Jecke übernehmen in den Rathäusern das Regiment

Von: ptj/kr./tm/ul/ng
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Sturm auf Jülicher Rathaus: Das Kinderdreigestirn der Stadt Jülich (Bild) übernahm den Schlüssel aus der Hand von Bürgermeister Heinrich Stommel. Foto: Lottner

Jülicher Land. Punkt 11.11 Uhr setzten sich am Donnerstag die Narren in Marsch. Im Jülicher Rathaus wurde der Sturm als Brandschutzübung getarnt - Motto: „Im Rathaus schallts Tatütata, für Brandschutz ist kein Geld mehr da. Bürgermeister Heinrich Stommel, nahm es gelassen und übergab den Schlüssel an das Kinderdreigestirn der Stadt Jülich.

Gelöscht wurde der Durst erstmals auch mit Sekt. Ein abwechslungsreiches Programm boten die Karnevalsgesellschaften, darunter die KG Bärmer Sandhasen, die KG Strohmänner Jülich-Selgersdorf oder die KG Maiblömche Lich-Steinstraß.

Die traditionelle Rathauserstürmung findet nach wie vor bei den Jülichern großen Anklang. „Wir kommen jedes Jahr her. Erstmal allein, später dürfen auch unsere Männer nachkommen, erzählte eine Frauengruppe.

In Linnich versuchten der stellvertretende Bürgermeister Manfred Neukirchen und der Beigeordnete Hans Josef Korsten zu zweit verzweifelt, das Rathaus als Narren-freie Zone zu erhalten. Doch der Übermacht waren sie nicht gewachsen. Mutig entriss Willibert Maaßen von der KG Gevenicher Jecke den beiden den Schlüssel.

Grüße schickte Manfred Neukirchen auch an den erkrankten Bürgermeister Wolfgang Witkopp und gab in seinem Sinne ein neues Motto bekannt: „Hauptsache, et Hätz is jesongk.” Und dann boten die Karnevalsvereine des Stadtgebiets ein buntes Programm.

In Aldenhoven gab sich Bürgermeister Lothar Tertel schnell geschlagen und gab den Schlüssel an Maomi Buder und Martina Gieß von der KG Turmschwalben ab. „Ich hätte gern die Fensterscheiben renoviert,” lachte Tertel und appellierte, auch an den tollen Tagen Hochprozentiges nur verantwortungsvoll zu genießen.

In Inden wurde der Ansturm bedingt durch dichtes Schneetreiben etwas schwach vorgetragen, doch auch Bürgermeister Ulrich Schuster kapitulierte. „Wäre sie ein Mann, wäre er ein Prinzessinnen-Verführer”, bewies der gebürtige Westfale Humor, als Herbert Schlächter, stellvertretender Bürgermeister, die Prinzenführerin von Prinzessin Karin I. von der KG Lostige Jonge Inden/Altdorf begrüßte.

„Ulrich, dies kommt dir aber galant über die Lippen”, lobte Schlächter, „denn bis vor zwei Jahren wusstest du noch nicht, ob es hier Alaaf oder Helau heißt.”

Karin I. hatte ebenso ihr Gefolge mitgebracht wie die KG der Frenzer Burgnarren mit Prinzenpaar Uschi I. und Manni I. Bei der Erstürmung auch dabei das Prinzenpaar Cynthia I. und Mark II. von der KG Echte Fröngde Lamersdorf.

Sie erhielten den Rathausschlüssel. „Drinnen gibt es außer Getränken nichts zu holen”, meinte Schuster. Er gab sich aber erst geschlagen, als er von Cynthia I. mit einem Bützchen bedacht worden war.

In Titz klagte Bürgermeister Jürgen Frantzen vor der Schlüsselübergabe im Sträflingskostüm über die Last des Amtes: „Ich hab´s schwer in diesen Tagen, / zu lösen die allerschwersten Fragen, / auch der Haushalt der Gemeinde Titz / wird immer mehr zum schlechten Witz.”

Sodann reimte er über Kommunalwahlschock, Regenwassergebühr und Kreisumlage, bsi er schließlich um Erlösung flehte: „Bevor ich werd´ zum Moralisten,/ aus der Trübsal befreien mich die Karnevalisten.”

Das taten die Frauengemeinschaften aus Ameln und Titz. Erstere hatte das Titzer Grundgesetz umgeschrieben, letztere ebenfalls eine Rede gereimt für den „lieben Kerl mit dem Herz auf dem rechten Fleck”. Aber hieß es dann: „Auch wenn ihr schöner Name lautet Frantzen, lassen wir uns noch lange net op de Nas rum danzen”.

Tanzend und singend präsentierte sich das Ophertener Dreigestirn, bevor das Rödinger Prinzenpaar mit Gefolge sein neues Motto „Yes, wi däänz” zum Karnevalshit „Und ich flieg” umsetzte. Die Garde- und Kostümtanzgruppen der Karnevalsgesellschaften aus Titz, Ameln und Opherten schwangen dann kräftig die Beine und brachten nochmals Schwung in die Bude.
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