Jülich - Jülich reicht Flüchtlingen die Hand

Jülich reicht Flüchtlingen die Hand

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
9669639.jpg
Berge von Spenden an Kleidung und Spielzeug waren gespendet worden, aus denen die Flüchtlinge auswählen konnten. Foto: Kròl

Jülich. „Wir wollten mehr tun, als nur gegen Pegida demonstrieren. Wir wollten zeigen, dass die Menschen hier willkommen sind und dass wir ihnen die Hand reichen.“ So erklärt Monika Mangels ihr Engagement, das sie gemeinsam mit Tina Rosenbaum an den Tag legte, um ein Willkommensfest für Flüchtlinge in Jülich auszurichten.

In ihrer Heimatstadt Übach Palenberg hatten die Bürger die Flüchtlinge auf diese Weise willkommen geheißen. Das funktionierte auch in Jülich. In und an der Realschule war eine Menge los.

Mangels hatte schnell ihre Freundin für diese Idee gewonnen. Was als kleines Zusammentreffen bei Kaffee und Kuchen geplant war, weitete sich rasch aus. „Es war wie beim Schneeballsystem. Aus einem kleinen Ball wurde eine gewaltige Lawine der Hilfsbereitschaft“, strahlte Tina Rosenbaum. Offene Türen liefen die Organisatorinnen bei der Stadt Jülich ein. Sie stellte die ehemalige Realschule zur Verfügung. Als man beim DRK in Sachen Sanitätsdienst anfragte, sagten die Retter nicht nur spontan zu, sondern versprachen, das Fest mitzugestalten. Sie wollten den Flüchtlingen zeigen, was passiert wenn ein Notfall eintritt, stellten unter anderem einen Rettungswagen vor. Ebenso hielt es die Freiwillige Feuerwehr Jülich, die mit der Drehleiter anrückte.

Auch Bürgermeister Heinrich Stommel sah auf dem Fest vorbei. Mit dabei waren Polizeihauptkommissar Wolfgang Betz und sein Kollege Ralf Duchenne, Polizeikommissar der Bundespolizei Aachen. „Wir sind die ersten, auf die die Flüchtlinge treffen. Wir leisten erste Hilfe mit Essen und Trinken und leiten sie weiter. Viele sind traumatisiert. Wir treffen auf viele allein reisende Jugendliche. Hier wollen wir zeigen, dass wir ihnen helfen wollen, auch wenn wir polizeiliche Maßnahmen durchführen müssen“, erklärten die Bundespolizisten.

Bei Musik und Tanz – diesen Part hatte Virginia Lisken übernommen – wollte man sich näher kommen. Für die Jüngsten gab es ein Spieleangebot. Eine Cafeteria versteht sich von selbst. All dies hatten die Organisatorinnen nur durch die Spendenbereitschaft der Jülicher Bevölkerung auf die Beine stellen können. Das Beste aber war der Spendenraum, fanden Tina Rosenbaum und Monika Mangels. Dort stapelten sich Kleidungsstücke für Erwachsene und Kinder, Spielsachen vom Plüschtier bis zum Fahrrad. Jeder konnte sich nehmen, was er brauchte oder einfach schön fand. „Es ist unglaublich, was sich hier getan hat“, strahlten die Frauen. Neben 35 Helfern und Helferinnen, die sie unterstützten, hatten sich etliche FH-Studenten eingefunden, die als Dolmetscher fungierten. Sie hatten im Vorfeld die Einladungen in sieben Sprachen übersetzt.

Schön war zu sehen, dass neben vielen Flüchtlingsfamilien auch zahlreiche deutsche Familien gekommen waren. „Wir hoffen, dass sich aus diesem Tag etwas mehr entwickelt, vielleicht so eine Art Patenschaft“, meinten die beiden Frauen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert