Jülich - Jülicher Bauhof zieht Bilanz: 3950 Stunden Winterdienst

Jülicher Bauhof zieht Bilanz: 3950 Stunden Winterdienst

Von: hfs.
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Auch in Zeiten hochmoderner Streutechnik ist der Handdienst beim Jülicher Bauhof immer noch gefragt. Besonders in so schneereichen Wintern wie dem letzten, der gerade erst vorbei ist. Foto: hfs

Jülich. „Ich habe noch keinen Winter erlebt, der so lange gedauert hat“, sagt Markus Danz, seit 19 Jahren Leiter des Jülicher Bauhofes. Und als solcher führt er auch das Einsatzbuch, in dem Schwarz auf Weiß festgehalten ist, wie viele Stunden die Männer vom Bauhof im Winter 2012/2013 im Einsatz waren. Satte 3950 Stunden Winterdienst sind dort festgehalten. Eine Zahl, die den Einsatz im Winter zuvor um fast 80 Prozent übersteigt.

Nein, einen Engpass an Streumittel habe es nicht gegeben. Danz lacht bei dieser Frage. Der Jülicher Bauhof hatte natürlich aus dem Wintereinsatz 2010/2011 gelernt. Wie in anderen Kommunen waren genügend Salz-Reserven angelegt worden. Auch wenn der letzte Winter die Bestände im Lager und den beiden Silos auf dem Gelände des Bauhofes deutlich hat schrumpfen lassen – insgesamt wurden auf dem insgesamt 160 Kilometer langen Straßennetz der Stadt Jülich sowie den Gehwegen insgesamt 490 Tonnen Salz aufgebracht –, ist noch genügend Reserve da. Die lagert in einem Bunker im früheren Bundeswehr-Depot in Gürzenich.

Nach den erheblichen Engpässen im Winter 2010/2011 haben sich der Kreis Düren und die Kommunen dazu entschlossen, neben den örtlichen Lagern an den jeweiligen Bauhofstandorten zusätzlich ein Kreisdepot anzulegen. „In Gürzenich haben wir die Möglichkeit, in insgesamt sechs Bunkern 5000 Tonnen Salz zu lagern. Unsere Reserve im Kreisdepot beläuft sich auf 450 Tonnen“, erklärt Markus Danz und verweist auf einen Termin in der kommenden Woche. Dann treffen sich die kreisweiten Bauhofleiter, beratschlagen darüber, wie viel Nachschub für die kommende Einsatzzeit geordert wird. Der Kreis Düren hat im zurückliegenden Winter insgesamt 1300 Tonnen Salz verbraucht, nicht ganz so viel wie vor zwei Jahren, als 1500 Tonnen nötig waren.

Start am Nikolaustag

Auf das Kreisdepot musste die Stadt Jülich ebenfalls zugreifen. Denn auf dem Geländesitz der Stadtwerke im Koslarer Gewerbegebiet „Steffensrott“ können nur 300 Tonnen gelagert werden. Aufgeteilt in vier Gruppen zu je 14 Leuten standen die Männer rund um die Uhr zur Verfügung. „Am 6. Dezember haben wir unseren ersten Einsatz gefahren, der hielt quasi eine Woche an“, bemerkt Danz mit Blick in das Einsatzbuch, das, wie er nebenbei bemerkt, „Urkundencharakter hat, zum Beispiel bei Gericht vorgelegt werden muss“.

Das frühlingshafte Weihnachtswetter ließ die Männer im Bauhof eine „ruhige“ Kugel schieben. Doch dann kam es knüppeldick. Vom 14. bis 26. Januar gab es sozusagen keine freie Minute. Ebenso war der komplette Februar ausgelastet, weiter ging es am 12. März, als ergiebiger Schneefall und Kälte dafür sorgte, dass vier Tage lang Winterdienst anstand.

Ruhe kehrte erst ab dem 7. März ein. „Da hatten wir mittags 16 Grad plus, ein gutes Zeichen, dass wir mit den Wartungsarbeiten beginnen konnten“, atmeten Danz und seine Mitarbeiter auf. Schließlich müssen zwei Großgeräte und vier Kleingeräte, allesamt für den Winterdienst ausgerüstet, auf Vordermann gebracht werden. Nicht zu vergessen die Kleinfahrzeuge, die zum Beispiel das Streugut auf Gehwegen aufbringen. „Und es wird auch noch per Hand abgestreut – so viel wie nie zuvor“, kennt Danz die Statistik in seinem Urkundenbuch. Die enthält auch eine klare Aussage darüber, wie viele Stunden die Männer und zwei Frauen außerhalb ihrer Dienstzeiten im Einsatz waren. „Das sind fast genau 2000 Stunden gewesen.“

Hintern dem Plan

Dass der lange Wintereinsatz andere vom Bauhof auszuführende Arbeiten hat ruhen lassen, bleibt nicht aus. So konnten Pflegeschnitte an Bäumen, Hecken oder Sträucher nicht wie gewohnt beginnen. Da hinkt man hinter dem „Einsatzplan“ hinterher. Und während die Reparatur- und Wartungsarbeiten an den Einsatzfahrzeugen noch nicht abgeschlossen sind, steht der Rasenschnitt an. Denn die über Nacht hereingebrochenen frühlingshaften Temperaturen lassen die Gräser sprießen. Nicht zu vergessen die umfangreichen Ausbesserungsarbeiten an den Straßen, die erheblich sind.

Relative Leere

Natürlich haben die Mitarbeiter des Kreises Düren mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Im Salzlager der Straßenmeisterei in Stockheim herrscht angesichts der insgesamt aufgebrachten 1300 Tonnen Salz relative Leere. Im Bestand hat man noch knapp 400 Tonnen, so viel, wie im schneearmen Winter 2011/2012 verbraucht wurden. Da die kreiseigenen Reserven im Munitionsdepot in Gürzenich noch rund 900 Tonnen betragen, muss auch der Kreis beim Treffen der Bauhofleiter in der nächsten Woche den Auftragsblock zücken. „Entgegen unserer Erwartungen müssen wir noch in diesem Jahr nachbestellen, um für den kommenden Winter gerüstet zu sein“, sagt Kreissprecher Josef Kreutzer. Bei einer Menge von 1000 Tonnen und einem Preis von zuletzt rund 70 Euro plus Mehrwertsteuer je Tonne Salz kommen da leicht Mehrkosten von über 80.000 Euro alleine auf den Kreis Düren zu.

Probleme bei Nachbestellungen wie vor zwei Jahren wird es nicht mehr geben. Mussten damals für eine Tonne Streusalz Preise von bis zu 120 Euro je Tonne bezahlt werden – teilweise wurde von den Lieferanten Salz aus Ägypten bezogen – kommt das Streugut, das nun nachgeordert wird, aus einem Salzstock in Deutschland.

Probleme, seine Aufgaben und Pflichten zu erfüllen, hatte der Jülicher Bauhof laut Markus Danz in diesem langen Winter allerdings nicht.

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