Jülich auf dem Weg zur „Solar-City“

Von: Guido Jansen
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Spieglein, Spieglein: Das Heliostatfeld besteht aus vielen Reflektoren, die das abstrahlende Sonnenlicht auf einen Punkt bündeln können. Foto: Jansen
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Im vergangenen Jahr war Baubeginn für die künstliche Sonne. Auf der Fläche dahinter könnte der Solar-Campus entstehen.

Jülich. Die künstliche Sonne soll eine Blaupause sein für weitere große Projekte, die das Solar-Institut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Köln in Jülich in Angriff nimmt. Das hat Prof. Bernhard Hoffschmidt, der Direktor des Solar-Instituts, erklärt.

Anfang nächsten Jahres soll die größte künstliche Sonne der Welt, die gerade neben dem Technologiezentrum (TZJ) fertigstellt wird, eingeschaltet werden.

Eine weitere Sonne plant das DLR nicht. Das 7-Millionen-Euro-Projekt soll allerdings in Sachen Finanzierung eine Blaupause sein für das weitere Wachstum, das das DLR in Jülich vorantreiben will. Das Gebäude der künstlichen Sonne hat das TZJ gebaut, das DLR hat eine langfristige Mietzusage gemacht und dort den Hochleistungsstrahler für die Wissenschaft eingebaut, der über 3500 Grad Hitze erzeugen kann, wenn alle Strahler auf einen Punkt gebündelt werden.

Das Finanzierungsmodell, dass das TZJ das Gebäude baut und die Wissenschaft dort als langfristiger Mieter einzieht, sei auch für das schon länger angedachte Projekt Solar Campus Jülich denkbar, betonte Hoffschmidt. „Wir lernen gerade an der künstlichen Sonne, wie eine Zusammenarbeit aussehen kann“, sagte er.

Vor drei Jahren hatte Hoffschmidt das Vorhaben auch schon einmal im Jülicher Rat vorgestellt. So war geplant, neben dem DLR noch andere Forschungseinrichtungen aus dem Solar-Bereich dort anzusiedeln, das Forschungszentrum sei vorstellbar, die FH sowie die RWTH Aachen. Vorangetrieben worden ist das Campus-Projekt bisher nicht. „Wir schauen erst, dass die künstliche Sonne hier gut anläuft, dann gehen wir wieder in die Planungen für den Solar-Campus“, erklärte Hoffschmidt, dass sich die Reihenfolge verschoben habe.

Bis zu 100 Arbeitsplätze

Das Grundstück für den Solar-Campus sei vorgemerkt, aber nicht reserviert. „Die Stadt hält das für uns zumindest so fest, dass sie uns darauf hinweisen, wenn es andere Interessenten gibt“, sagte Hoffschmidt. Das Grundstück liegt zwischen der neuen Sonnen-Halle und dem Solarturm. Bis zu 100 Arbeitsplätze könnten dort entstehen, wenn die anderen Forschungseinrichtungen mitziehen.

„Wir generieren in Jülich Wachstum“, schilderte Hoffschmidt weiter. „Man muss sich nur anschauen, was jetzt schon rund um den Solarturm herum entstanden ist. Von den 35 DLR-Mitarbeitern, die jetzt in Jülich arbeiten, war vor fünf Jahren noch keiner da. Alle Stellen sind neu geschaffen worden.“ Damit ist Jülich mittlerweile der zweitgrößte Standort des Solarinstituts. „Wir sind in Jülich mit einem echten Eigenleben angekommen.“

Das Expandieren soll weitergehen. Denn neben dem TZJ hat das DLR mittlerweile auch in der benachbarten Hightech-Mall Räume bezogen, die der Vermögensverwaltungsgesellschaft Düren gehören und vom TZJ verwaltet werden. „Das TZJ hat uns bei unserem Wachstum in Jülich enorm geholfen“, sagte Hoffschmidt. „Wir können uns vorstellen, den Standort weiter auszubauen.“ Wenn die künstliche Sonne leuchtet, dann sollen die Gespräche mit den anderen Forschungseinrichtungen wieder aufgenommen werden.

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