Jülicher Forscher mit Innovationspreis ausgezeichnet

Von: jan
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Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat bei einer Festveranstaltung in Düsseldorf vier exzellente Forscher mit dem NRW-Innovationspreis ausgezeichnet: v.l. Prof. Dr. Jürgen Wolf, Dr. Georg Schaumann, Prof. Dr. Robert Schlögl und Dr. Stephan Binder. Foto: MIWF/Reiner Zensen

Jülich/Düsseldorf. Viel Zeit zum Feiern haben sich Stephan Binder (32) und Georg Schaumann (34) nicht gegönnt. Am Montagabend sind die Wissenschaftler aus dem Forschungszentrum Jülich mit dem Innovationspreis NRW in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet worden.

Der Innovationspreis gilt als bedeutendste Auszeichnung, die im Land an Forscher verliehen wird. 50.000 Euro haben die beiden Doktoren vom Institut für Bio- und Geowissenschaften erhalten. Am Tag danach waren Binder und Schaumann in Berlin. „Die Nacht war etwas kürzer“, sagte Schaumann. Gespräche mit möglichen Geldgebern standen in der Hauptstadt auf dem Programm. Binder und Schaumann verfeinern ein Verfahren, das sie am Forschungszentrum entwickelt haben. Im kommenden Jahr soll es fertig sein für den Markt. Und dann wollen sie auf eigenen Beinen stehen.

Das NRW-Wissenschaftsministerium begründet den Preis für Binder und Schaumann mit der großen Bedeutung, die ihre Arbeit für die industrielle Biotechnologie habe: „Die beiden Biologen haben ein Verfahren entwickelt, das die Suche nach produktiven Mikroorganismen für die Herstellung wichtiger Nährstoffe oder Pharmazeutika millionenfach beschleunigt.

Durch den Einsatz intrazellulärer Sensoren werden hochproduktive Mikroorganismen zum Leuchten gebracht und können so unter Milliarden anderer identifiziert werden. Das ermöglicht den Unternehmen der industriellen Biotechnologie die schnelle Entwicklung neuer, hochproduktiver Stämme – und kann ihnen große Wettbewerbsvorteile verschaffen. Mikroorganismen produzieren beispielsweise jährlich Millionen von Tonnen Aminosäuren für die Nahrungsmittelindustrie.“ SenseUp haben die zwei Biologen ihr Ausgründungsprojekt genannt.

Schaumann stammt aus Bonn, hat an der RWTH Aachen und der HHU Düsseldorf Biologie studiert, anschließend forschte er von 2008 bis 2010 am Max-Planck-Institut für Struktur- und Entwicklungsbiologie in Tübingen, anschließend wechselte er für seine Doktorarbeit ans Forschungszentrum, seit 2014 arbeitet er dort an SenseUp. An der RWTH lernte er den aus Eschweiler stammenden Binder kennen, der von 2009 bis 2013 am FZJ seine Doktorarbeit geschrieben hat. Seit 2014 arbeitet er mit Schaumann an SenseUp.

„Für echten Fortschritt braucht es Menschen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze bei der Preisverleihung vor über 400 Gästen aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. „Mit dem Innovationspreis ehren wir vier Wissenschaftler, die diesen Mut aufgebracht haben. Sie bringen uns mit ihrer Forschung in Zukunftsfeldern wie Medizin, Energie und Ernährung voran – und stehen damit für die exzellente wissenschaftliche Arbeit in unserem Land.” Schaumann zeigte sich nicht nur erfreut über die Anerkennung, die den Jülicher Forschern zuteil wurde. „Der Preis bedeutet für uns auch viel Öffentlichkeit. Es ist ein großer Vorteil, wenn wir den Investoren die Bilder von der Verleihung zeigen können.“

Neben den Jülicher Forschern wurden Jürgen Wolf (Innovation, Universitätsklinikum Köln) und Robert Schlögl (Ehrenpreis, Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, Mülheim an der Ruhr) ausgezeichnet.

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