Jülicher Bücherbörse: Manche Schätze sind unverkäuflich

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
14142477.jpg
Auf großes Interesse bei den Geschichtsfreunden der Region stieß auch die 29. Bücherbörse, die der Geschichtsverein Jülich gemeinsam mit dem Museum und dem Förderverein der Stadtbücherei durchführte. Foto: Król

Jülich. Offiziell öffnete die 29. Bücherbörse, die der Jülicher Geschichtsverein in Kooperation mit dem Museum Zitadelle Jülich und dem Förderverein der Stadtbücherei Jülich im PZ des Gymnasiums Zitadelle durchführte, erst um 10.30 Uhr am Sonntagmorgen ihre Tore, doch weit vor dieser Zeit waren schon die ersten „Schnäppchenjäger“ unterwegs.

„Für viele Julica- Sammler ist dies der wichtigste Termin im Jahr“, bestätigte Guido von Büren, Vorsitzender des Geschichtsvereins und freute sich wieder über den regen Zuspruch. 150 bis 200 Geschichtsinteressierte kommen im Durchschnitt und interessant ist zu sehen, dass Geschichte in erster Linie ein Männerthema ist. In der Mehrzahl waren es ältere Herren, die in Publikationen zur Heimatgeschichte stöberten, Grafiken und Postkarten begutachteten oder antiquarische Bücher bewunderten. Doch es gab auch das eine oder andere junge Gesicht und einigen Frauen lag das Thema Heimatgeschichte am Herzen.

Die Angebotspalette, die an den 20 Ständen zu finden war, ist breit. Der Geschichtsverein und regionale Verlage bieten ihre jüngsten Publikationen an, viele Privatpersonen tauschen oder verkaufen Bücher, die sie nicht mehr nutzen wollen oder mehrfach vorhanden sind, aus Nachlässen gibt es ein reiches Angebot und ältere Romane und Sachbücher aus den Beständen der Bücherei bot der Förderverein an. Doch nicht nur für die gedruckte Worte und Bilder kommen die Geschichtsfreunde.

Auch das gesprochene Wort zählt und viele Besucher nutzten diese Gelegenheit zum Gedankenaustausch, Kontakte zu Gleichgesinnten aufzufrischen oder neue Kontakte zu knüpfen. Deshalb ist auch in erster Linie Robert Claßen gekommen, der alte Publikationen und Postkarten tauschte und verkaufte. Doch seinen besonderen Schatz gab er nicht aus der Hand. Es handelte sich dabei um eine Dienstvorschrift der preußischen Armee aus dem Jahre 1864, die sachlich und ohne Pathos Einblick in die Armee dieser Zeit gibt. In diesem Regelwerk wird auch die Unteroffiziersvorschule in Jülich erwähnt und das Buch ist für das Jülicher Museum bestimmt.

Als ehrenamtlicher Mitarbeiter hat er außerdem den Nachlass von Walter von Delius aufgetan und gesichtet, der um 1900 als Ausbilder in Jülich tätig war und viele Fotografien aus dieser Zeit hinterlassen hat. An diesem Tag zeigte er stolz ein Porträt des Herrn von Delius, das ebenfalls ans Museum geht. Gerne nutzt Claßen diese Bücherbörse auch, um auf seine Arbeit für das Dorfarchiv Broich hinzuweisen, denn nach wie vor ist er auf der Suche nach Fotografien und anderen Dingen aus seinem Heimatort.

Professionell sammelt Axel Dingstühler aus Erkelenz. Er hatte als ganz besondere Schätze ein Gesangbuch aus dem Jahre 1840 in Leder gebunden und mit intakter Metallschließe sowie ein kleines Gebetbuch aus dem Jahre 1787 mitgebracht. Darüber hinaus befanden sich in seinem Sortiment weitere antiquarische Bücher wie Auerbachs Deutscher Kinder Kalender von 1912, Postkarten und Totenzettel.

„Überhaupt“, so bemerkte auch Guido von Büren, „das Angebot verschiebt sich immer mehr, von Büchern zu Postkarten und Karten.“ Um nach alten Postkarten zu suchen, ist auch Roland Wittig gekommen. Seit Jahren sammelt er Ansichtskarten aus der Region und ist auf der Suche nach diesen alten Erinnerungsstücken auch viel im Internet unterwegs.

„Die Preise sind fast nicht mehr zu bezahlen“, klagt er. Für eine Postkarte aus Ameln, auf der noch die alte Zuckerfabrik zu sehen ist, wurden schon über 100 Euro verlangt. Hier, so meint er, findet sich noch so manches außergewöhnliche Stück zu bezahlbaren Preisen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert