Jülich bringt mit Ventilwächtern Knöllchensammler zur Raison

Von: hfs.
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Ventilwächter an einem beschl
Ventilwächter an einem beschlagnahmten Auto in Jülich. Foto: hfs.

Jülich. Wenn es um das Bezahlen von Knöllchen oder ausstehenden Abgaben geht, greift die Stadt Jülich zu einem drastischen Mittel. Sie legt das Auto des Schuldners mit so genannten Ventilwächtern still.

„Entweder zahlen oder Versteigerung”, sagt Christian Kravanja, Leiter der Stadtkasse unmissverstädnlich. „Wenn Mahnschreiben nicht wirken, unser Vollziehungsbeamter mehrmals fruchtlos versucht hat, die ausstehenden Beiträge zu kassieren, dann werden wir nun auf diesem Wege versuchen, an unser Geld zu kommen.”

Weil immer mehr Autofahrer ihre Bußgelder nicht zahlen, die Abgabetermine für die fällige Grundsteuer ignorieren, oder aber sonstige der Stadt zugestehende Gebühren nicht zahlen, hat sich die Stadt zu diesem Mittel entschlossen. Die Ventilwächter „werden erst dann wieder entfernt, wenn der Vollziehungsbeamte das Geld kassiert hat”, sagt Kravanja.

So dürfte denn der Besitzer eines jetzt auf der Großen Rurstraße beschlagnahmten Wagens erstaunt gewesen sein, als er mit unübersehbaren grell-gelben Aufklebern an beiden Tür- und auf der Frontscheibe darauf hingewiesen wurde, dass sein Fahrzeug von der Stadtkasse Jülich mit einer Wegfahrsperre stillgelegt wurde.

„Dazu sind wir verpflichtet”, sagt der Beamte, dessen Vollziehungsbeamter nun das zweite Auto aus dem Verkehr gezogen hat. Wird das Fahrzeug nicht innerhalb von einer Frist von einer Woche „freigekauft”, dann lässt das Ordnungsamt den Wagen abschleppen. Und diese Abschleppkosten muss der Halter zahlen. „Und damit wir nicht auf unserem Geld sitzenbleiben, wird das Auto kurzfristig versteigert.”

Christian Kravanja betont ausdrücklich, dass diese Zwangsmaßnahme nur dann angewandt wird, „wenn die Säumnisschuld den Aufwand auch rechtfertigt.” Sollte der Autobesitzer trotzdem mit dem beschlagnahmten Fahrzeug fahren, sind nach rund 150 Meter Fahrstrecke beide Reifen platt, dass Auto ist nicht mehr verkehrstüchtig.

Erfahrungen, auf diesem Wege säumige Schuldner zur Zahlung zu bringen, hat die Stadt Düren schon seit knapp fünf Jahren. In über 90 Prozent der Fälle wurde in der Kreisstadt prompt der eingeforderte Betrag bezahlt.
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