Jülich zeigt beim Kulturen-Fest sein internationales Gesicht

Von: Markus Clemens
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Der Marktplatz war voller Menschen beim 4. Fest der Kulturen, zu dem die Stadtverwaltung eingeladen hatte. Foto: Markus Clemens
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Haijun Wang spielte auf der Hulusi, einem alten traditionellen chinesischen Instrument. Foto: Markus Clemens

Jülich. Am Stand des Russisch-Deutschen Vereins „Wurzeln” gab es jede Menge Köstlichkeiten zu probieren. Schwarzbrot mit Speck, gefüllte Eier oder Teigtaschen, die mit Kartoffeln und geröstetem Speck gefüllt waren. Überall auf dem Marktplatz tummelten sich Menschen ungezählter Nationalitäten beim 4. Fest der Kulturen.

Die Stadtverwaltung Jülich organisiert das Fest in jedem zweiten Jahr. „Wir möchten damit das internationale Gesicht unserer Stadt präsentieren”, erklärte Dezernentin Katarina Esser. Nicht zuletzt wegen des Forschungszentrums und der Fachhochschule lebten derzeit Menschen aus 104 Nationen friedlich in der Stadt zusammen. Die Chinesen als größte Gruppe unter ihnen waren selbstverständlich auch mit einem großen Stand dabei.

Das Spiel auf der Hulusi

Die junge Layao Li vom Chinesischen Kulturverein malte kunstvolle Kalligrafien. „Man benutzt einen Pinsel und eine Tuschestange dazu”, erklärte sie den Besuchern. Haijun Wang verzauberte die Gäste auf dem Platz und auf der Bühne mit den Klängen seiner Hulusi, einer Mundorgel, die aber vielmehr an eine Flöte erinnerte.

Für viele Besucher war es ein wenig überraschend, dass ein russischer und ein ukrainischer Stand gleich nebeneinander aufgebaut waren. „Ob das wohl gut geht”, fragte sich einer der Besucher beim Kauf einiger der feilgebotenen Spezialitäten. „Natürlich geht das gut”, sagten Irina Clausen und Irina Schumacher, zwei ukrainische Frauen, die beide Mitglied im Verein „Wurzeln” sind.

Der Verein wurde im Jahr 2010 von russisch sprechenden Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion gegründet. „In unsere Heimat ist zwar Krieg, aber hier in Jülich wollen wir Frieden”, machten beide Frauen klar. „Wir verstehen uns gut mit unseren russischen Freunden, wir sprechen ja auch die gleiche Sprache.” Ein Beispiel für eine gelungene Integration konnten die zahlreichen Besucher auch am Stand des Libanesischen Kulturvereins „Al Sadek” beobachten.

„Den Verein gibt es seit 1999, derzeit wohnen 45 libanesische Familien in Jülich”, sagte Abdallah Kausso. Am Stand gab es Kulinarisches wie leckere Maquali, bestehend aus Auberginen, Zucchini, Kartoffeln und Blumenkohl zu verköstigen. Der interessierte Besucher konnte aber auch erfahren, dass sich die Vereinsmitglieder im Integrationsrat und der Jülicher Kommunalpolitik engagieren.

Dass es aber nicht ausschließlich friedlich zuging, lag am Auftritt der brasilianischen Musik- und Kampfsportgruppe „Capoeira Siao”. Ihre artistische Form des Kampfsportes wurde vor 300 Jahren erfunden, „er ist in Brasilien äußerst populär”, sagten die Atlethen. Instrumentalmusiker, Chöre und Sportler gaben sich auf der großen Bühne den ganzen Tag über die Klinke in die Hand.

Der Kinderchor des chinesischen Vereins „Kleeblattschule” sang, es gab philippinischen Tanz, lateinamerikanische Musik und den Auftritt des rumänischen Akkordeonspielers Constantin. Den Abschluss machte ein Auftritt der Reggae-Formation Conscious Culture. Menschen aus ganz Mittel- und Südamerika, aus Pakistan, Portugal, Italien, aus der Türkei und vielen Ländern mehr präsentierten sich, ihre Küche und Musik beim „4. Fest der Kulturen”.

„Wir sind froh, hier gemeinsam mit allen gemeinsam feiern zu können”, sagten die beiden Ukrainerinnen Irina Schumacher und Irina Clausen. „Und wir möchten weiter an unserer Integration in die deutsche Gesellschaft arbeiten”, beschrieben sie das zentrale Ziel ihres Vereins. „Neue Wurzel sollen wachsen, ohne dass die alten verloren gehen.”

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