Jülich - Jülicher Fans fahren zum Auftaktspiel in die Ukraine

Jülicher Fans fahren zum Auftaktspiel in die Ukraine

Von: hfs.
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Jülich. Nein, so eine richtige EM-Stimmung ist im Jülicher Land noch nicht zu spüren. Hier und da ein vereinzeltes Auto mit der Deutschlandfahne, dort eines, dass die Außenspiegel in Schwarz-Rot-Gold überzogen hat.

„Ich bin eigentlich ein bisschen enttäuscht. Ich hätte mehr erwartet. Aber vielleicht ändert sich dies ja nach dem ersten Spiel unserer National-Mannschaft”, sagt Cornel Cremer, Geschäftsführer des Jülicher Kulturbahnhofs. Dort, wie auch bei der Jülicher Feuerwehr, werden alle Spiele der Deutschen übertragen. Man trifft sich zum Public Viewing.

Live vor Ort das Eröffnungsspiel gegen Portugal erleben wird eine achtköpfige Schlachtenbummlergruppe aus Jülich. Die machte sich am Freitagmittag auf den Weg. „Wir fliegen von Düsseldorf nach Warschau, von dort geht es dann weiter ins ukrainische Städtchen Lemberg.”

Christoph Schiffer ist, genau wie seine Kumpels, etwas aufgeregt. „Nein, nicht wegen des Flugs, sondern wegen der anschließenden Busfahrt.” Nach einer Übernachtung in der polnischen Hauptstadt ging es bereits heute in der Früh in die Ukraine. Man wird, so haben sich die Jülicher erkundigt, rund sieben Stunden unterwegs sein. „Für knapp 350 Kilometer”, lacht der 30-jährige Fußballfan.

Natürlich sind die Fußballfans entsprechend ausgerüstet. Eine große Deutschlandfahne, ein Trikot der National-Mannschaft und der Fan-Schal des Heimatvereins - es sind die Vereinsfarben von Borussia Mönchengladbach und Alemannia Aachen - zeigen, wohin die Reise geht.

„Ins Halbfinale kommen wir ganz sicher. Danach dürfte es schwierig werden. Ich hoffe natürlich auf die Teilnahme am Endspiel.” Doch daran denkt die Gruppe um Christoph Schiffer noch nicht. Zuerst einmal das Spiel in Lemberg erleben, dann geht es auf die Heimreise.

Dass die Gruppe die restlichen Spiele beim „Rudelschauen” mit verfolgen wird, steht fest. Verfolgen können die hiesigen Fans die Spiele auch im KuBa in Jülich. „Natürlich werden wir alle Paarungen der deutschen National-Mannschaft an bieten, darüber hinaus auch das Endspiel”, sagt Cornel Cremer.

Ansonsten läuft die EM während der KuBa-Öffnungszeiten. „Bei Spielen der Löw-Elf öffnen wir natürlich unsere große Halle.” Cremer hofft, dass die Stimmung dann so sein wird wie bei der letzten WM. „Das war schon fantastisch”, sagt der KuBa-Geschäftsführer.

Einen Großbildschirm gibt es auch bei der Jülicher Feuerwehr. „Erstens werden wir natürlich alle Spiele unserer Mannschaft zeigen, auch das Finale. Wir hoffen alle, dass wir im Endspiel stehen.” Zugführer Swen Henseler freut sich mit seinen Mannschaftskameraden auf die Europameisterschaft. „Und auf unsere Fans. Ich hoffe, dass es so toll wird wie bei der letzten Weltmeisterschaft.”

Die Männer im blauen Rock auf der Jülicher Hauptwache haben natürlich für Speis und Trank gesorgt. „Die Stadt hat von uns einen Nutzungsänderungs-Antrag angefordert. Auch den haben wir erfüllt”, sagt Henseler. „Denn aus unserer Fahrzeughalle wird ja während der EM eine Vergnügungsmeile”, lacht der Zugführer.

Ohne Bürokratie kommt eine Fan-Gruppe in Stetternich aus. „Unser EM-Studio steht bereit”, sagt Frank, ein Fußballfan, wie er im Buche steht. Zusammen mit seinen Kumpels Detlef und Frank, sowie den „besseren” Hälften Claudia, Heike und Brigitte wird sich die Gruppe im Wintergarten während der EM einquartieren. Die ganze Clique drückt der Mannschaft von Joachim Löw die Daumen.

Auch der Filialleiter eines großen Jülicher Verbrauchermarkts. In Massen hängen die üblichen EM-Utensilien auf der Stange oder liegen in den Regalen. Noch ist der Absatz sehr schleppend. „Aber das wird sich schlagartig ändern, wenn Schweinsteiger und Co. die Portugiesen geschlagen haben”, hofft der Chef und mit ihm sicherlich auch die Gastronomen in der Herzogstadt.

Denn je mehr Siege Deutschland erringt je mehr Arbeit die Polizei mit Absperrmaßnahmen wegen Autokorsos hat, desto ausgelassener werden die Fans feiern - in der Hoffnung, dass Deutschland endlich unter Jogi Löw einen Titel einfahren wird.
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