Jülich/Linnich - Jülich und Linnich: Entscheidungen fallen am 27. September

Jülich und Linnich: Entscheidungen fallen am 27. September

Von: -vpu/ojo
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Die Sieger des ersten Durchgangs der Jülicher Bürgermeister-Wahl wünschen sich Glück fürs Stechen in zwei Wochen: Axel Fuchs (parteilos/l.) blieb nur 740 Stimmen hinter Frank Peter Ullrich (SPD/CDU). Foto: Uerlings

Jülich/Linnich. In beiden Städten des Nordkreises gehen die Bürgermeisterwahlen in die Verlängerung: Sowohl in Jülich als auch in Linnich sind am 27. September Stichwahlen erforderlich, nachdem im ersten Durchgang durch die Bank Überraschungen zu verzeichnen waren.

In Jülich hatte war der schwarz-rote Kandidat Frank Peter Ullrich am Sonntag die Nase vorn, trifft nun aber auf den parteilosen Einzelbewerber Axel Fuchs, der den Frontmann der zweitgrößten Jülicher Ratsfraktion (Heinz Frey/Jül), hinter sich ließ. Und in Linnich setzte Sozialdemokratin Marion Schunck-Zenker ein Ausrufezeichen: Sie gewann die erste Runde mit über 20 Prozentpunkten Vorsprung vor Amtsinhaber Wolfgang Witkopp (CDU).

Der Große Sitzungssaal im Neuen Rathaus Jülich war proppevoll, obwohl nicht alle Kandidaten der Präsentation der Ergebnisse beiwohnten. Die zahlreichen Interessierten mussten lange ausharren, denn sie mussten bis zur Auszählung des letzten Briefwahlbezirkes lange warten. Um 20.30 Uhr brandete Applaus auf. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Axel Fuchs die Stichwahl auf jeden Fall erreicht hatte. Den erwarteten Dreikampf mit Fuchs, Heinz Frey und Frank Peter Ullrich gab es tatsächlich, wobei viele dem Jül-Fraktionschef Frey die Herausfordererrolle eher zugetraut hatten. Sie sollten sich täuschen. Der 60-Jährige war zwar in einigen Ortsteilen sehr stark, aber in der Innenstadt gegenüber Ullrich und Fuchs meist dritter Sieger.

„Fast 34 Prozent der Wähler haben mir das Vertrauen ausgesprochen. Ich werde jetzt keine Minute ruhen, um bei der Stichwahl eine Mehrheit insgesamt zu überzeugen und 50 Prozent plus x zu erreichen“, sagte Ullrich (SPD), der von CDU und SPD nominiert ist. Axel Fuchs war überwältigt: „Von 0 in eine Stichwahl – damit muss ich zufrieden sein. Aber jetzt geht die Arbeit weiter. Das wird kein Selbstläufer, aber wir haben die Chance, es zu schaffen.“

Hinter Ullrich, Fuchs und Frey erzielte Einzelbewerber Michael Lingnau das beste Ergebnis, noch vor Jürgen Laufs (Grüne) und Einzelbewerber Sven Reichert.

Sportlich betrachtet war es ein Start-Ziel-Sieg für Marion Schunck-Zenker in Linnich. Die Bürgermeisterkandidaten der SPD ging mit der Auszählung des ersten Wahlbezirks in Führung und gab sie bis zum letzten Briefwahlbezirk nicht mehr ab. Während sie ruhig vorneweg ihre Bahnen zog entwickelte sich hinter ihr ein Dreikampf, aus dem letztlich Amtsinhaber Wolfgang Witkopp als Zweiter anschlug.

Einen bemerkenswerten Achtungserfolg erzielte der unabhängige Einzelbewerber Walter Korbel. Er landete mit nur zwei Prozent Abstand zu Witkopp auf Platz 3 – und damit noch drei Prozent vor dem Viertplatzierten Mark Dremel. Den Kandidaten der PKL hatten viele im Vorfeld der Wahl als heißen Anwärter auf Platz 3 gesehen. Patrick Schunn (FDP) mit 4,6 Prozent blieb etwas hinter den Erwartungen zurück, Pirat Sascha Zuther bildete mit knapp 1,2 Prozent Stimmanteil das Schlusslicht.

Damit wird es in Linnich am 27. September ins Stechen gehen. Herausforderin Marion Schunck-Zenker hat den größeren Kranz an Vorschusslorbeeren. „So deutlich hätte ich das nicht erwartet“, strahlte sie im Rathaussaal, beim Blick auf das Endergebnis mit mehr als 20 Prozentpunkten Vorsprung vor Wolfgang Witkopp. Das sei ein klares Signal der Wähler zu einem Wechsel.

Der amtierende Bürgermeister zeigte sich als fairer Unterlegener des ersten Durchgangs und gratulierte seiner Konkurrentin „zu einem großartigen Wahlsieg“. Entschieden sei die Sache für ihn wohl nicht. „Ich werde versuchen, in den nächsten zwei Wochen meine Argumente stärker herauszuarbeiten.“ Mit entscheidend wird in 14 Tagen sein, zu wem dann die Wähler von Dremel und Korbel tendieren.

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