Jülich - Jülicher Brückenkopf-Park bietet Spannung und Entspannung

Jülicher Brückenkopf-Park bietet Spannung und Entspannung

Von: Christina Diels und Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
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Der „Brückenkopf” bildet viel für Kinder: Neben der Kletterwand gibt es einen Spielplatz und einen Zoo. Foto: Christina Diels

Jülich. Ihren Geheimtipp im Jülicher Brückenkopf-Park verrät Dorothee Esser nicht. Nicht, weil ihn die Parkchefin den Besuchern vorenthalten will. Sie kann sich nicht entscheiden. Diplomatisch sagt sie: „Es kommt drauf an, was man sucht.”

Familien mit Kindern empfiehlt sie den Spielplatz „Kind und Kegel”, Jugendlichen den Hochseilklettergarten und älteren Parkbesuchern einen Nachmittag in aller Stille in einem Themenbereich. Wer sich selbst überzeugen will, ob der Park seine 4 Euro wert ist (Kinder über einen Meter Körpergröße zahlen 1,80 Euro), hier unsere Übersicht:

Bundesligatauglich ist der Kunstrasen auf dem Multifunktionsfeld. Das sagt Hans-Josef Bülles, er ist Stellvertreter von Dorothee Esser. Ob für die erste oder zweite Liga, spielt für die Jugendlichen, die den Platz im Sommer besetzen, keine Rolle. Auch Beachvolleyball- und Basketball-Feld, Minigolf- und Skateranlage sind kostenfrei.

Rehe und Wildschweine, Kaninchen und Vögel: „Der Tierpark im Park ist seit jeher des Jülichers liebstes Kind”, sagt Esser. „Schon in den 30er Jahren gab es hier einen Zoo.” Mehr als 500 Tiere und rund 50 verschiedene Arten beheimatet der Park. Während Raubtiere wie Luchse und Wölfe nur durch die schützenden Gitterstäbe ihres Geheges beobachtet werden können, lädt der Streichelzoo zum Berühren und Füttern der Tiere ein.

Übernachten im Zelt oder Wohnmobil können diejenigen, die einen weiteren Anfahrtsweg haben oder gleich mehrere Tage lang das Freizeitangebot nutzen möchten. Der Jugendzeltplatz bietet vor allem Familien und Schulklassen eine günstige Form des Übernachtens.

Ein großer Wohnmobilstellplatz findet sich am Lindenrondell, unmittelbar neben dem Jugendzeltplatz, dessen Sanitäreinrichtungen mitgenutzt werden können. Jeder Wohnmobilstellplatz verfügt über einen eigenen Wasser- und Stromanschluss.

Currywurst, Fritten und mehr verbreiten ihren Duft im Park. Hinter den Themengärten locken Fast Food und Eiscreme, am Kiosk „Kind und Kegel” gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und andere Süßigkeiten. Leckereien gibt es auch im Zoocafé. Dort hat man zudem einen Blick auf die Tiere. Wer sich für das „schnelle Essen” nicht begeistern kann, ist im Parktreff am Lindenrondell richtig. Dort bestellen die Gäste à la carte.

Kunst begegnet man im Park vor allem in Form von Skulpturen. Auf der Mauer des Stadtgartens sitzt ein Junge und schaut zur Rur, im Tiergehege lauert eine Spinne, und drei Eulen grüßen vor einem Zaun bei den Voiliren. Die Künstler stellen ihre Skulpturen kostenlos aus, und Förderprojekte gibt es - wie etwa die „Kunstfelder” der Euregionale 2008.

Entspannung und Spiel: „Bei den Ruhemöglichkeiten unterscheiden wir uns von manch anderen Freizeitparks”, sagt Dorothee Esser. „Hier wird man nicht bespielt, bei uns spielen die Kinder”, sagt sie.

Während Familien mit kleinen Kindern an vielen Stellen im Park viel Aktionsfeld erwartet, finden Ruhesuchende Plätze, an denen sie den Alltag für einige Stunden hinter sich lassen können. Zwischen der Bastion und dem ruhigen Fes-tungsweiher lädt der „Ort der Stille” zum Verweilen ein.

Napoleon ließ die Rurfestung Brückenkopf von der französischen Armee zwischen 1794 und 1810 errichten. Sie besteht aus zwei Halbbastionen im Süden und Norden sowie einer Vollbastion im Zentrum der Anlage. Rund 900 Meter lang ist die Festung, das Herzstück des Parks.

Klettern in sechs bis acht Metern Höhe erlaubt die Parkordnung all denen, die 1,40 Meter groß sind und die eine Griffhöhe von 1,80 Meter haben. Das Sicherheitskonzept im Hochseilklettergarten schreibt eine Helmpflicht und Bremsen an den Seilrutschen vor. Einzelpersonen können von Mai bis August jeden Sonntag klettern; im März, April, September und Oktober ist es jeder erste und dritte Sonntag im Monat. Für Gruppen ist das Angebot kostenpflichtig.

Open-Air-Veranstaltungen: Hunderte Besucher strömen jedes Jahr zum Feuerwerksfestival „Flammenzauber”, zum Epochenfest oder zu den vielen Konzerten auf der Hauptbühne im Stadtgarten.

Auch dieser Sommer hält noch einige Höhepunkte bereit: Auf der Bühne im Stadtgarten steht am Freitag, 27. August, das Improvisationstheater Springmaus mit dem neuem Programm „Neustart - nur mit Euch”, bevor die „Höhner” am Sonntag, 5. September, den Park rocken. Am Sonntag, 29. August, kann sich der Nachwuchs von 11 bis 18 Uhr beim Kinder-Spiele-Tobe-Tag im Park verausgaben.

In skurrilem Jahrmarkt-Ambiente mit Musik, Theater, Kunstaktionen und Spielen kommt „Balbazar” am 4. und 5. September ans Lindenrondell. Am Mittwoch, 1. September, ist auf der Leinwand des Open-Air-Kinos im Park der Film „Willkommen bei den Sch´tis” zu sehen, am 8. September folgt dann der Hollywood-Klassiker „Frühstück bei Tiffany”.

Planschen und Spielen: Die Kleinsten kommen auch ohne große Veranstaltungen aus. Hinter den Themengärten und dem Apfelquadrat erstreckt sich die bunte Spiellandschaft.

Und auch auf dem großen Spielplatz mit Schaukeln und Rutschen, Kletterwand, Bungee-Trampolin und Kletterturm kommt keine Langeweile auf. Am anderen Ende des Parks, im Stadtgarten, der über die Kirmesbrücke zu erreichen ist, kommen die Kinder am großen Spielturm auf ihre Kosten.

Flora heißt die römische Göttin der Blumen und der Jugend, und im Brückenkopf-Park spielt sie eine besondere Rolle: Denn das Jahr der Landesgartenschau markiert die Geburtsstunde von Jülichs grünem Herzen. 98 Prozent des Geländes sind erhalten. Auch wenn nicht mehr alle vier Wochen die Blumen ausgetauscht werden.

Pädagogen bietet der Park eine Plattform für den außerschulischen Unterricht: 300 Schulklassen und Kindergartengruppen kamen im vergangenen Jahr. Die kleinen Forscher ordnen Lebensmittel in eine Ernährungspyramide ein, schöpfen Papier oder entdecken die Bewohner des Waldbodens.

Apfelquadrat nennen die Jülicher die ruhige Insel inmitten der grünen Wiese im Park. „Wenn ich dort bin und dann die 1000 Kinder beobachte, die hier manchmal spielen, weiß ich, warum ich hier arbeite”, sagt Vize-Park-Chef Hans-Josef Bülles.

Riechen an einer Duftorgel können Besucher gleich hinter dem Eingang am Lindenrondell. Sie versteckt neun verschiedene Düfte von Pfefferminz, Salbei, Rosenholz, Zimt, Zitrone, Nelke, Anis über Bittermandel bis zu Birkenteer. Wer lieber fühlt, spaziert auf dem Barfußpfad und testet, ob er mit Zehen greifen kann. Und wer sein Sehorgan in die Irre führen will, schaut in den Zerrspiegel.

Kanufahren ist eine Attraktion im Park, bei der die ganze Familie auf ihre Kosten kommt. Nicht nur aus sportlicher Sicht lohnt sich eine Fahrt auf dem Festungsweiher, schließlich kann man so große Teile des Bauwerks der napoleonischen Rurfestung von verschiedenen Wasserseiten aus erkunden.

Öffnungszeiten, Tipps und Termine

Der Brückenkopf-Park in der Rurauenstraße 11, 52428 Jülich, info@brueckenkopf-park.de , 02461/9795-0, ist vom 1. März bis 31. Oktober (Hauptsaison) täglich von 9 bis 18 Uhr sowie vom 1. November bis 28. Februar (Nebensaison) täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Erwachsene zahlen 4 Euro, Kinder über 1 Meter 1,80 Euro und Kinder unter 1,80 Meter keinen Eintritt. Familientickets kosten 6 (ein Erwachsener) beziehungsweise 9 Euro.
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