Jedes Pferd hat ein Talent für Zirzensik

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
pferdeschulebu
Zirzensische Lektionen werden im Friesenhof präsentiert: Das Steigen eines Pferdes ist für den Reiter eine Herausforderung. Foto: Jagodzinska

Glimbach. „Hobby und Leben sind eins”, sagt „Friesenpapst” Günther Fröhlich, der mit seiner Frau Susanne und den Trainerinnen Evylin Schmitz-Karrer, Sylvia Ortmanns und Nadine Herschel das Ausbildungsteam des Friesengestüts Glimbach verkörpert.

Erschrocken darüber, „wie wenig Fachkompetenz und Feingefühl im Umgang mit Pferden zu finden ist”, entwickelte der 64-jährige „Visionär” die „neue effektive Pferdeschule” für alle Pferderassen.

Aus langjähriger Erfahrung im Sport- und Freizeitbereich sowie in internationalen Shows und Tourneen entstand die „sanfte Schule mit Gefühl”.

Sie basiert auf der guten Kommunikation zwischen Mensch und Tier, stärkt Geist und Muskelkraft des Pferdes und schenkt dem Besitzer Freude im Umgang mit seinem Pferd.

Begabte Lehrlinge

„Ohne sie zu vergewaltigen”, haben Pferde von Natur aus Potenzial, die Zirzensik zu erlernen. Schon nach dreimonatiger Ausbildung zeigen vierjährige Friesenhengste wie Salomon oder Günni, die das erste Mal einem Publikum vorgeführt werden, mit Hinterhandhilfen vom Boden aus und stimmlichen Rhythmusvorgaben den spanischen Schritt oder die Piaffe.

Die Steigerung zur Perfektion präsentieren Friesen wie der siebenjährige Chagall mit Reiterin - die Piaffe, die sich zur Passage weiter entwickelt, die Reverenz (das Verbeugen), Liegen, Sitzen, Steigen und die Courbette (Laufen auf den Hinterbeinen). Eine Herausforderung für die Reiterin, die hauptsächlich mit den Beinen am Pferd Halt findet.

Zudem zeigt Chagall als einziger Friese die höchste Kunst der „Hohen Schule”, die korrekte Kapriole, aus dem perfekten Zusammenspiel von Pferd und zwei Trainerinnen.

Beginnend mit der Piaffe, steigt das Pferd nach oben und schlägt kräftig mit der Hinterhand aus, es befindet sich kurzzeitig waagerecht in der Luft.

Bei der Vorführung im Friesengestüt tritt Fröhlich den Beweis an, dass alle Pferde diese zirzensischen Lektionen erlernen können, wenn sie es denn wollen. Haflinger, Menorquins und zehn Miniponys, unter ihnen Shettys und Minishettys, Curlys und Pottocks, zeigten ihre beeindruckenden Künste, vorgeführt vom Reiternachwuchs.

Ein gutes Zeichen

Die Dressurarbeit wird im Glimbacher Gestüt, das sich der Aus- und Fortbildung von Pferden und Besitzern gewidmet hat, zunächst in effektiver Bodenarbeit geleistet.

An der Doppellonge und am langen Zügel werden Durchlässigkeit, Gymnastik, Gleichgewicht und Takt trainiert, damit die Pferde ohne das Gewicht des Reiters ihre Balance finden und Vertrauen aufbauen können.

Der dichte Schaum im Maul des Pferdes ist ein gutes Zeichen für seine konzentrierte Mitarbeit, unübersehbar bei der Demonstration durch den Chef. Neu ist zudem die Doppellongenarbeit vom kutschenähnlichen Sportgeräte iX-Chaise aus, an dessen Entwicklung Fröhlich beteiligt ist.

Es handelt sich hierbei um eine Kombination von Einzelradaufhängung, Federungssystem und individuell anpassbaren Scherbäumen, die die Seitenstränge verschwinden lassen und dem Pferd Freiheit geben. Für Gleichgewicht und Entlastung des Pferderückens sorgt eine Sulkykonstruktion.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert