Jazz-Standards am laufenden Band

Von: ptj
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Das Jugend Jazz Orchester lockte etliche Besucher in den saal des Kulturbahnhofs. Fünf der Musiker gaben ihr letztes Konzert. Stehende Ovationen waren der Lohn für ein wunderbares Konzert.

Jülich. Zu einem „historischen Abend“ spielte das beliebte NRW Jugend Jazz Orchester im lockeren Ambiente des voll besetzten Saales im KuBa auf – auf Einladung des Jülicher Jazzclubs und des Vereins „Kultur im Bahnhof“. Historisch deshalb, weil fünf Musiker des Ensembles dort ihr letztes Konzert gaben, um im Anschluss ihre bereits ansehnliche musikalische Karriere weiter zu verfolgen.

Zu ihrem instrumentalen Abschied gaben die erstklassigen Solisten mit genialen und temporeichen Interpretationen unter dem Dirigat von Stefan Pfeifer-Galilea noch einmal alles – und wurden mit reichlich Zwischenapplaus bedacht: Altsaxophonist Pascal Bartoszak, Tenorsaxophonist Marc Doffey, die Pianisten Jakob Lüffe und Sven Leisten und Schlagzeuger Niklas Walter.

Alle Jungjazzer des NRW Orchesters im Alter von 18 bis 26 Jahren haben stets ihre eigenen musikalischen Projekte und treten zum Teil weltweit in unterschiedlichen Formationen auf. Bekannt ist unter anderem auch das Lüffe-Walter-Trio. Mit Elan und Spielfreude startete die erstklassige Big Band mit Blechbläsern, Klavier, Gitarre, Kontrabass und Percussion in das temporeiche contemporary Jazz-Stück „Sure Thing“ mit etlichen musikalischen Frage- und Antwortpassagen und beeindruckenden Saxophon- und Posaunen-Soli.

Ruhig und melancholisch begann der beliebte Jazz-Standard mit dem einstigen George-Gershwin-Filmsong „A foggy day in London town“, um in der zweiten Hälfte gewaltig an Tempo, Rhythmus und Lautstärke zuzulegen. Von „einer der besten Big-Band-Platten überhaupt“, nämlich „Life in Montreux“ spielte das Ensemble Dolphin Dance, eine schöne Komposition mit harmonischer Bewegung.

Das Stück ohne festgelegte Schlüssel lebte von der Improvisation. „Das Schöne an der Band ist, dass ehemalige Mitglieder nicht verloren gehen“, betonte Pfeifer-Galilea in diesem Zusammenhang. So spielte die erste Posaune mühelos „alles vom Blatt“, ohne vorher an einer Probe teilgenommen zu haben. Beim Jazz-Standard „The song is you“ trat Sabeth Perez als erste der beiden erstklassigen und professionellen Sängerinnen, die in der zweiten Konzerthälfte auch gemeinsam sangen, ans Mikro.

Die in Köln wohnende Sängerin argentinischer Herkunft gibt mit zahlreichen Jazz-Orchestern und Bigbands Konzerte und nimmt CDs auf. Mit „Don‘t blame it on my youth“ folgte ihr die musikalisch sehr bewegliche und bundesweit gefragte Jazz-Rock-Popperin Johanna Schneider, die aus Bayern stammt.

Eigentlich verfügt das NRW Jugend Jazz Orchester über vier Dirigenten: Neben Stefan Pfeifer-Galilea sind das Gabriel Perez, Michael Villmow und Stefan Schulze. Deren Eigenkompositionen im hinreißendem Jazz-Sound durften im Repertoire natürlich nicht fehlen. Zu Gehör brachte das Orchester etwa „Jazz up“ von Villmow oder „My private fireworks“ von Schulze.

Das mindestens zweieinhalbstündige Konzert von erlesener Güte mit ausgedehnten Zugaben „war für mich einmalig. Die waren alle super“, lautet das schönste Lob eines Dürener Jazz-Pianisten unter den Zuhörern. Stehende Ovationen waren der verdiente Lohn des Ensembles.

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