Bonn/Jülich - Jahresempfang: Forschungszentrum hat Klimaschutz im Blick

Jahresempfang: Forschungszentrum hat Klimaschutz im Blick

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
13369675.jpg
Hatten sichtlich Spaß beim Gedankenaustausch: die Professoren Wolfgang Marquardt, RWTH-Rektor Dr. Ernst Schmachtenberg sowie Marquardts Vorgänger im Amt des FZ-Vorstands, Dr. Achim Bachem (v.l.). Foto: hfs.
13369676.jpg
Lauschten aufmerksam dem Festvortrag: Schülerinnen und Schüler vom Mädchengymnasium Jülich und von Haus Overbach. Foto: hfs.

Bonn/Jülich. Dass wichtige Forschungsergebnisse die Politik und die Gesellschaft nicht oder nur unzureichend erreichen, das hat Dr. Karl Eugen Huthmacher als Vorsitzendes des Aufsichtsrates des Forschungszentrums auf dem traditionellen Jahresempfang in LVR-Landes-Museum Bonn unterstreichen.

Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Universitäten, Industrie, Kirchen und Organisationen wurden dabei von Prof. Dr. Wolfgang Marquardt als Vorsitzendem des Vorstandes der Jülicher Forschungseinrichtung begrüßt. Sie erfuhren im Verlauf des Abends in einem Festvortrag, dass die Ressource Boden weltweit von Überbeanspruchung, Versiegelung und den Folgen des Klimawandels gefährdet sei.

Auch vor diesem Hintergrund hatte Huthmacher verdeutlicht, dass Wissenschaft und Forschung gerade in der Politik und in der Gesellschaft ein wichtiges Korrektiv bei der Entscheidungsfindung blieben. „So wie beim Klimaschutz, der keine Glaubensfrage ist, sondern eine Tatsache.“ Deshalb unterstrich er, dass Forschung und Innovation erheblich gestärkt werden müssten. „Es müssen für den Klimaschutz Taten folgen, es muss eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Fortschritte auf die gemachten Entscheidungen erfolgen“, sagte Huthmacher.

Vor allen Dingen mit Blick auf die Weltbevölkerung - nach Berechnungen leben im Jahre 2050 rund neun Milliarden Menschen auf der Erde - damit diese zukünftig nicht nur ausreichend, sondern auch gesund ernährt werden könnten. Dazu zähle die Sicherung der Energieversorgung. Huthmacher abschließend: „Klimaziele dürfen nicht einfach verordnet werden, Innovation erst recht nicht. Wir brauchen einen wissenschaftsbasierten Dialogprozess. Unser Ziel muss es sein, eine ambitionierte Klimapolitik betreiben zu können, ohne den Industriestandort Deutschland zu gefährden.“

Dass es diesbezüglich auch gerade im Automobilsektor „wenig Innovationskraft“ geben würde, sei Fakt: „Über zehn Jahre hat man dort die eigene Selbstverpflichtung ignoriert.“ Huthmachers Feststellung: „Hier sind offensichtlich staatliche Forschungskonzepte notwendig, um über Elektromobilität hinausreichende Lösungen zu suchen. Dafür brauchen wir aber noch mehr Technologieoffenheit.“

Die Bedeutung des Bodens

Wie wichtig Ressourcen seien, stellte Prof. Dr. Harry Vereecken, Direktor des FZ-Instituts für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre, in seinem Festvortrag heraus. Boden gehört zu den wichtigsten Ressourcen der Welt. Nicht nur, weil er die Menschen mit Nahrung, Rohstoffen und Biomasse versorge. „Er spielt auch eine wichtige Rolle in der Kliamaregulierung“, machte er an Beispielen deutlich, wie wichtig seine Bedeutung angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung sei.

Dabei waren am 8. August diesen Jahres, dem Erdüberlastungstag, die gesamten nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht. So seien 50 Prozent der Landoberfläche der Welt in der Vergangenheit vom Menschen verändert worden, nicht immer optimal.“ So verliert Deutschland an jedem Tag 69 Hektar Land an landwirtschaftlicher Fläche. Damit einher gingen Wasserverlust und Wasserverfügbarkeit. Wie diese Prozesse ablaufen, untersucht eine Arbeitsgruppe um Vereecken seit Jahren.

„Das System Boden ist durch Austauschprozesse eng mit Grundwasser, Biosphäre und Atmosphäre verknüpft.“ Dazu benutzen die Wissenschaftler die neuesten Beobachtungstechnologien, einschließlich eines Satelliten. Mit ihren Simulationsmodellen können sie Wasser-, Energie- und Stoffkreisläufe im Boden vorhersagen, sowohl für einzelne Äcker als auch für Flächen in Europa bis hin zu den Kontinenten. Damit leisten die Jülicher Forscher einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Boden und zeigen Strategien auf, wie sich der Mensch an den Klimawandel anpassen könnte.

Neben den vielen Ehrengästen hatte Wolfgang Marquardt stellvertretend für alle zuvor namentlich nur den Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs begrüßt. Zudem bedankte er sich beim stellvertretenden Landesmuseums-Direktor Lothar Altringer für die „erneute Herberge.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert