Jülich - Jeder Basar lindert ein wenig die Not

Jeder Basar lindert ein wenig die Not

Von: ptj
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Fröhlicher Gesang begrüßt die Besucher zum 45. Weihnachtsbazar der Jülicher Terre des Hommes-Gruppe. Gitarrist ist der Dürener Ralph Jung. Foto: Jagodzinska

Jülich. Gitarrenklänge und fröhlicher Gesang begrüßten die Besucher des 45. Weihnachtsbasars der Jülicher Arbeitsgruppe der Hilfsorganisation Terre des Hommes. Gitarrist Ralph Jung aus Düren hatte auf seiner musikalischen Aufmunterungstour durch verschiedene Tagespflegeeinrichtungen im Foyer des Alten Rathauses einen Zwischenstopp eingelegt.

Jeder musikalische Besucher stieg sogleich in sein vorbereitetes Volks- und Weihnachtsliederrepertoire mit ein. Der Weihnachtsbasar ging erstmalig am 6. Dezember 1969 in einem Hausflur in der Kölnstraße an den Start. Ein Artikel in unserer Zeitung bewarb am Freitag, 10. Oktober 1969, die Mitarbeit für den Basar, der „Kindern in größter Not“ zugute kommt, damals vor allem den Kindern im biafranischen Kinderdorf Libreville/Gabun.

Nach dem erfolgreichen Osterbasar der Terre des Hommes-Gruppe, der damals über 3000 DM eingebracht hatte, plante die Hilfsgemeinschaft mit Hilfe privater Bastler auf eigene Kosten erstmalig einen Weihnachtsbasar. Die zweite Auflage fand im ehemaligen „Seifenplatz“ statt. Ab 1971 bauten die Terre des Hommes-Mitarbeiter ihre Basare im Foyer des Alten Rathauses auf.

„Wir sind in 32 Ländern und unterstütz(t)en 400 Projekte langfristig. Da wird ein Weg sichtbar, wo Terre des Hommes tätig wird“, betonte Vorsitzender Lorenz Köhnen auf Anfrage. Langfristig bedeute, „bis ein Ziel erkennbar“ sei. Für Mitarbeiterin Barbara Kohlmetz-Krott war das Projekt „Die kleinen Menschen“, nämlich die Straßenkinder in Cusco/Peru, „das beste Beispiel“: „Die Kinder haben eine Bäckerei aufgebaut, wo sie sich und andere jeden Tag mit Brot versorgen.“ Hiervon hatte sich Inge Geisler während ihres Urlaubs vor Ort überzeugt und zeigte sich sehr angetan.

Mit ihrem aktuellen Basar-Erlös unterstützt die Terre des Hommes-Gruppe vor allem zwei Projekte in Sambia: Das erste widmet sich Kindern „im Schatten von Aids“, Projektpartner ist die Community Youth Concern (CYC) in Sambia. Während die Lebenserwartung in Deutschland 80,4 Jahre beträgt, lebt ein Mensch in Sambia rund 49 Jahre. 42 Prozent der Bevölkerung haben keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser, 120.000 Kinder sind HIV-infiziert. Weitere 690.000 Kinder sind Aids-Waisen.

Projektziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen besonders von Aids-Waisen, HIV-infizierten und arbeitenden Kindern: Sie werden betreut und schulisch ausgebildet, bekommen eine Unterkunft, täglich eine nahrhafte Mahlzeit und Zugang zu sauberem Trinkwasser. Opfern von Gewalt wird Hilfe zuteil.

Das zweite Projekt kommt im sambischen Mufulira zum Tragen, wo die Mopani-Kupfermine allein 140.000 Tonnen Schwefeldioxid jährlich in die Luft bläst. Sie sorgt für „brennende Luft, ausgelaugte Böden und die eklatante Missachtung der ökologischen Rechte von Kindern“.

Wunderschöne Gestecke

Der Weihnachtsbasar war in der oberen Etage aufgebaut und lud zum Kauf wunderschöner Gestecke und Adventskränze, selbst gebastelter Kalender und Christbaumschmuck, selbst gekochter Marmeladen, fair gehandelter Produkte, Strickwaren und vielem mehr ein. Nettes Detail am Rande: Als der 45. Besucher die Treppe zum Basar hinaufstieg, klingelte ein Glöckchen und die glückliche Dame durfte in einen großen Sack greifen und ein Geschenk hinausangeln.

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