Jülich - Jazzclub Jülich blickt stolz zurück auf 20 Jahre

Jazzclub Jülich blickt stolz zurück auf 20 Jahre

Von: Kr.
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Das Geburtstagsständchen brachte das Trio CMB, hier mit Saxophonistin Christine Corvisier und Pianist Stefan Michalke in der Schlosskapelle der Zitadelle. Foto: Kròl

Jülich. „Es hat super Spaß gemacht, bei euch zu spielen“, schrieb Ludwig Nuss, Leadposaunist der WDR Big Band Köln dem Jülicher Jazzclub ins Gästebuch. Das ist nur eine von vielen gleichlautenden Widmungen, mit denen sich berühmte und weniger berühmte Musiker beim Jülicher Club bedankten, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Am 2. März 1995 trafen sich 30 Jazzbegeisterte, darunter auch etliche Musiker im Brauhaus Viktoriasaal, um den Club aus der Taufe zu heben. „Wir wollten Jazz in all seinen Facetten bieten und träumten sogar von einer eigenen Spielstätte“, erinnerte sich Reinhold Wagner, eines der Gründungsmitglieder. Er übernahm damals den Vorsitz, gab ihn nach etlichen Jahren ab, doch heute ist er es wieder, der die Geschicke der Jazzfreunde leitet.

300 Veranstaltungen

„Vieles haben wir erreicht, nicht alles ist gelungen“, resümierte er bei der Geburtstagsfeier in der Schlosskapelle der Zitadelle. Kurz und knapp hielt er seine Rede und wartete lediglich mit einigen interessanten Statistiken auf. 124 Mitglieder zählt der Club heute. 300 Veranstaltungen wurden in diesen Jahren organisiert. 19 Mal hatte man zur Jazznacht geladen, die zurzeit nicht mehr stattfindet. 80 Jamsessions standen auf dem Programm und 28.000 Besucher konnte man insgesamt zählen.

Sie kamen zum Sommerjazz auf dem Wymarshof, zur Jamsession im Franziskaner, zum Euregio Jazz Festival, das im letzten Jahr erstmalig in Jülich stattfand, und zu vielen anderen Veranstaltungen. Sie hörten Paul Kuhn und Klaus Doldinger, die WDR Big Band oder die Dutch Swing College Band. Aber auch junge, damals noch recht unbekannte Musiker, wie der Gitarrist Josho Stephan, die Saxophonistinnen Carolyn Breuer und Angelika Niescie fanden in Jülich ein willkommenes Sprungbrett.

Und dann war da noch die Kooperation mit dem Museum Zitadelle Jülich, die nun auch schon zehn Jahre währt, die Zusammenarbeit mit der Musikschule Jülich sowie ganz viele tolle Abende im Franziskaner, Technologiezentrum und KuBa.

Auf ein Highlight der letzten zwei Jahrzehnte wollte sich Reinhold Wagner nicht festlegen. „Das Wichtigste ist, das die Musiker und das Publikum ihren Spaß haben. Das gilt für große Konzerte ebenso wie für den Kneipenjazz.

Gerade im Franziskaner hatten wir viele Sternstunden“, erinnerte Wagner. „Noch nie war in all den Jahren ein Stinkstiefel dabei, und die berühmtesten Musiker waren auch die nettesten“, erinnerte er sich bei der Geburtstagsfeier, die wie es sich für einen Jazzclub gehört, in erster Linie der Musik vorbehalten war. So machte Wagner gemeinsam mit seinen Freunden Les Webb, Klaus Diemer und Jochen Solbach mit fetzigem Dixieland den Anfang.

Sie unterstrichen musikalisch die Führung, die Kooperationspartner und Museumsleiter Marcell Perse den Gästen anbot. Ausführlich berichtete er von den Ausgrabungen im Innenhof der Zitadelle und nahm die Besucher mit zum Ort des Geschehens.

Für das entsprechende Geburtstagsständchen sorgte anschließend das CMB-Trio mit der Saxophonistin Christine Corvisier aus Frankreich, dem Aachener Musiker Stefan Michalke am Piano und Stefan Werni am Bass. Eifrig hatten sie zu diesem Anlass in „The Great American Songbook“, der „Jazzbibel“ geblättert und so manches interessante und hörenswerte Stück ausgegraben. „Alles Lieblingsstücke“, gestanden sie.

Mit Bossa Nova, Swing aber auch Ausflüge in den Tango oder Pop begeisterte das Trio die Zuhörer. Gershwin gehörte ebenso zu ihrem Repertoire wie Cole Porter oder Duke Ellington. Und ganz wichtig: Neben den bekannten Jazzstandards servierten die drei Musiker als besondere Leckerbissen eigene Kompositionen.

Immer wieder verzauberte das Trio, das in dieser Besetzung erstmals zusammenspielte, sein Publikum mit seinem harmonischen Zusammenspiel und gekonnten Soli.

Das Herzstück des Trios ist die französische Saxophonistin Christine Corvisier, die nach Umwegen über Amsterdam und New York vor einigen Jahren in Köln landete und aus der rheinländischen Jazzszene nicht mehr wegzudenken ist.

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