Jülich lockt immer mehr Touristen an

Von: Volker Uerlings
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Die Neubauten am Brückenkopf-Park mit Energieerlebnis-Pavillon (links), Gästehaus (Mitte) und Park-Verwaltung (rechts). Im ersten Jahr wurden 18000 Übernachtungen verzeichnet. Foto: Uerlings
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Jufa-Geschäftsführer Gernot Reitmaier freut sich über das erfolgreiche erste Jahr in Jülich.

Jülich/Nordkreis. Der gesamte Kreis Düren ist im vergangenen Jahr bei Touristen und Geschäftsreisenden so gefragt gewesen wie nie zuvor, und vier Städte haben daran entscheidenden Anteil. Neben den touristischen „Metropolen“ – Heimbach und Nideggen – sind es Jülich und Düren, die mit deutlichen Zuwachsraten bei den Übernachtungszahlen ins Auge stechen.

Das geht aus der Übersicht der Landesstatistiker von IT NRW hervor. Die Herzogstadt hat ihre Werte binnen drei Jahren mehr als vervierfacht: 2012 liegen 12500 Übernachtungen zugrunde. 2013 waren es bereits 43600, und 2014 gibt es eine weitere Steigerung auf fast 50800. In diese Statistik fließen nur Einrichtungen mit mehr als zehn Betten ein.

Die nun vorliegende Bilanz umfasst das erste Jahr des Jufa-Gästehauses am Brückenkopf-Park. Auch dort herrscht Freude, denn die Erwartungen wurden in den ersten zwölf Monaten übertroffen. Die mit öffentlichen Mitteln bezuschusste Einrichtung hatte 17.000 Übernachtungen im vergangenen Jahr angepeilt. Erreicht wurden genau 18.009, wie Jufa-Geschäftsführer Gernot Reitmaier auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte.

„Wir bewerten das sehr positiv, sind zwar noch nicht am Ziel, aber genau im Plan“, fasst der Fachmann zusammen. Jufa betreibt über 40 Einrichtungen in mehreren Ländern und hat seinen Ursprung in Österreich. Das Gästehaus in Jülich ist die erste Jufa-Einrichtung im „Nordwesten“, denn zuvor gab es diesseits der Alpen nur Häuser im Süden.

Reitmaier liefert auf Nachfrage auch einen genaueren Blick auf die Gäste, die am Brückenkopf-Park nächtigen: zu 35 Prozent Familien, zu 21 Prozent Schulklassen, zu 20 Prozent Gruppen und Vereine. Den Rest machen Radtouristen und Geschäftsreisende aus. „Nur im Schulbereich hatten wir etwas höhere Erwartungen. Die könnten im heurigen Jahr aber erfüllt werden, die Vorbuchungen deuten darauf hin“, sagte der Mann aus Salzburg.

Entsprechend wurde die Zielmarke für 2015 auf 21.000 bis 22.000 Übernachtungen hochgeschraubt, zumal nach Angaben des Jufa-Geschäftsführers für den Standort Jülich im laufenden Jahr bereits 14.000 Reservierungen vorliegen.

Dieser Wert steht in direkter Beziehung zur Gästeresonanz, die „sehr positiv ist“ und eben auch dazu führe, dass Besucher „nach Jülich zurückkommen wollen“, so Reitmaier weiter.

Es hat den Anschein, dass hierzulande der Glaube an das eigene touristische Potenzial nicht sehr ausgeprägt ist. Denn während in Jülich Partner aus Österreich einem neuen Beherbergungsbetrieb auf die Beine geholfen haben, waren es in der Eifelstadt Heimbach Niederländer. Auch hier gelang das mit großem Erfolg, denn die Kommune hat mit dem „Resort Eifeler Tor“ und 1000 Betten den Vogel abgeschossen. Die Übernachtungszahlen in Heimbach sind binnen Jahresfrist von rund 119.000 auf über 239.000 geklettert: ein Plus von 101 Prozent!

Das Beispiel Jülich beweist unterdessen, dass touristisches Wachstum nicht zwingend von Bergen und idyllischer Umgebung abhängt. Das Mittelzentrum im Nordkreis hatte nämlich 2014 erstmals mehr Übernachtungen als die (Eifel)-Gemeinde Hürtgenwald. Wachstum gab es übrigens auch in Linnich und Aldenhoven bei Betrieben mit mehr als zehn Betten.

Der Kreis Düren hat unter allen Kreisen an Rhein und Ru(h)r den größten Sprung nach vorn gemacht: mit einem Plus von 33 Prozent und Zuwachs von knapp 399.000 auf gut 530.000 Übernachtungen. Das lässt auch im Kreishaus die Sektkorken knallen – im übertragenen Sinne. Landrat Wolfgang Spelthahn jedenfalls jubelt: „Der Kreis Düren hat den Ausbau der touristischen Infrastruktur mit langem Atem betrieben. Jetzt ernten wir die Früchte.“

Damit meint er nicht nur gesicherte, sondern auch neue Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft, die durch auswärtige Besucher zu erzielen ist. Dafür ist allerdings Voraussetzung, dass die Übernachtungsgäste gleich vor Ort Geld ausgeben. Das war in der Vergangenheit immer eine Schwachstelle im Bereich Brückenkopf-Park/Gästehaus, da die Besucher nur selten in die Innenstadt gelockt werden konnten. Dieses Potenzial muss noch gehoben werden.

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