Jülich will die Schwachstellen aufpolieren

Von: Guido Jansen
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Einige Ladenlokale in der Innenstadt stehen schon seit Jahren leer, moderniesiert worden sind sie nie. Foto: Guido Jansen
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Einige Ladenlokale in der Innenstadt stehen schon seit Jahren leer, moderniesiert worden sind sie nie. Foto: Guido Jansen
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Einige Ladenlokale in der Innenstadt stehen schon seit Jahren leer, moderniesiert worden sind sie nie. Foto: Guido Jansen
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Einige Ladenlokale in der Innenstadt stehen schon seit Jahren leer, moderniesiert worden sind sie nie. Foto: Guido Jansen

Jülich. 44 Geschäfte stehen in der Jülicher Innenstadt leer. Das sind etwa 16 Prozent. So lauten die jüngsten Zahlen, die der Stadtverwaltung vorliegen. Es gab Radiomeldungen, in denen von einem ernsthaften Problem die Rede war, von einer Innenstadt, die zu kippen drohe.

„So schlimm ist das nicht“, sagt Bürgermeister Axel Fuchs. „Aber das Thema Leerstände steht auf der Liste von Dingen, die wir dringend angehen müssen, ganz weit oben.“

Die Leerstände sind eine Frage des Blickwinkels. Beispielsweise aus Richtung des Parkdecks an der Zitadelle. „Das Erste, was der Besucher sieht, der auf dem für die Innenstadt wichtigsten Parkplatz geparkt hat, sind Leerstände“, sagt Ute Werner von der Werbegemeinschaft.

Flaniert er dann über die Kölnstraße, wirkt Jülich wie das blühende Geschäftsleben. „Auf der Kölnstraße steht ein Ladenlokal nie lange leer“, sagt Wolfgang Hommel vom Verein Stadtmarketing. „In anderen Lagen ist das schwieriger.“ Auf der Kleinen Rur-straße gibt es Leerstände, die beinahe schon zum Stadtbild gehören. „Es muss was passieren“, sagt Ulrich Backhausen von der Straßengemeinschaft Kleine Rur-/Grünstraße.

Nach der politischen Sommerpause will Fuchs einen Steuerungskreis neu beleben, den es 2011 kurz gegeben hat. „Damals saßen über 30 Leute an einem Tisch. Das soll jetzt anders werden“, sagt Fuchs. Der Kreis soll kleiner sein. Aus der Verwaltung soll jemand dabei sei, Vertreter der Parteien und der Gewerbetreibenden. Diese Runde soll Ideen entwickeln, wie Jülichs Innenstadt belebt werden kann. Dann soll eine große Runde entscheiden.

Viele Möglichkeiten habe die Stadt nicht, räumt Fuchs ein. Zeitnah wolle er eine Halbtagsstelle mit der Zuständigkeit Leerstände schaffen. Auf der Homepage der Stadt solle eine Seite entstehen, die die freien Ladenlokale auflistet – wenn die Eigentümer denn mitspielen. „Es darf keine Tabus geben, wenn wir über Ideen reden, die die Innenstadt beleben können“, sagt Fuchs.

Ein solches Tabu, das Ulrich Backhausen brechen würde, ist die autofreie Innenstadt. Fakt sei aus seiner Sicht, dass es in der Innenstadt kein Geschäft gebe, in dem Kunden lange verweilen. Vor dem Geschäft parken, reinspringen, kaufen und weiter geht‘s – das sei oft der Anspruch.

Und dem werde die Innenstadt nicht gerecht. „Auch mit lauffaulen Kunden verdient man Geld“, erklärt Backhausen. „Und im Internet gibt es keine Knöllchen“, schildert er ein Argument, dass er aus der Kundschaft häufig höre.

„Viele Vermieter müssen heute flexibel sein. Entweder müssen sie investieren oder zu anderen Konditionen vermieten“, erklärt Hommel, dass ein Mietvertrag über zehn Jahre heute viele Interessenten abschrecke. Das Alter der Besitzer spiele eine Rolle, viele erhielten deswegen kaum noch Kredite für Investitionen.

Bei einigen Besitzern fehle schlicht das Interesse, neu zu vermieten. Backhausen schlägt kurzfristige Mietverträge vor, die Höhe der Miete könne etwa an den Geschäftserfolg des Mieters geknüpft werden. „Die Mieter müssen sich von dem Gedanken freimachen, dass ein Geschäft nach einem Jahr große Gewinne abwirft“, mahnt Fuchs einen langen Atem an.

Eine Frage beschäftigt die Geschäftsleute in der Innenstadt alle: Kommt ein neuer Lebensmittelmarkt, und wenn ja, wohin? Werner und Backhausen sprechen sich für den Walramplatz als Gegenpol zur Kölnstraße aus, der die Besucherströme über den Marktplatz hinaus lenken könnte. Fuchs bleibt Gegner des Walramplatzes. „Egal was. Es muss was passieren“, sagt Werner. „In den vergangenen Jahren ist immer nur geredet worden, ohne dass was passiert ist.“

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