Jackerath: Eine Perspektive zwischen Tagebau und Autobahn

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
8602477.jpg
Jackerath liegt am Tagebau Garzweiler und am Autobahnkreuz A61/A44: Die Bürger sind Belastungen wie Lärm und Staub ausgesetzt. Eine Dorfwerkstatt soll den Ort stärken. Foto: Mengel-Driefert

Titz-Jackerath. Das kleine Jackerath hat einen großen Nachbarn: Den Tagebau Garzweiler. Zwei Autobahnen, die A44 und A61, kreuzen sich unweit des Ortseingangs. Eine von beiden muss dem Tagebau Richtung Osten weichen. Lautstarke Baumaßnahmen sind unvermeidbar.

Die Folgen: Lärm und Staub. Ein gewisser Druck liege auf dem Ort, mit diesen Worten beschreibt Margerete Lersch vom Amt für Keisentwicklung beim Kreis Düren die Situation.

Jackerath hat es nicht leicht und die Anwohner erst recht nicht. Da stellt sich die Frage, wie kann das Lebensumfeld gestaltet werden, dass es lebenswert bleibt? Ein Dorfentwicklungskonzept soll dem Ort nun unter die Arme greifen. Finanzielle Mittel werden im Rahmen der Leader-Förderung erhofft, dem Programm der Europäischen Union, das innovative Ideen im ländlichen Raum unterstützt. Die Kommunen Titz, Niederzier, Merzenich, Linnich, Langerwehe, Jülich, Inden, Eschweiler und Aldenhoven schlossen sich jüngst zu einer Leader-Region zusammen. Dies zählt zu den Voraussetzungen einer erfolgreichen Bewerbung. Geplant ist sie bis Ende des Jahres einzureichen, gibt Margerete Lersch Auskunft, dann bestehe die Möglichkeit, Ende Februar bis Anfang März loszulegen.

Jackerath könnte schon früher starten. Mit einer Dorfwerkstatt, begleitet von einem Planungsbüro, finanziert vom Kreis Düren. Nachgegangen wird dann der Frage: Was wollen die Bürger für ihren Ort? Lersch betont: „Die Leute vor Ort wissen am besten, was gut für ihr Dorf ist.“ Eine Werkstatt stärke die Gemeinschaft, eine gute Beteiligung vorausgesetzt. Im Anschluss könnten Projektanträge gezielt gestellt werden. Der Kreis Düren führt seit 2008 Dorfwerkstätten durch. Im Gegensatz zur Werkstatt wird der Dorfentwicklungsplan von einem Planungsbüro erstellt. Im Fokus stehen dann funktional-bauliche Veränderungen im Hinblick folgender Fragestellungen: Gibt es baulichen Leerstand, Erweiterungsflächen für Gewerbe oder Bauland für junge Familien? Wie ist der Verkehr, die optische Gestaltung, das Vorfeld der Kirche oder die Parksituation?

Ortsvorsteher Artur Faulhammer begrüßt die Planungen: „Wir sehen da wirklich Bedarf“. Schon vor einem Jahr seien Vertreter der Bezirksregierung, der Gemeinde, Vertreter der Ortsvereine und RWE zusammengekommen, um das Interesse der Bürger zu erfragen. Dabei habe er sich die Rückendeckung der Bevölkerung geholt, denn die Ideen der Bürger sollen unter anderem auch mit ihrer Hilfe umgesetzt werden. Jetzt hoffe er, dass es endlich losgehe. „Ein Planungsbüro ist beauftragt“, bestätigt Michael Biermanns von der Gemeinde Titz auf Anfrage, „es wird sich zeitnah mit dem Ortsvorsteher in Verbindung setzen.“ Möglich sei eine Werkstatt noch in diesem Jahr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert