Jülich - „Jülich-Plan” gegen den Stillstand

„Jülich-Plan” gegen den Stillstand

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
stadtmarketingbu
„Was passiert mit der Jülicher Zitadelle?” fragte schon 1929 der Autor der „Rurblumen” nach dem Abzug der belgischen Besatzungstruppen. Und aus Sicht des Stadtmarketings bleibt das für Wolfgang Hommel, der das historische Blatt in Händen hält, bis heute unbeantwortet. Foto: Uerlings

Jülich. Die Stadt stagniert. Nicht mehr und nicht weniger besagt ein Blick auf die Jülicher Einwohnerzahlen. Nach einer Statistik der Bezirksregierung leben im Vergleich der Jahre 2000 zu 2008 sogar ein paar Menschen weniger im Mittelzentrum im Norden des Kreises Düren. Nämlich 33.342 zu 33.414 (= -72).

Geht doch, könnte man meinen. Aber dieser faktische Stillstand scheint sinnbildlich zu stehen für eine Kommune, in der es gute Ideen und Pläne für fast alles gibt - vom Schwimmtempel bis zum neuen Verwaltungsbau. Aber eben nur theoretisch. Die Umsetzung kann schon mal ein paar Jahre auf sich warten lassen.

Wenn dann auch noch der gefürchtete demographische Wandel mit Wucht zuschlägt, was nur eine Frage der Zeit ist, könnten sich viele Projekte praktisch von selbst erledigen. So weit soll es aber nicht kommen. Zu den vordringlichsten und vornehmsten Aufgaben hat die neue Jülicher Regierung die Professionalisierung des Stadtmarketings erklärt. Zumindest das Ziel teilt der Verein Stadtmarketing.

Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Menge: Einwohnerwerbung, das Angebot von attraktivem und günstigem Bauland für potenzielle Neubürger, die Ansiedlung von Gewerbe und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen stehen sicher an erster Stelle. Eine Stadt lebt aber auch von ihrem Ruf, der auf den harten und den weichen Standortfaktoren beruht.

Ist die Stadt familienfreundlich, ist sie lebenswert, ist sie freizeit- und einkaufstauglich? Das alles hat Jülich auf einem gewissen Niveau zu bieten. Aber all das ist mitunter deutlich verbesserungswürdig, und das sollte sich nicht zufällig ändern, findet nicht nur eine Mehrheit im Stadtrat.

CDU, FDP und Grüne („Jamaika”) wollen zunächst wenigstens einen Anfang, der - wie auch immer - mit dem praktisch nicht vorhandenem finanziellen Spielraum im Haushalt kompatibel ist. In einer Stabsstelle im Rathaus oder in einer städtischen Gesellschaft (der für Stadtentwicklung) soll sich mehr Personal stärker darum bemühen, mit den Pfunden der Stadt zu wuchern. Nach welchem Plan das geschehen mag, ist offen, eine Sympathie für die GmbH-Anbindung zu erkennen.

Der Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing, Wolfgang Hommel: „Die Einschätzung, dass sich etwas ändern muss, teilen wir grundsätzlich. Im Jamaika-Vorschlag sehe ich aber keine Diskussion über Inhalte. Die Kooperation fängt mit den Strukturen an, und das wäre für mich der zweite Schritt.”

Hommel und der Verein wünschen sich einen „Neustart mit allen Beteiligten”. Stadt, Firmen, Industrie, Vereine - alle eben - müssten Ziele formulieren, die geprüft werden und in einen Plan einfließen. „Dieser Plan soll die Stadt mit ihren Potenzialen nach vorn bringen”, sagt Hommel, der als Vorsitzender der Werbegemeinschaft auch die Sorgen der Kaufmannschaft bestens kennt.

Von daher hat er die Initiative ergriffen und schriftlich an einen Antrag erinnert, der im Oktober im Rathaus angekommen ist. Darin wird gefordert, unter Einbeziehung des Vereins Stadtmarketing ein Konzept zu erarbeiten. Ein Grundlagenpapier liegt vor.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert