Jülich - Jülicher Ärzte implantieren kernspin-fähige Schrittmacher

Jülicher Ärzte implantieren kernspin-fähige Schrittmacher

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Für Patienten mit herkömmlichen Schrittmachersystemen ist die Magnetresonanztomografie tabu. MRT-fähige Schrittmacher sind der Schlüssel zur Schichtaufnahme in der „Röhre“. Foto: Imago-Stock
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Dr. med. Klaus Hindrichs, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie (l.), und Oberarzt Dr. med. Mario Meuser, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, mit den MRT-fähigen Schrittmachern. Foto: Erdem

Jülich. Im Jülicher St.-Elisabeth-Krankenhaus bauen der Kardiologe Dr. med. Mario Meuser und Chefchirurg Dr. med. Klaus Hindrichs mit kleinen Schnitten Schranken ab. Diese Schranken verwehren bislang Trägern von Herzschrittmachern den Zugang zur Magnetresonanztomographie (MRT). Das Ärzteteam setzt Patienten nun Herzschrittmacher ein, die MRT-fähig sind.

Patienten mit herkömmlichen Schrittmachersystemen können keine kernspintomographische Untersuchung (MRT = Magnetresonanztomografie) in Anspruch nehmen, weil starke Magnet- und Radiowellen die Funktion der herkömmlichen Herzschrittmacher stören. Durch die Implantation von MRT-fähigen Herzschrittmachern eröffnet sich den Patienten dieses strahlungsfreie Bildgebungsverfahren, bei dem feinste Gewebeschichten sichtbar gemacht werden können.

Die Untersuchungsmethode ist aus der heutigen Diagnostik nicht mehr wegzudenken, vor allem bei der Früherkennung und Behandlung von Schlaganfällen sowie bei Tumorerkrankungen, kommt sie zum Einsatz.

Bei den MRT-fähigen Schrittmachern ist die Gefahr verringert, dass sich die Spitze der Elektroden erhitzt, die im Herzvorhof oder in der Herzkammer verankert sind. Dadurch können Patienten, die den MRT-fähigen Herzschrittmacher neu eingesetzt bekommen, dann auch im Kernspin untersucht werden.

Einen permanenten Schrittmacher implantieren die Fachärzte in der Regel bei der so genannten symptomatischen Bradykardie. Der Patient leidet dabei unter akuten Beschwerden von Bewusstlosigkeit bis Schwindelattacken. Aber auch Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche profitieren von speziellen Schrittmachersystemen. „Zunächst analysieren wir die zugrunde liegenden Herzrhythmusstörungen und die Grunderkrankung sorgfältig in enger Absprache mit der Hausärztin beziehungsweise dem Hausarzt“, erklärt Dr. Meuser.

Ist ein Herzschrittmacher notwendig, wählt der Kardiologe das geeignete Schrittmachersystem und den zu programmierenden Schrittmachermodus für jeden einzelnen Patienten nach internationalen Leitlinien aus. Ziel ist es, das normale Leben des Patienten zu erhalten bzw. weitestgehend wiederherzustellen.

Kleiner Hautschnitt

„Das Einsetzen eines MRT-fähigen Herzschrittmachers geht sehr schnell und dauert meist weniger als eine Stunde“, erklärt Chirurg Dr. Hindrichs. Der Patient erhält eine lokale Betäubung, dann nimmt der Chirurg einen kleinen Hautschnitt vor, meistens unterhalb des rechten Schlüsselbeins. Den Schrittmacher setzt er unter die Haut in die „Hauttasche“ ein. Nun schieben die Ärzte die Elektroden unter röntgenkontrollierter Sicht durch eine Vene bis in das Herz, wo sie im Herzvorhof oder in der Herzkammer verankert werden. Zunächst überprüfen die Fachärzte, ob die Elektroden funktionieren, dann schließen sie sie an den Schrittmacher an.

Der optimal eingestellte Herzschrittmacher arbeitet etwa sechs bis zehn Jahre, bevor die Batterie erschöpft ist. Die Zeitspanne hängt von der Grunderkrankung des Patienten ab.

Die regelmäßig stattfindenden Schrittmacherkontrollen bestimmen sehr genau, wann die Batterie erschöpft ist.

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