Jülich - Jülich treibt den Bildungsumbau voran

Jülich treibt den Bildungsumbau voran

Von: Volker Uerlings
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Der auf dem Transparent sichtb
Der auf dem Transparent sichtbare Elternprotest war im Schulausschuss nur kurz zu sehen. Die „Demonstration” wurde unterbunden. Foto: Uerlings

Jülich. Die Stadt Jülich steuert auf die Sekundarschule zu und hält an diesem Kurs zumindest bis zur Befragung der Erziehungsberechtigten fest. Zahlreiche Eltern verfolgten am Montagabend die Beratung im Fachausschuss, nachdem die Stadtelternschaft appelliert hatte, der Diskussion beizuwohnen.

Zu Beginn entrollte eine Frau ein Transparent pro Gesamtschule. Diese Meinungsbekundung war aber nur von kurzer Dauer. Dezernentin Katarina Esser forderte die Dame auf, die Plakate wieder einzupacken, da „Demonstrationen” dieser Art nicht statthaft seien. Die Gesamtschulbefürworterin kam dieser Aufforderung sofort nach.

Eine Reaktion auf ihre Forderung erhielt sie indirekt in der Diskussion. Helma Borowski (SPD) erklärte, dass „wir immer eine Gesamtschule wollten, aber wir kriegen sie nie genehmigt”. Die Sekundarschule sei ja praktisch eine Gesamtschule, allerdings ohne gymnasiale Oberstufe, warf Alfred Hermes (CDU) ein. Weil nun geplant sei, die Sekundarschule mit den Jülicher Gymnasien kooperieren zu lassen, verbinde man praktisch die Vorteile beider Formen.

Eine Diskussion hätte mutmaßlich trotz der Anwesenheit der Eltern nicht stattgefunden, wenn nicht von Seiten der Grünen angeregt worden wäre, die Einführung wegen des hohen Zeitdrucks und offener Fragen (Sitzenbleiber/Interimsunterbringung in Containern) um ein Jahr zu vertagen. Das brachte die politischen Mitstreiter in Rage. Sie erinnerten die Bündnisgrünen Almut Wagner und Emily Willkomm-Laufs an einstimmig gefasste Beschlüsse eines Arbeitskreises, der in den Sommerferien mehrfach getagt hat.

Außerdem konnte Katarina Esser von der Verwaltungsseite den Zeitdruck nicht erkennen: „Es gibt keinen Grund, das anzunehmen.”

Die Erstellung des pädagogischen Konzeptes ist auf dem Weg. Eine Infoveranstaltung für Eltern von Dritt- und Viertklässlern hat es letzten Freitag (wir berichteten) gegeben. Ein Gespräch mit den Schulpflegschaften der Grundschulen sowie von Haupt- und Realschule hat ebenfalls stattgefunden. Die Befragung der Eltern soll noch im November erfolgen. „Und mit dem Elternvotum werden wir umzugehen haben”, erklärte Lambert Schmitz (CDU). Er problematisierte, dass eine Vertagung im Grunde niemandem etwas bringe: „Dann zwingen wir Eltern, den Standort zu verlassen, oder ihre Kinder an Schulen anzumelden, die keinen Bestand haben. Das wollen wir nicht!”

Die Stadt plant, im nächsten Schuljahr zunächst in der Realschule am Aachener Tor auch die Sekundarschule zu gründen. Beide Einrichtungen zögen 2014 ins Schulzentrum Linnicher Straße um. Nachdem Real- und Hauptschule ausgelaufen sind, bleibt die Sekundarschule am Standort - neben der Katholischen Grundschule - übrig.

Von den Räumlichkeiten ist das kein Problem. Das sagte Architekt Hans-Karl Schüßler, der dem Ausschuss den Stand der Sanierungen im Zentrum erläuterte. Man brauche allerdings bald Klarheit, um die Planung in Richtung Sekundarschule anzupassen. Auch die Unterbringung der Musikschule sei möglich, da statt der vorgesehen zwei Schulverwaltungen nur eine benötigt würde.
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