Jülich - Jülich sucht den Kirchberg-Kompromiss

Jülich sucht den Kirchberg-Kompromiss

Von: Volker Uerlings
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Über 1100 Unterschriften hat die Bürgerinitiative gesammelt, die ein 40-Meter-Hochregallager und eine Industriebrücke am Ortseingang Kirchberg ablehnen. Foto: Uerlings

Jülich. Die Ausbaupläne der Carl Eichhorn KG an ihrem Stammsitz in Kirchberg mobilisieren: Der Große Sitzungssaal des Neuen Rathauses in Jülich war am Donnerstagabend brechend voll, als der Planungsausschuss dieses Thema zum zweiten Mal erörterte.

Die Dimensionen des neuen Logistikzentrums inklusive 40-Meter-Hochregallager, Brücke über die Ortseinfahrt und neuen Produktionsmaschinen werden im Dorf sehr kritisch gesehen.

Wie berichtet, hat sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Zukunft Kirchberg“ gegründet, die sich sorgt, dass der Ortseingang künftig der Einfahrt in ein Gewerbegebiet gleicht. Die BI-Mitglieder trugen am Donnerstag im Rathaus größtenteils grüne T-Shirts und erhielt auch Rederecht, nachdem Ausschussvorsitzender Heinz Frey (Jül) vergeblich nach Vertretern des Unternehmens Ausschau gehalten hatte.

Beigeordneter Martin Schulz erklärte Politik und Publikum, dass „Herr Eichhorn das Angebot gemacht hat, die Pläne vor Ort zu besprechen“. Der zweite Mann in der Stadtverwaltung legte auch die Rechtslage grundlegend dar: Es ist noch nichts passiert. Das Unternehmen habe einen Antrag gestellt, der einen Bebauungsplan notwendig mache. Bislang sei noch nicht einmal dessen Aufstellungsbeschluss gefasst worden, der das Signal darstelle, sich grundsätzlich mit der Frage zu befassen.

Sollte es dazu kommen, hat auch die Öffentlichkeit inklusive aller Behörden zwei Mal Gelegenheit, Einwände und Kritik vorzutragen, über die im Ausschuss dann entschieden werden müsse. Mit anderen Worten: Der Startschuss ist noch nicht gefallen. Damit erklärte Schulz auch, warum die Verwaltung noch keine eigene Bewertung und Einordnung der Eichhornschen Pläne vorgenommen hat. Derartige Entscheidungshilfen hatten Marco Maria Emunds (SPD) und Jürgen Laufs (Grüne) in der Vorlage vermisst.

Thomas Filser von der Bürger­initiative trug die Kritik aus dem Dorf vor: „Das Hochregallager zerstört das Orts- und Landschaftsbild. Es wäre drei Mal so hoch wie der Hexenturm.“ Auch die Brücke findet in der BI und dem Stadtteil mehrheitlich wohl keine Zustimmung. Das belegen über 1100 Unterschriften, die von der Initiative gesammelt wurden. Filser weiter: „Es ist nicht so, dass wir etwas gegen eine Betriebserweiterung hätten. Wir sind gesprächsbereit und wollen zu einem Konsens kommen.“

Ein zweiter BI-Sprecher konkretisierte die Sorgen: Wenn ein 40 Meter hohes Lager gebaut werde, hat das Dorf auf lange Sicht keine Zukunft. Dann wird niemand mehr dort hinziehen“.

Die aufgeschlossene Haltung der BI Zukunft Kirchberg lobten alle politischen Seiten. Daher legt der Planungs- Umwelt- und Bauausschuss auch Wert darauf, dass Vertreter der Initiative bei einem Ortstermin dabei sind – wie auch die Öffentlichkeit. Das Gremium wird also das Angebot der Carl Eichhorn KG annehmen. Ein Termin soll Ende September oder zur nächsten Sitzung am 1. Oktober gefunden werden.

Ausschussvorsitzender Frey sagte in Richtung der zahlreichen Kirchberger im Rathaus: „Es geht hier darum, einen Kompromiss zu finden, der die Belange der Firma und Ihre Belange berücksichtigt.“

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