Jazzkonzert der Musikschule: Perlen aus dem American Songbook

Von: Kr.
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Zuhören und genießen war während des gesamtem Konzertes angesagt wie hier bei Ellingtons Ballade „Isfahan“, die Dieter Kloppenburg auf dem Sopran-Saxophon spielte. Foto: Kròl
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Judith Meures, ehemalige Schülerin der Musikschule Jülich, glänzt mit ihrer wunderbaren Stimme. Foto: Kròl

Jülich. Auf die Spuren von Duke Ellington und Count Basie begaben sich das Bahkauv Saxophonquartett und die Big Band „What Else“. In ihrem Doppelkonzert widmeten sich die beiden Formationen zwei der bedeutendsten Bandleader und Komponisten des Swing, die mit ihrer Musik stilbildend waren.

Die Musikschule der Stadt Jülich hatte zu einem außergewöhnlichen Jazzkonzert ins Foyer geladen. Getreu dem Ausspruch des Altmeisters Ellington „Es hat keinen Wert, wenn es nicht swingt!“, boten die beiden Formationen eine swingend Zeitreise durch eine Musik-Ära des vergangenen Jahrhunderts.

Die Klassiker des Jazz modern und ansprechend zu interpretieren, ist eine Kunst, die die Big Band der Musikschule, „What Else“, aus dem Effeff beherrscht. Immerhin ist der orchestrale Swing so etwas wie die Königsdisziplin im Jazz. An diesem Abend widmete sich Bandleader Klaus Luft mit seinem „What Else“-Ensemble unter anderem der Musik von Count Basie, der übrigens einer seiner Lieblingsmusiker ist.

Schon beim ersten Titel „But I Can’t Give You Anything But Love” kam die Band dem Sound ihre Vorbildes Basis ziemlich nahe. Auch die weiteren Stücke waren sehr sauber arrangiert, wie auch bei Count Basie, dessen Markenzeichen es war, zu Beginn ein paar Takte am Klavier kurz anzuspielen.

Weiter ging es dann mit der Rhythmusgruppe und danach erstrahlte der Bläsersatz.

Klaus Luft hatte für dieses Konzert die Sängerin Judith Meures aus Mainz engagiert, eine ehemalige Schülerin der Musikschule. Sie fügte sich nahtlos in die Band ein und spannte einen musikalischen Bogen von „Don’t Know Why“ von Norah Jones bis „ Bei mir bist du schön“ von Sholom Secunda. Ein ganz dickes Kompliment machte sie dem Bandleiter während des Konzertes mit dem Satz: „Klaus ist der beste, ehrlichste und toleranteste Bandleiter, den ich kenne.“

Den ersten Teil des Doppelkonzertes bestritt das Bahkauv Saxophonquartett aus Aachen, das auf seine ganz eigene Art den Swing von Duke Ellington interpretierte. Es ist natürlich eine Herausforderung die Swing-Klassiker, die ja eigentlich für ein Orchester geschrieben sind, auf vier Instrumente zu reduzieren. Walter Sembritzki (Tenor-Sax), Dieter Kroppenberg (Sopran-Sax), Heribert Leuchter (Bariton-Sax) und Hans-Walter Staudte (Alt-Sax) brachten das Kunststück fertig, Juwelen des Swing wie „Take The A Train”, „Mood Indigo” oder “Satin Doll“ in einem ganz neuen Licht glänzen zu lassen.

Seltenes Solo

Alle vier hatten reichlich Gelegenheit sich als Solisten zu präsentieren. Da intonierte Walter Sembritzki „Caravan“ nur auf dem Tenor-Saxophon, mit dem Bariton-Saxophon, das als Solinstrument selten zum Einsatz kommt, brachte Heribert Leuchter die Ballade „Come Sunday“ sehr einfühlsam zu Gehör.

Es war ein runder Abend, bei dem die Freunde des American Songbook voll auf ihre Kosten kamen. Das Foyer der Musikschule reichte nicht aus, um die vielen Gäste aufzunehmen, und so zeigte sich Wolfgang Riedel, stellvertretender Schulleiter der Musikschule, bei seiner Begrüßung freudig überrascht von der großen Resonanz.

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