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Jagdflieger auf dem Bourheimer Acker gefunden

Von: ojo
Letzte Aktualisierung:

Bourheim. Wer im Jülicher Land ein wenig tiefer als ein Spatenblatt in den Boden geht, muss damit rechnen, der Geschichte zu begegnen. Die Funde können archäologisch interessant, aber auch hoch brisant sein.

Auch bei der Sondierung eines Geländeabschnitts zwischen Bourheim und Kirchberg stieß der Kampfmittelräumdienst fast schon erwartungsgemäß auf Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg.

Dieser Fund allerdings fiel etwas aus dem Rahmen des Üblichen. Freigelegt wurden neben Munitionsteilen die Überreste eines Kampfflugzeugs und Gebeine des mutmaßlichen Piloten.

„Es handelt sich wohl um eine Messerschmitt ME 109”, konkretisierte Manfred Lang von RWE Power den Fund. Das Unternehmen hatte im Grunde den Anstoß zu der Entdeckung gegeben.

Für den Tagebau Inden soll bei Bourheim ein Sümpfungsbrunnen gesetzt werden. Üblicher Weise wird zuvor das Okay der Kampfmittelräumer eingeholt.

Dass in diesem Fall auch menschliche Knochen freigelegt wurden, rief den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge auf den Plan. „Wir haben die Knochen geborgen”, bestätigte Wolfgang Held von der Landesgeschäftsstelle NRW des Volksbundes in Essen.

Würdig bestattet

Von dort aus wird alles Weitere veranlasst. „Die Knochen werden in Vossenack beigesetzt.” Auf dem dortigen Soldatenfriedhof wird für soche Fälle ein Bereich vorgehalten. Die letzte Ruhestätte erhält das Opfer des Krieges mit der gebotenen Pietät.

Wolfgang Held: „Wir haben immer auch einen Geistlichen dabei. Die Bestattung erfolgt mit der Aussegnung des Grabes.” Es spielt dabei keine Rolle, ob der Name des Toten bekannt ist oder nicht. Hier, meinte Held mit Blick auf den Bourheimer Fund, könnte die Chance recht hoch sein, den mutmaßlichen Piloten zu identifizieren.

Die ME 109 war ein Ein-Mann-Jagdflugzeug. „Flugzeuge haben eine Bezeichnung. Da weiß man ziemlich genau, wo und wann die geflogen sind.” Die Deutsche Dienststelle In Berlin, die bis 1946 Wehrmachtsauskunftsstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene hieß und heute immer noch als WASt ein Begriff ist, wird die Unterlagen des Volksbundes erhalten.

Es spricht einiges dafür, dass der Fund von Bourheim der Schlüssel ist, das Schicksal eines verschollenen Soldaten 63 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs zu klären.

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