisierung im Dezember 2001 vergingen nur gut zwei Jahre. Allein das zeige, wie sehr sich die Macher engagiert haben. Hilda Swalve hatte die Idee, begeisterte 1999 weitere Unterstützer, darunter Gabriele Spelthahn und Friederike Doose, die gemeinsam einen Bürgerantrag stellten, den die Jülicher Politik noch vor der Kommunalwahl 1999 unterstützte. Die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e. V. machte das Mahnmal zu ihrem ersten Projekt, das Ende 2001 erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Preisverleihung findet alljährlich im Rahmen einer Veranstaltung zum Welt-Holocausttag statt. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, 29. Januar, um 17 Uhr in der Jülicher Schlosskapelle. Redebeiträge liefern Schirmherr Wolfgang Clement und der deutsch-israelische Publizist Dr. Rafael Seligmann. Die „15 Jahre Mahnmal“ wird Dr. Peter Nieveler Revue passieren lassen. Aus Anlass des Tages werden auch die Musikfreunde auf ihre Kosten kommen. Zu Beginn wird die „Air“ von Bach von Igor und Swetlana Byaly gespielt. Danach folgt das Thema aus „Schindlers Liste“, vorgetragen von Sofia Schapiro und Rauf Berman. Diese beiden Künstler bringen auch „Scherele“ und das Potpourri „Anatevka“ zu Gehör. Die Veranstaltung klingt musikalisch mit „Yerushalayim“ aus.

Seit 2003 ist die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz alljährlich Trägerin einer Veranstaltung zum Welt-Holocausttag am 27. Januar. Stehen beim Gedenken zum 9. November 1938 die Opfer der Nazi-Diktatur im Vordergrund, will die Begegnung zum 27. Januar den Blick noch mehr in die Zukunft werfen: „Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit, sie muss vielmehr erkämpft, verteidigt und wiederhergestellt werden.“ Gabriele Spelthahn, Vorsitzende der Jülicher Gesellschaft; formuliert es so: „Wir wenden uns mit unserer Arbeit vor allem an die jungen Generationen, die Werte unserer freiheitlichen Grundordnung im Gedenken an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte in die Zukunft zu tragen, damit es nie wieder geschieht.“

In der Veranstaltung zum 27. Januar werden immer auch Schüler(-innen) und Jugendliche aus Nordkreis-Gemeinden geehrt, die sich in Projekten gegen Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt engagiert haben.

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