Jülicher Biotechnologen erhalten 2,6 Millionen für Bakterien-Suchmaschine

Von: Antonius Wolters
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Auf sogenannten Flowerplates lassen sich leuchtende Bakterien kultivieren und analysieren. Foto: Forschungszentrum Jülich
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Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel (4.v.l.) überreichte den Förderbescheid an Dr. Georg Schaumann und sein Team der SenseUp GmbH, die nach der Ausgründung im Forschungszentrum neue Labors bezogen hat. Foto: Wolters

Jülich. Das Bundesforschungsministerium unterstützte die Jülicher Biotechnologen Georg Schaumann und Stephan Binder mit einer Anschubfinanzierung von 2,6 Millionen Euro für ihre innovative Sensortechnologie „SenseUp“. Drei Jahre später zündeten die beiden Wissenschaftler nun die zweite Stufe mit Gründung der SenseUp GmbH.

Sie wird mit ihrem zehnköpfigen Team weiterhin am Forschungszentrum Jülich angesiedelt sein. Auch diese zweite Phase im Go-Bio-Prozess unterstützt der Bund mit einem Millionenbetrag: Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel überreichte einen Förderbescheid für drei Jahre über rund 2,3 Millionen Euro. Zusätzlich hat das Start up-Unternehmen weitere Investorengelder in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro eingeworben. Die von der Idee zur Marktreife gebrachte Sensortechnologie soll nun vom Labor- in den industriellen Maßstab gebracht werden.

Bei der Begrüßung verwies FZJ-Vorstand Prof. Harald Bolt auf die hohe Produktivität der Biotechnologie, aus deren Grundlagenforschung Methoden generiert worden seien, die für industrielle Anwendungen weiterentwickelt würden. Bolt gab seiner Freude Ausdruck, dass die Ausgründung eine starke Förderung des Bundes erhalte und knüpfte daran die Hoffnung, dass daraus ein florierendes Unternehmen entsteht.

Prof. Michael Bott, Leiter des Instituts für Bio- und Geowissenschaften, sieht es auch als seine Aufgabe an, Ausgründungen zu unterstützen. Er erinnerte daran, dass Stephan Binder 2009 als Doktorand ans Institut kam und Georg Schaumann ein Jahr später. Zudem hob er die Teamarbeit heraus, die Grundlage für die Ausgründung gewesen sei. Die erste Veröffentlichung datiere von 1996, was zeige, dass ein langer Atem, Engagement und Elan notwendig seien, um aus der wichtigen und notwendigen Grundlagenforschung eine verwertbare Idee zu generieren.

Der Mittelstand von Morgen

Lange Entwicklungszeiten, hoher Finanzbedarf und hohes Risiko in punkto Biotechnologie listete Staatssekretär Rachel; mit Blick auf die Zahl der Start-ups seien das geänderte Rahmenbedingungen. Insofern „lässt diese Ausgründung mein Herz erstrahlen“, sagte Rachel, denn das sei der Mittelstand von Morgen und trage mit zum anstehenden Strukturwandel bei. Insofern sei das eine Erfolgsgeschichte für die SenseUp-Mannschaft, die Stadt Jülich, den Kreis Düren und die Go-Bio-Initiative.

„SenseUp liegt mir sehr am Herzen“, schlug Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs in die gleiche Kerbe. Dass das „sehr innovative Unternehmen“ zunächst im FZJ bleibe, gebe der Stadt Zeit, eine Ansiedlung – beispielsweise auf der Merscher Höhe – vorzubereiten. Fuchs: „Dafür werden wir alles tun.“

Dass es bei einer Unternehmensgründung nicht allein auf wissenschaftliche Expertise ankommt, sondern auch viel Bürokratie und Papierkram im administrativen Bereich zu bewältigen ist, machte Georg Schaumann deutlich. Sehr viele Dinge seien zu regeln und zu entscheiden gewesen, sagte er, der auch von Zeiten zwischen Herausforderung und Götterdämmerung sprach. In diesem Zusammenhang dankte er Institutsleiter Bott für vielfältige Hilfestellungen und seinem starken Team, das klug, fleißig und hoch motiviert arbeite.

„Die Mehrzahl der Gründer ist pleite, bevor es richtig losgeht“, schnitt Schaumann ein weiteres Thema im Ausgründungsprozess an – die Finanzierung des neuen Unternehmens. Hier habe der NRW-Innovationspreis, den Schaumann und der urlaubende Stephan Binder 2016 erhielten, bei der Anwerbung privater Investoren geholfen. Letztlich zum Zuge kamen ein Angebot der Sparkasse Düren und ein Unternehmer aus Jülich, die sich bei der „SenseUp“ GmbH engagieren.

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