Jülicher Land - Jeder Fünfte im Jülicher Land stimmt per Brief ab

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Jeder Fünfte im Jülicher Land stimmt per Brief ab

Von: Volker Uerlings und Antonius Wolters
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Das Wahl-Beispiel Jülich: Grau-weiß ist der Stimmzettel für die Europawahl (unten), rosa der für den Kreistag, hellgrün der für den Stadtrat. Und die ausländischen Einwohner der Herzogstadt wählen den Integrationsrat (orange). Foto: Uerlings

Jülicher Land. Der 25. Mai könnte ein „Super-Wahlsonntag“ werden – theoretisch. Gemessen an der Zahl der Stimmen, die den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen, ist er es auf jeden Fall. Europaparlament, Kreistag, Gemeinde- oder Stadtrat sind nämlich überall zu besetzen. In Jülich wird zudem der Integrationsrat gewählt, in Titz der Bürgermeister.

Ob Wahlbeteiligung und Ergebnisse „super“ ausfallen, ist abzuwarten und hängt sicher stark von der individuellen politischen Haltung ab. Ein Gratmesser für das Interesse ist der Anteil der Briefwähler(-innen): Im Jülicher Land ist das Bild uneinheitlich. Im Titzer, Jülicher Aldenhovener und Indener Rathaus gingen bislang schon deutlich mehr Briefwahlanträge ein, in Linnich sind es eher weniger.

Zwölf Mitarbeiter in zwei Schichten sind im Jülicher Rathaus mit den Vorbereitungen und den Briefwahlunterlagen beschäftigt. „Das ist schon viel“, sagt Stefan Mersch vom Wahlamt. Von den 26 816 Wahlberechtigten in der Herzogstadt haben 17,5 Prozent Briefwahlunterlagen angefordert: 4690 und damit schon über 700 mehr als 2009. Ob seiner Größe ist auch der Wahltag selbst in Jülich eine logistische Herausforderungen. 33 Wahlvorstände mussten mit 264 Helfern besetzt werden. Das ist fast gelungen. „Zehn fehlen noch, aber wir haben ja noch ein paar Tage“, gibt sich Mersch optimistisch.

In Titz war am Montag die Not noch groß, weil einige Wahlvorstände nicht vollständig besetzt waren. Einen Tag später sieht die Welt schon besser aus. Beigeordneter Christian Canzler: „Jetzt fehlen nur noch drei oder vier.“ 161 sind notwendig.

Die Flächengemeinde registriert bislang den größten Briefwähleranteil im Nordkreis: mit 19 Prozent von knapp 7000 Wahlberechtigten bei den Kommunalwahlen. Rund 800 davon haben ihre Stimmen auch schon abgegeben. Canzler: „Wir sehen einen Trend zur Briefwahl. 2009 waren es insgesamt 16,4 Prozent.“ Und jetzt eben schon mehr.

In Titz gibt es bekanntlich die Besonderheit, dass auch der Bürgermeister gewählt wird. Amtsinhaber Jürgen Frantzen (CDU) und Herausforderer Fred Schüller (SPD) bewerben sich. Sie müssen am Sonntag besonders lange warten, denn die Auszählungsreihenfolge ist überall gleich: zuerst die Europawahl, dann der Kreistag, der Stadtrat, danach werden die Bürgermeister-Stimmen gezählt. Die Bewerber brauchen Geduld, denn das könnte bis 21 oder 22 Uhr dauern.

Vorstände werden eingewiesen

In der Stadt Linnich scheint es laut Markus Clemens (Wahlamt) derzeit weniger Interesse an den Urnengängen am 25. Mai zu geben – im Vergleich zu Bundestags- und Landtagswahlen, als deutlich über 2000 Briefwahlanträge gestellt wurden. Für die Kreistags- und Stadtrats-Urnengänge jetzt waren es gestern 1644 – bei 10 645 Wahlberechtigten. Das sind 15,4 Prozent. Clemens will die Wahlvorstände am Freitag einweisen. 192 Helferinnen und Helfer in 24 Ausschüssen waren notwendig und sind in Linnich auch komplett. „Grundsätzlich gilt: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“, will Clemens den Stimmenzählern mit auf den Weg geben.

In Aldenhoven wird in neuer Briefwahl-Rekord bei Kommunalwahlen aufgestellt. Nach Angaben vonFranz-Josef Krieger, der im Rathaus für Wahlangelegenheiten zuständig ist, sind dort bis gestern 2111 Anträge für die Zusendung von Briefwahlunterlagen eingegangen, das entspricht einem Anteil von 19,5 Prozent. Bei der Kommunalwahl 2009 hatte der Briefwähleranteil demgegenüber 18,3 Prozent betragen. Getoppt wurde dieses Ergebnis allerdings bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr, als im Aldenhovener Wahlamt sarre 27,6 Prozent Briefwähler registriert wurden.

Briefkasten wird zur Wahlurne

Eine vergleichbare Tendenz vermeldet Heinrich Unterberger aus dem Wahlamt der Gemeinde Inden. Dort hatten bis gestern Mittag 1125 Bürger bei der Kommunalwahl die Stimmabgabe per Brief beantragt – das entspricht einem Anteil von 18,9 Prozent. „Das sind gut 300 mehr als bei der Kommunalwahl 2009“, ergänzt Unterberger, der für damals einen Anteil der Briefwähler von 14,9 Prozent errechnet. Der stellvertretende Verwaltungschef arbeit derzeit überdies daran, für Sonntag die Wahlvorstände zusammenzubekommen. „Ich arbeite daran, dass am Sonntag 105 Wahlhelfer am Start sind“, lässt er sich auch durch die jüngsten Absagen nicht aus der Ruhe bringen. Die sollten auch die Stimmenzähler mitbringen, die bei der Wahl im Einsatz sind.

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