Jülicher Erbe der Idealstadtanlage der Renaissance

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Jülich. Förderverein Festung Zitadelle Jülich und Volkshochschule Jülicher Land laden am Sonntag, dem 2. April, zu einem Spaziergang der besonderen Art durch die historisch geprägte Innenstadt Jülichs, das Jülicher Erbe der Idealstadtanlage der Renaissance.

Im Rahmen der Reihe „Geschichte am Sonntag“ erzählt der Vorsitzende des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich, Dr. Rüdiger Urban, die Geschichte des Jülicher Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Oft wird gefragt, wieso die Jülicher Innenstadt seit 1993 unter dem Schutz einer Denkmalbereichssatzung steht.

Jülich wurde doch im Zweiten Weltkrieg 1944 fast vollständig zerstört. Was soll da noch denkmalwürdig sein? Dies ist kein Widerspruch, denn unter Schutz steht das Erscheinungsbild der historisch geprägten Jülicher Innenstadt mit ihrem charakteristischen Wiederaufbaustil.

Historisch geprägt ist die Jülicher Innenstadt innerhalb der ehemaligen Wallstraßen: Schirmerstraße, Schützenstraße, Am Aachener Tor, Bauhofstraße, Poststraße. Innerhalb dieser alten Festungsstraßen wurde nach dem Krieg auf dem fast unverändert überkommenen Stadtgrundriss aus dem 16. Jahrhundert wieder aufgebaut.

Zu betonen ist dabei, dass diese Vorgängerstadt eine ganz besondere war. In Jülich hatte Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg - nach einer verheerenden Feuersbrunst eine Stadt erbauen lassen, die nach völlig neuen Grundsätzen entworfen worden war. Eine Idealstadtanlage der Renaissance - wie sie nördlich der Alpen kein zweites Mal zu finden war.

Die Stadt umgab eine noch heute erkennbare fünfeckige Festungsanlage. Charakteristisch für den Festungsbau dieser Zeit sind die an der Zitadelle noch heute erkennbaren breiten Wälle und Bastionen. Damit galt die Festung am strategisch bedeutsamen Rurübergang als uneinnehmbar. Diese Idealstadtanlage demonstrierte Macht und Kunstsinn des Herzogs, betonte die staatliche Ordnung im Herzogtum und besaß eine optimale Verteidigungsfähigkeit.

Der fast unveränderte 400 Jahre alte Stadtgrundriss war Grundlage des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei diesem Wiederaufbau orientierten sich die Planer zudem an den Vorgaben der herzoglichen Bauordnung für die Festungsstadt. Gleichzeitig haben sie in ihren Bauten Architekturformen aus der Renaissance aufgegriffen. Diese drei Elemente, Stadtgrundriss, Bauordnung und renaissancezeitliche Architekturformen, machen das Erscheinungsbild Jülichs zu einem herausragenden stadtbaugeschichtlichen und kulturhistorischen Dokument des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit.

Die Führung schildert die historischen Zusammenhänge, erläutert die noch erkennbaren Elemente der renaissancezeitlichen Stadtfestung, erklärt den charakteristischen Wiederaufbaustil und zeigt auf, wo dieser durch moderne Bauten gefährdet ist. Zitadelle und Schloss werden nicht besucht.

Treffpunkt ist am 2. April um 11 Uhr an der Pasqualini-Brücke, dem stadtseitigen Eingang der Zitadelle. Es wird eine Gebühr von 5 Euro pro Teilnehmer erhoben. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt, noch sind Plätze frei.

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