Jülich - Jean Pütz bemüht die Physik in seiner „Pützmunter“-Show zu verblüffenden Vorführungen

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Jean Pütz bemüht die Physik in seiner „Pützmunter“-Show zu verblüffenden Vorführungen

Von: Mira Otto
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Beim ersten Energiezirkus brachte Jean Pütz gemeinsam mit seinem Assistenten Horst Minge dem jungen Publikum in seiner „Pützmunter“-Show mit verschiedensten Experimenten ein Stück näher, wie die Welt funktioniert. Foto: Mira Otto
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Dass ein großer Müllbeutel mit verhältnismäßig wenig Aufwand aufgeblasen werden kann, war eine der verblüffenden Vorführungen. Foto: Mira Otto

Jülich. Beim ersten Energiezirkus im Indeland hat der Wissenschaftsjournalist Jean Pütz Kindern der Region in zwei Vorstellungen seine „Pützmunter“-Show präsentiert.

„Was für Ressourcen haben wir bald noch in Deutschland? Es sind die Ideen in unseren Köpfen, die wir brauchen werden“, sagte Jean Pütz zu den jungen Besuchern und Eltern, die im Hörsaal der Fachhochschule Aachen, Campus Jülich, zu einer ungewöhnlichen „Vorstellung“ Platz genommen hatten.

Es folgte eine Show, in der Jean Pütz gemeinsam mit seinem Assistenten Horst Minge den Kindern mit zahlreichen Experimenten die Welt erklärte.

„Wir können uns durch unser Wissen das Leben erleichtern“, sagte Pütz nach einigen Experimenten vor dem Publikum, während Horst Minge dem Wissenschaftsjournalisten eine große Mülltüte reichte. Dann bat Pütz einen „starken Mann“ aus den Zuschauerreihen zum Duell mit ihm.

Mit einigen kräftigen Atemzügen pustete dieser Besucher die Tüte zu einem Viertel voll. Dann übernahm Pütz. Er ließ, im Unterschied zu seinem Duellanten, zwischen der Öffnung der Mülltüte und seinem Mund einige Zentimeter Abstand, holte nur einmal tief Luft und füllte mit seinem Atem sofort ein gutes Drittel des Beutels. Das Publikum staunte und applaudierte anerkennend.

Kraft und Unterdruck

Nach einigen Vermutungen der Kinder, wie Pütz das geschafft habe, klärte er auf: „Durch den Abstand zur Tüte und die Kraft, die ich der Luft beim Pusten mitgegeben habe, entstand ein Unterdruck. Dadurch, dass ich diesen Effekt kenne, konnte ich schnell viel Luft in die Tüte geben.“

Schnell reichte Assistent Minge dem Wissenschaftsjournalisten Pütz einen Tischtennis-Ball und einen Haarföhn. Es folgte ein Experiment, das jeder zu Hause nachmachen kann: Pütz schaltete den Föhn ein und ließ den Ball im Luftstrom in die Höhe fliegen. „Das ist wegen der Luft vom Föhn, die bläst den Ball hoch“, erklärte ein Kind aufgeregt. „Genau“, erwiderte Pütz und weiter: „Die Luft umströmt den Ball und das, liebe Kinder, ist der Grund, warum der Mensch fliegen kann, denn dasselbe, was mit dem Ball passiert, geschieht auch mit dem Träger eines Flugzeuges.“ Auch der Flugzeugflügel werde von der Luft umströmt und dadurch in die Luft gehoben.

Eine Premiere bei der „Pützmunter“-Show: das Kettenfontäne-Experiment. Hierbei lässt man eine Kette aus kleinen Metallkugeln aus einem Glas gleiten. Das Gewicht der Kette, das immer mehr Kettenglieder aus dem Glas zieht und die immer höher werdende Geschwindigkeit der folgenden Glieder, lässt das Metall in einem immer größer werdenden Bogen aus dem Glas schießen. Die beobachtenden Kinder verfolgten johlend das Schauspiel des Experimentes.

Bis zur Decke

Zum krönenden Abschluss der Veranstaltung hob eine Rakete zum Weltraum ab. Ein Kind aus dem Publikum erhöhte den Druck in einer Plastikflasche mit einer Luftpumpe so weit, bis diese sich mit einem lauten Knall löste und an einem Seil bis zu Decke emporschoss.

„Die Rakete hat mir am besten gefallen“, sagte der vierjährige Phil nach der Vorstellung und seine Schwester Mia (6) fügte begeistert an: „Alles war toll. Alles.“

Der Energiezirkus wurde von der Entwicklungsgesellschaft Indeland und der „innogy Stiftung“ für Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren ins Leben gerufen. „Wir wollen unseren Besuchern den Strukturwandel und die Energiewende näher bringen. Folgende Formate, die den Kontakt zu den Jüngeren suchen, werden wir weiter verfolgen“, sage Ricarda Springer, die bei der Indeland-Gesellschaft für Marketing und Kommunikation zuständig ist. Fest geplant sei allerdings noch nichts.

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