Jagd auf den Teppichpython von Dürboslar

Von: gep
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Der Vater des Halters des Teppichpythons sucht in Dürboslar die verschwundene Schlange. Foto: Horrig
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Ein Teppichpython. Foto: Stock

Dürboslar. Die relativ kleine Riesenschlange, die in Dürboslar gesucht wird, ist ein Teppichpython – und keine Boa, wie zunächst vermutet. Wie ein Baesweiler Experte am Dienstag gegenüber dieser Zeitung erklärte, wird die Schlange, die er als „fittes Tier“ kenne, „nicht gefährlich gegenüber Menschen“.

Dafür spreche auch, dass der Python, als er in einer Werkstatt eingefangen werden sollte, nicht gebissen habe, obwohl er mehrere Stunden lang bedrängt worden sei. Die Schlange sei „schlicht nicht gefährlich“. Im Gegenteil: In seiner Heimat Australien werde der Teppichpython geschätzt, weil er in Hausnähe lästige Nagetiere wie Ratten kurzhalte. Der Dürboslarer Python sei aber aufgrund seiner Größe nicht imstande, mit einer ausgewachsenen Ratte „fertig zu werden“. Ein Mann hatte in Dürboslar nach der Rückkehr aus dem Urlaub das nachtaktive Reptil in seiner Werkstatt gefunden.

Das Tier war letzte Woche Dienstag aus einem Nachbarhaus geflüchtet. Es war wegen Renovierungsarbeiten nicht in seinem großen Terrarium, sondern nur behelfsmäßig untergebracht. Dabei muss der Würgeschlange die Flucht aus der Wohnung gelungen sein. Nach Angaben des Baesweiler Experten, der ein erfahrener Reptilienzüchters ist, sei die Haltung ansonsten „in Ordnung“ gewesen. Gefüttert wurde wie üblich mit Frostfutter (eingefrorenen Mäusen, Eintagsküken usw.).

Der Tierpfleger Markus Schiffer aus dem Zoo des Brückenkopf-Parks hatte, durch das Ordnungsamt der Gemeinde Aldenhoven alarmiert, am Freitag versucht, den Teppichpython aus seinem Versteck zu ziehen, was aber nicht gelang. Das Tier klammerte sich an Dachbalken fest und nutzte dann einen Augenblick der Unachtsamkeit, um wieder zu verschwinden. Der Einsatz einer Wärmebildkamera brachte nichts, da die Restwärme des (ruhenden) Tieres offenbar zu gering war.

Auch Dr. Thomas Ziegler, Leiter des Aquariums am Kölner Zoo, bestätigte gegenüber dem Aldenhovener Bürgermeister Lothar Tertel, „dass Menschenleben nicht unmittelbar gefährdet sind“. Tertel betonte im Gespräch, zur Panik bestehe in Dürboslar kein Grund. Der Bürgermeister verwies auch auf den großen Aufwand für die Gemeinde. „Die Kosten werden wir dem Besitzer in Rechnung stellen.“

Am Dienstagabend  suchten Biologen des Zoologischen Forschungsmuseums Koenig (Bonn) mit zwei Dutzend Feuerwehrleuten nach dem Tier. Doch nach gut zwei Stunden wurde der Einsatz abgebrochen. Unter Hobbyhaltern werden die Pythons schon für rund 50 Euro gehandelt. Teppichpythons unterliegen dem Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen/Anhang I. Ihre Haltung muss daher der Unteren Landschaftsbehörde, in diesem Fall dem Kreis Düren, angezeigt werden.

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