Jülicher DRK-Helfer musste in Nepal sehr flexibel sein

Von: Antonius Wolters
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Half zweieinhalb Wochen in Nepal: der Jülicher Rotkreuzler Karl-Philipp Gawel. Foto: Wolters

Jülich. Mit einem Satelliten-Telefon und einer Einsatzkasse in Höhe von 10.000 Dollar in bar „bewaffnet“ machte sich Karl Philipp Gawel am 27. April auf in Richtung Nepal, um dort nach dem schweren Erdbeben für die faire Verteilung der Hilfsgüter zu sorgen, die aus der ganzen Welt auf dem Flughafen in Kathmandu eintrafen.

„Wenn wir helfen wollen, müssen wir autark sein“, begründet der DRK-Helfer aus Jülich die stattliche Barschaft, die beispielsweise für sein Visum und die kurzfristige Anmietung von Lastwagen notwendig war. Er ist inzwischen in die Heimat zurückgekehrt.

Dass der 38-Jährige überhaupt zum Einsatz kam, ist in gewisser Weise auch Zufall, denn er hielt sich zum Zeitpunkt des Bebens gerade nahe der DRK-Zentrale in Berlin auf, die den Polizeibeamten zwei Tage vor dem Flug anrief, der nach seinem Einsatz in Haiti eine längere Familienpause eingelegt hatte. Mit dem Segen von Ehefrau Jessica und der dienstlichen Freistellung zu humanitären Zwecken im Rücken trat Gawel den Flug in das subtropische Land an, das ihn mit Temperaturen um die 30 Grad empfing.

In Kathmandu verschafften sich die Helfer aus aller Welt und vom nepalesischen Roten Kreuz zunächst einen Überblick in Sachen Logistik, Medizin und Wasser/Hygiene, bevor die Hilfsmaschinerie in Gang gesetzt wurde. Das geschah mit dem Flugzeug und durch Rückmeldungen aus allen Teilen des Landes. „Man musste sehr flexibel sein“, gestaltete sich insbesondere die Verteilung der Hilfsgüter an die Menschen sehr schwierig. Sind schon bei normalen Bedingungen Teile des Landes nur sehr schwer zugänglich, komplizierten das Beben und nachfolgende Erdrutsche die Situation zusätzlich.

Lob spendet Gawel nicht nur den Rotkreuz-Kollegen aus Nepal, sondern auch und vor allem der dortigen Armee, mit der die Zusammenarbeit gut funktioniert habe. Viele Transporte waren nur mit Hubschrauber oder Flugzeug möglich, schildert der DRK-Helfer das Problem, „die Sachen zu den Menschen zu bringen“. Auf diese Weise gelangten beispielsweise 250 DRK-Zelte in ein Dorf in der Everest-Region. Den Flug zahlte ein Sherpa, dessen Stamm einen großen Zusammenhalt zeigte, wie Gawel bei einem Besuch feststellte.

Als in der zweiten Woche die Strukturen wieder funktionierten, warf ein starkes Nachbeben die Helfer zurück. „Erdbebengebiet bedeutet Zelt“, lautet die Lehre, die Karl Philipp aus der Naturgewalt zieht. Da habe er „richtig Angst gehabt, wie schon lange nicht mehr“. Jetzt liegt Gawel und dem DRK am Herzen, „dass es auch beim Wiederaufbau Hilfe gibt“.

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