Jülich - Jülich wird als Ausweichstadion benannt

Jülich wird als Ausweichstadion benannt

Von: Antonius Wolters
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Ist neben Schwarz-Weiß noch Platz für Schwarz-Gelb? Die Heimstatt von Jülichs „Zehnern“ wird als mögliche Spielstätte der Alemannia aus Aachen auf Tauglichkeit abgeklopft. Foto: Schiffer
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Gert Marx (r.) und Robert Musiol (l.) sahen sich mit Alemannias Sicherheitsberater Guido Müller auch im Kabinentrakt um Foto: Wolters

Jülich. Ist denn der 1. April auf Ende Februar vorgezogen worden, mag sich mancher Fußballfan im Jülicher am Mittwoch gefragt haben, als er die Schlagzeilen las: Drittligist Alemannia Aachen erwägt, in der kommenden Saison ins Jülicher Karl-Knipprath-Stadion auszuweichen.

Ähnlich ging es auch der Stadtspitze und Sportamtsleiter Gert Marx, die ebenfalls aus unserer Zeitung vom Versuchsballon des ehemaligen Bundesligisten erfahren hatten.

Der wird, wie Roman Eisele als Vertreter des Insolvenzverwalters am Mittwochnachmittag bei einem Ortstermin in Jülich erklärte, das Karl-Knipprath-Stadion in den Lizensierungsunterlagen für die dritte Liga, die bis Freitag eingereicht werden müssen, als Ausweichstadion benennen.

Berater in Sicherheitsfragen

Guido Müller, der die Alemannia in Sicherheitsfragen berät, hatte sich zuvor bei einem Rundgang mit Platzwart Robert Musiol und Sportamtsleiter Gert Marx einen ersten Eindruck von den hiesigen Gegebenheiten verschafft. Die muss er mit den Sicherheits-Mindestanforderungen für dritte und vierte Liga abgleichen, die teilweise den Umfang von Handbüchern erreichen.

Aus dem Jülicher Rathaus nahm neben Sportamtsleiter Marx auch Dezernentin Katarina Esser teil, die sich nicht nur wegen der Kälte recht zugeknöpft gab. Es sei noch eine Fülle von Fragen zu klären, ließ sie sich entlocken, und dass die Stadt „für jegliche Gespräche zur Verfügung“ stehe. Zudem bat sie die Alemannia darum, ein Konzept vorzulegen, welche Arbeiten am und im Stadion zu erledigen sind. Über das, was sie Mittwoch gesehen und gehört hat, wird Esser den Fachausschuss informieren, der Donnerstagabend tagt.

Kontakt über Rolf Dieter Mönning

Hergestellt worden war der Kontakt zwischen den Traditionsvereinen aus Kaiser- und Herzogstadt über Carl Nürnberg, 2. Vorsitzender des SC Jülich 1910/97 (SCJ), und Rolf-Dieter Mönning, in Alemannias Insolvenzverfahren als Sachwalter involviert, der die Funktion eines Geschäftsführers ausübt. Mönning war es übrigens auch, der den „Zehnern“ nach deren erster Pleite 1997 wieder auf die Beine geholfen hatte.

„Ich glaube, dass dieser gewiss noch vor wenigen Wochen nicht auszumachende Schulterschluss zwischen unseren Vorzeigevereinen durchaus eine sportpolitische Sensation bedeutet und noch so einige Wellen schlagen könnte“, frohlockte Rechtsanwalt Michael Lingnau, seit 2008 Vorsitzender des SCJ, angesichts der unerwarteten Publizität seines Vereines und seiner fußballerischen Heimat, das Karl-Knipprath-Stadion, benannt nach dem ehemaligen Jülicher Bürgermeister und Ehrenvorsitzenden des Vereins.

Lingnau betonte bei der Begrüßung der Gäste die Bereitschaft seines Vereins, „dem großen Bruder bei der Überwindung seiner Schwierigkeiten die Hand zu reichen“. Vergessen war da offensichtlich der Groll auf die Alemannia, die den „Zehnern“ einen Korb gegeben hatte, als die Jülicher ein Freundschaftsspiel zur verspäteten 100-Jahr-Feier vereinbaren wollten. Eingesprungen ist im Herbst vergangenen Jahres Fortuna Düsseldorf, das als frisch gebackener Bundesligist auf Mittelrheinligist Borussia Freialden­hoven traf. „Der Testlauf hat gezeigt, dass es geht“, sieht Lingnau offenbar wenig Schwierigkeiten, dass die Übergangslösung – gesprochen wurde von einer Saison – gelingen kann.

Legendäre Grenzland-Derbys

Als der SC Jülich 1910 noch Oberliga spielte, kreuzten sich die sportlichen Wege mit der Alemannia noch auf dem Tivoli und im damaligen Rurstadion bei den legendären Grenzland-Derbys, die nicht selten von den Herzogstädtern gewonnen wurden, beispielsweise beim 2:1 am 31. Oktober 1991 auf dem Tivoli. Auch im Heimspiel siegten die „Zehner“ seinerzeit.

Peter Hermann, heute bei den Bayern Co-Trainer von Jupp Heynckes, Werner Bertrams und Dietmar Grabotin sind Beispiele für Spieler und Trainer, die in beiden Klubs tätig waren. Berührungspunkte gibt es also zur Genüge.

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