Jan Skryhan: Seine Akustikgitarre weint wie eine Geige

Von: ptj
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Ein Gitarrenvirtuose in St. Ma
Ein Gitarrenvirtuose in St. Martinus Barmen: Jan Skryhan aus Minsk begeistert einmal mehr seine Barmener Fangemeinde mit romantischen Impressionen. Foto: Jagodzinska

Barmen. Mit gesenkten Lidern ließ der 32-jährige Weißrusse Jan Skryhan seine flinken Finger einfühlsam über die Saiten seiner Akustikgitarre gleiten. Nicht zum ersten Mal begeisterte er die vielen Besucher in der Barmener Pfarrkirche St. Martinus.

Im Mittelpunkt seines musikalischen Themas „Romantische Impressionen” standen Werke spanischer Gitarristen und Komponisten aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Skryhan, Preisträger diverser internationaler Gitarrenwettbewerbe, startete sein Konzert klassisch mit Variationen über ein Thema von Mozart von Fernando Sor.

Es folgten besonders ausdrucksstarke Werke mit romantischer Harmoniegebung des südamerikanischen Gitarrenvirtuosen Augustin Barrios Mangore. Dazu zählten „La Catedral” (der Dom) oder „El ultimo Tremolo” (Das letzte Tremolo). Das Werk trägt diesen Namen, weil es Mangores letzte Komposition ist.

Er hinterließ es ohne Titel, es ist aber auch bekannt als „Una limosna por el amor de Dios” (Ein Almosen für die Liebe Gottes). Der Komponist hatte eine wahre Begebenheit in das Stück integriert, das Betteln einer alten Dame an seiner Haustür „für die Liebe Gottes”.

Durch Skryhans Tremolo-Spiel, eine harmonisch schwingende Tonhöhenveränderung, entstand stellenweise ein Klangteppich, der eher an ein Orchester als an ein Soloinstrument erinnerte. Seine Gitarre weinte wie eine Geige in „Der Karneval in Venedig”, was ihm stürmischen Applaus einbrachte.

Bei dem Stück handelt es sich um virtuose Variationen von Francisco Tarrega über das als Volkslied bekannte „Ein Mops kam in die Küche”. Besonders beklatscht wurde auch die „Serenata Espanola”, eines der melodischsten Stücke von Joaquin Malats. Eigentlich ist die Serenade eine Klavierkomposition, transkribiert (übertragen) von Tarrega.

Eine Transkription war auch das Stück „Mallorca” aus der Feder des großen spanischen Pianisten und Komponisten Isaac Albeniz. Mit dem argentinischen Tango „El Choclo” (Die Ähre) von Angel Villoldo verabschiedete sich der dynamische Gitarrist von seiner Barmener Fangemeinde.

„Wie kommt eine Kirchengemeinde zu solch einer Gelegenheit?”, hatte Alexander Kieven vom Kirchenvorstand die vielleicht stille Frage der Gäste vorweg beantwortet. Jan Skryhan, dessen musikalische Entwicklung an der Musikhochschule Köln geprägt worden war, hatte den Kontakt zu den Barmener Veranstaltern wieder hergestellt und nachgefragt, ob man an einem weiteren Auftritt von ihm interessiert sei. Ein echter Glücksfall!
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