Jeck auf „Jül”: Hunderte warten

Von: Volker Uerlings
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Noch ein mehr als 40 Jahre alt
Noch ein mehr als 40 Jahre altes Relikt des ehemaligen Kreises Jülich, bald aber wieder zu haben: das Jül-Kennzeichen. Die Nachfrage ist enorm, noch aber sind keine Reservierungen möglich. Foto: hfs.

Jülich. Die Rückkehr zu ihrem geliebten alten Auto-Kennzeichen bringt die Menschen in und um Jülich in Wallung wie lange nichts mehr. Ihnen sei gesagt: Sie müssen nur noch etwas Geduld haben, denn das JÜL-Nummernschild wird zurückkehren. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

Der Bundesrat hat die Wiedereinführung abgesegnet, jetzt hängt es noch an juristischen Fristen, bis die ersten Autohalter aus dem Kreis Düren mit drei statt zwei Buchstaben unterwegs sind. Die Nachfrage ist enorm.

Wie beim Kreis Düren zu erfahren war, gehen täglich seit Bekanntwerden der neuen Möglichkeit bis zu zehn Anrufe ein. Sie alle wollen 40 Jahre nach der Kommunalen Neugliederung zum „Jül” zurückkehren. Derzeit kann ihnen aber noch nicht geholfen werden. Eine Vormerkung oder Reservierung ist unmöglich, weil - noch - die Rechtsgrundlage fehlt. Eine andere Antwort kann die Zulassungsstelle den Fragestellern derzeit nicht geben. Ist die vom Bundesrat beschlossene Verordnung aber rechtlich durch, geht es ganz schnell.

Viele Kfz-Besitzer aus Jülich lassen sich auch von hohen Kosten nicht schrecken - sie wollen um jeden Preis das „DN”-Schild loswerden. Wer also angenommen hat, dass nun mit und mit vorwiegend bei Neuanmeldungen das Jül-Nummernschild gewählt wird, täuscht sich: Im Jülicher Land gibt es viele Menschen, die fest entschlossen sind, auch „mittendrin” zu wechseln.

Diese doch überraschende Tendenz lassen die Anrufe bei der Zulassungsstelle in Düren erkennen. Dafür fallen von Amts wegen allein 40 Euro Gebühren an - plus Nummernschilder. Insgesamt kostet der „Herzenswunsch” also zwischen 60 und 70 Euro. Das scheint es vielen Nordkreislern und vor allem Jülichern wert zu sein.

Eine weitere noch recht frische Liberalisierung der Kennzeichen-Rechtslage macht der Polizei zu schaffen und erklärt die Kritik der Ordnungshüter. Denn inzwischen ist es statthaft, bei einem Umzug innerhalb von NRW das vorhandene Nummernschild zu behalten. Wenn also früher davon auszugehen war, dass Autos mit DN-Beschilderung auch aus dem Kreis Düren kommen, ist diese eindeutige Zuordnung künftig nicht mehr sicher.

Da auch „Exil”-Jülicher zum Beispiel in Heimbach, Merzenich oder Nideggen ein „Jül”-Kennzeichen beantragen können, ist das Durcheinander komplett. Merke: Wo „Jül” draufsteht, ist nicht immer „Jülich” drin.

Wann dürfen die Nummernschild-Lokalpatrioten aus der Herzogstadt nun mit der Rückkehr der einstigen Nummernschild-Souveränität rechnen? Im Oktober noch nicht - wohl aber zum 1. November oder 1. Dezember. Bis dahin sei die Verordnung in Kraft getreten, hieß es am Montag aus dem Bundesverkehrsministerium.
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