Jülicher Fight Club macht Frauen fit

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Der Selbstverteidigungskurs enthält Einheiten vom Boxen und Kickboxen: Trainer Valeri Kippes erklärt, wie es geht. Foto: Mengel-Driefert

Koslar. Selbstverteidigungskurse sind gefragt. Auch Valeri Kippes vom Fight Club Jülich erhielt in den letzten Wochen viele Anfragen. Insbesondere Mütter erkundigten sich nach Kursen für ihre Töchter. Kippes reagierte und bietet nun samstags einen Selbstverteidigungskurs für Frauen und Mädchen im Jülicher Fight Club an.

„Um sich verteidigen zu können, muss zunächst Fitness aufgebaut werden“, sagte Valeri Kippes und stellte klar, dass Selbstverteidigung nicht von heute auf morgen erlernt werden kann. Der Kurs schließe ein Fitnesskonzept ein, enthalte Einheiten zum Boxen, Kickboxen, Bodenkampf-Ringen und Judo. Zirkeleinheiten, diverse Aktivitäten am Sandsack und Partnerübungen runden das Programm ab.

Den Körper zu schulen, zu lernen sich zu wehren und zu verteidigen, sei ein komplexer Ablauf. Crashkurse versprechen zwar, dass es schneller geht – Kippes sieht das kritisch. „Die Leute versuchen, etwas zu verkaufen, was nicht funktionieren kann“, sagte er und erklärte, erst müsse Kraft, Ausdauer und Koordination trainiert werden, bevor es an die Technik gehe. Selbst Profisportler trainierten unentwegt, um reaktionsschnell zu bleiben.

Wer Selbstverteidigung beherrscht, schlägt der nicht gerne mal zu? Kippes sagt: „Nein“. Je länger jemand trainiert, desto disziplinierter wird er, lernt eine Situation zu erkennen, lernt bewusster zu reagieren. Der Trainierte ist selbstsicherer und gerät weniger in Panik. Im Gegenteil könnten Aggressionen durch das Training abgebaut werden.

Damit die Teilnehmerinnen unterschiedliche Angreifer-Reaktionen kennenlernen, arbeitet Valeri Kippes mit den Co-Trainern Barthel Buntenbruch und Dimitrij Tyvonchuk zusammen. Nach einem Tipp gefragt, wie sich Frauen in einer Gefahrensituation schützen können, antwortete er: „Die Frauen sollen laut werden, laut schreien, um Aufmerksamkeit zu erzeugen“.

Das entspricht dem Prinzip der Autoalarmanlage, hilft die Angreifer zu verschrecken. Tyvonchuk empfiehlt Handalarm-Sirenen, die in der Hand gehalten und durch Faustschluss oder Zug aktiviert werden. Von Pfefferspray raten alle drei ab. Die Gefahr sich selber zu schädigen, sei zu groß.

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