Jülicher Datenbank enttarnt Elfenbeinschmuggel

Von: -vpu-
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Die Elfenbein-Stoßzähne eines prähistorischen Mammuts. Foto: Imago/Hohlfeld
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Markus Boner, Geschäftsführer von Agroisolab in Jülich. Foto: Uerlings

Jülich. Vor einer guten Woche endete die Artenschutzkonferenz in Johannesburg (Südafrika) mit einer eindeutigen Absage: an die Legalisierung des weltweiten Elfenbeinhandels. Einige afrikanische Staaten hatten das gefordert, um einerseits eigene große Lagerbestände selbst zu vermarkten und andererseits dem Schwarzmarkt über sinkende Preise das Wasser abzugraben.

Die Konferenz spielte nicht mit, und damit wird ein ­Instrument aus Jülich künftig stark nachgefragt: eine Elfenbein-Herkunftsdatenbank, die von der Agroisolab GmbH im Gewerbegebiet Königskamp erstellt worden ist. Das hat fünf Jahre gedauert. Nun aber kann online geprüft werden, woher Elfenbein stammt, das gefunden oder beschlagnahmt worden ist.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat die InternetPlattform in Johannesburg vorgestellt (http://ivoryid.org). Sie ermöglicht sowohl die Herkunfts- als auch die Altersbestimmung und wurde von mehreren Ministerien und Einrichtungen auf die Beine gestellt. „Alle Behörden können das Angebot nutzen, um den Handel zu überwachen und eben schwarzgehandeltem Elfenbein einen Riegel vorzuschieben“, sagt Dr. Markus Boner, Geschäftsführer der Agroisolab GmbH aus Jülich. „Das war eine langwierige Arbeit. Damit setzt Deutschland nun ein Zeichen, um den Schmuggel aufzudecken.“

Die Spezialisten aus Jülich mussten Stichproben des gesamten afrikanischen Kontinents erfassen, um mit ihrem Verfahren die Herkunft genau bestimmen zu können. Agroisolab arbeitet mit dem „Fingerabdruck der Natur“, der Isotopen-Analyse. Sehr grob erklärt, wird das Gewicht bestimmter Bestandteile der Atomstruktur ermittelt, das an allen Orten auf der Welt unterschiedlich ist: zum Beispiel von Wasser. So lässt sich exakt feststellen, woher organische Substanzen stammen.

Nun haben die Jülicher „Ermittler“ auch eine wirkliche „Mammutaufgabe“ zu bewältigen. „Mammut-Elfenbein unterliegt nicht den internationalen Handelsbeschränkungen, die sind ja schon ausgestorben“, erklärt Markus Boner einen Trick der Schmuggler. Sie deklarieren Elfenbein aus Wilderei kurzerhand um und behaupten, es stamme von prähistorischen Funden. Das ist zumindest in Afrika unmöglich.

„Mammuts kamen dort gar nicht vor“, sagt Markus Boner. „Wir haben also eine gute Möglichkeit, das zu überprüfen.“ Hier hilft sicher auch die Altersbestimmung, die über das neue Internet-Portal möglich ist. Hierfür zeichnet aber nicht Agroisolab in Jülich verantwortlich, sondern die Uni Regensburg als einer der Mitstreiter bei diesem Gemeinschaftsprojekt.

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