Jülich - „Jülich macht Schule”: Zwischen Angst und Erfordernis

„Jülich macht Schule”: Zwischen Angst und Erfordernis

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Breit aufgestellt war die Runde, die über die Schullandschaft Jülich diskutierte (v.l.): Moderator Volker Uerlings, Karl-Heinz Kreiner (Gymnasium Zitadelle), Paul Krahe (Realschule), Moderator Prof. Michael Gramm, Bürgermeister Heinrich Stommel, Fred Reinartz (KGS), Helmut Lang (GHS Ruraue) und Cornel Kranen (Stadtelternschaft Jülich). Foto: Kròl

Jülich. Die große Überraschung, die sich vielleicht mancher Besucher des 3. Jülicher Stadtgesprächs zum Thema „Jülich macht Schule” erhofft hatte, blieb aus. Jedenfalls kam von den zahlreich im Schulzentrum vertretenen Ratsmitgliedern kein Zeichen, dass das Gremium in seiner morgigen Sitzung eine andere Entscheidung fällen könnte, als pro Umzug der Realschule an die Linnicher Straße.

Die rund 150 Bürger, die an der von unserem Redakteur Volker Uerlings und seitens des Vereins Stadtmarketing von Prof. Dr. Michael Gramm moderierten Podiumsdiskussion teilnahmen, brachten zwar allerhand nachvollziehbare Argumente gegen den Umzug vor. Doch in die von der Politik befürchtete Meuterei artete es nicht aus.

Vor allem viele Lehrer, Eltern und Schüler der Realschule Jülich waren gekommen, um ihrer Forderung nach dem Verbleib am alten Standort Nachdruck zu verleihen. Dass man einem Umzug sehr kritisch gegenüber steht, bewiesen die Anwesenden immer wieder durch frenetischen Applaus für ihren Protagonisten, Schulleiter Paul Krahe, und heftiger Kritik an der Verwaltung.

Wo denn die angeblichen Investitionen in der Realschule geblieben seien, wollten viele angesichts des maroden Gebäudezustands wissen oder ob die Realschule etwa als „Stiefkind” behandelt wurde.

So kam es jedenfalls der „Auswärtigen” Ulrike Jordal, Vertreterin der Landeselternschaft der Realschulen, vor. Sie befürchtete zudem, dass die Weichen ganz klar für eine „Verbundschule” gestellt würden.

Bürgermeister Heinrich Stommel dementierte jegliche Pläne, auf eine Auflösung der Realschule hin zu arbeiten. Die Gründung einer Gesamtschule sei in Jülich weder vorgesehen noch formal durchsetzbar: „Es gibt weder von der Stadt Jülich noch von anderen Gebietskörperschaften im Nordkreis Anregungen für eine Gesamtschule.” Er verwies nachdrücklich auf den Schulentwicklungsplan, der sinkende Schülerzahlen in Real- und Hauptschule prognostiziere, so dass bis 2015 im Schulzentrum bis zu 24 Räume leer stünden.

„Wir können es dem Bürger nicht verkaufen, dass wir jetzt in einen Standort investieren, der schon in wenigen Jahren seine Existenzberechtigung verloren haben könnte”, stellte Stommel heraus, dass die städtische Schulpolitik von den Entscheidungen auf Landesebene abhänge. Wenn dort demnächst die Abkehr vom dreigliedrigen System erwünscht sei, müsse man dem Rechnung tragen und wäre mit dem Umzug gut vorbereitet.
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